Rechtsnews 01.02.2024 Alex Clodo

Müssen Überstunden ausbezahlt werden? 3 Tipps zur Auszahlung

Viele Arbeitnehmer fragen sich, ob sie einen Anspruch auf Bezahlung ihrer Überstunden haben. Die Antwort hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel dem Arbeitsvertrag, der Betriebsvereinbarung, dem Tarifvertrag oder der gesetzlichen Regelung. In diesem Artikel erklären wir, wann und wie Überstunden vergütet werden müssen und welche Rechte und Pflichten Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben.

Was sind Überstunden?

Überstunden sind die Arbeitszeiten, die über die vertraglich vereinbarte oder gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit hinausgehen. Die gesetzliche Höchstarbeitszeit beträgt nach dem Arbeitszeitgesetz (ArbZG) acht Stunden pro Werktag, die auf bis zu zehn Stunden verlängert werden kann, wenn innerhalb von sechs Monaten oder 24 Wochen ein Ausgleich erfolgt. Die wöchentliche Arbeitszeit darf im Durchschnitt 48 Stunden nicht überschreiten.

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Wie beweisen Sie Überstunden?

Um Anspruch auf Überstundenvergütung oder Freizeitausgleich zu haben, müssen Sie zunächst nachweisen können, dass Sie Mehrarbeit geleistet haben. Dies kann auf verschiedene Weise geschehen, je nachdem, wie die Arbeitszeit erfasst wird. Mögliche Nachweise sind

  • Ein Arbeitszeitkonto, das vom Arbeitgeber geführt wird und die geleisteten Arbeitsstunden dokumentiert.
  • Ein Stundenzettel, den Sie selbst führen und vom Arbeitgeber oder einem Vorgesetzten abzeichnen lassen.
  • Ein elektronisches Zeiterfassungssystem, das Ihre Anwesenheitszeiten registriert.
  • Zeugen, die Ihre Überstunden bestätigen können, zum Beispiel Kollegen oder Kunden.

Wann müssen Überstunden bezahlt werden?

Ob Überstunden bezahlt werden müssen, hängt davon ab, ob sie vom Arbeitgeber angeordnet, geduldet oder gebilligt wurden. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber entweder ausdrücklich oder stillschweigend die Mehrarbeit verlangt oder genehmigt hat. Wenn der Arbeitnehmer ohne Anweisung oder Zustimmung des Arbeitgebers Überstunden leistet, hat er in der Regel keinen Anspruch auf Vergütung.

Die Höhe der Vergütung für Mehrarbeit richtet sich nach dem Arbeitsvertrag, der Betriebsvereinbarung oder dem Tarifvertrag. Wenn dort nichts geregelt ist, gilt der übliche Stundenlohn des Arbeitnehmers. In einigen Fällen kann auch ein Zuschlag für Plusstunden vereinbart oder tariflich festgelegt sein.

Alternativ zur Bezahlung können Plusstunden auch durch Freizeit ausgeglichen werden. Dies muss ebenfalls vertraglich oder tariflich geregelt sein. Der Freizeitausgleich muss in der Regel innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfolgen und in einem angemessenen Verhältnis zur geleisteten Mehrarbeit stehen.

Welche Rechte und Pflichten haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Der Arbeitgeber hat das Recht, von seinen Arbeitnehmern Plusstunden zu verlangen, wenn dies aus betrieblichen Gründen erforderlich ist. Er muss dabei aber die Grenzen des ArbZG und des Arbeitsvertrags beachten. Er darf die Mehrarbeit nicht willkürlich anordnen oder unverhältnismäßig viele verlangen. Er muss auch die gesundheitlichen und persönlichen Belange seiner Arbeitnehmer berücksichtigen.

Der Arbeitnehmer hat die Pflicht, die vom Arbeitgeber angeordneten Überstunden zu leisten, wenn dies zumutbar ist. Er muss dabei aber seine eigenen Interessen wahren und darf seine Gesundheit nicht gefährden. Er kann die Überstunden verweigern, wenn sie unzumutbar sind, zum Beispiel weil sie seine körperlichen oder geistigen Kräfte übersteigen oder seine familiären Verpflichtungen beeinträchtigen.

Der Arbeitnehmer hat außerdem das Recht, eine angemessene Vergütung oder einen Freizeitausgleich für seine Überstunden zu erhalten. Er muss aber nachweisen können, wie viele Überstunden er geleistet hat und dass diese vom Arbeitgeber veranlasst oder gebilligt wurden. Er sollte daher seine Arbeitszeiten dokumentieren und sich eine schriftliche Bestätigung seiner Überstunden geben lassen.

Wie kann man einen Anspruch auf Bezahlung von Überstunden durchsetzen?

Wenn der Arbeitgeber die Bezahlung oder den Freizeitausgleich von Mehrarbeit verweigert, kann der Arbeitnehmer seinen Anspruch gerichtlich geltend machen. Er sollte sich dabei an einen Fachanwalt für Arbeitsrecht wenden, der ihn beraten und vertreten kann. Der Anspruch auf Bezahlung von Plusstunden verjährt in der Regel nach drei Jahren zum Ende des Kalenderjahres, in dem er entstanden ist.

Welche Gesetze sind für das Thema Mehrarbeit relevant?

Die wichtigsten Gesetze, die das Thema regeln, sind

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