Teilzeit

Verfasst am 8. Juli 2016

Definition "Teilzeit"
In Teilzeit beschäftigte Arbeitnehmer haben eine regelmäßige Wochenarbeitszeit, welche kürzer ist als die von vergleichbaren Arbeitnehmern.
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Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) regelt alle Aspekte der Teilzeitbeschäftigung. Diese besteht dann, wenn ein Arbeitnehmer regelmäßig weniger arbeitet als vergleichbare Arbeitnehmer. Im juristischen Sinne gilt deshalb auch beispielsweise eine geringfügige Beschäftigung („450€-Job“) als Teilzeitbeschäftigung.

Förderung der Teilzeit

Eines der Ziele des TzBfG ist es, die Beschäftigung von Arbeitnehmern in Teilzeit zu fördern. Der Arbeitgeber muss im Rahmen seiner unternehmerischen Konzepte prüfen, ob die Einrichtung eines Teilzeitarbeitsplatzes in seinem Unternehmen möglich ist. Auch vor einer Stellenausschreibung ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, zu prüfen, ob sich der betroffene Arbeitsplatz für die Teilzeit eignet. Wenn dies der Fall ist, muss die Stelle auch als solche ausgeschrieben werden. Auch wenn ein Arbeitnehmer von sich aus seine Arbeitszeit verkürzen oder den Ort der Arbeit verändern möchte, so muss der Arbeitnehmer dies prüfen. Denn es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Arbeitszeitverringerung.

Verhinderung von Diskriminierung Teilzeitbeschäftigter

Es ist ebenfalls Ziel des TzBfG, in Teilzeit beschäftige Arbeitnehmer vor Diskriminierung zu schützen. Solche dürfen keineswegs schlechter behandelt werden als in Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer. Die Ausnahme hierfür sind sachliche Gründe für eine Andersbehandlung. Ein gutes Beispiel ist das Weihnachtsgeld. Dieses darf nach einer auf der Arbeitszeit beruhenden Formel berechnet werden. Also erhalten in Teilzeit beschäftigte in diesem Fall weniger Weihnachtsgeld als in Vollzeit beschäftigte Arbeitnehmer.

Trends der Teilzeitbeschäftigung

Es lassen sich bei der Beschäftigung in Teilzeit einige Trends feststellen. Die Teilzeit ist besonders bei Müttern beliebt, welche sich trotz der Berufstätigkeit noch ausgiebig ihren Kindern widmen möchten. Deshalb ist die Mehrheit der in Teilzeit beschäftigten Arbeitnehmer weiblich. Aber auch die so genannte Altersteilzeit ist sehr beliebt. Ältere Arbeitnehmer schätzen oftmals einen kürzeren Arbeitstag und sind deshalb in Teilzeit beschäftigt.

Arbeit auf Abruf

Eine besondere Art der Teilzeitbeschäftigung ist die so genannte Arbeit auf Abruf. Diese ist das Erbringen von Arbeitsleitung nach Bedarf des Arbeitgebers. Eine spezielle vertragliche Vereinbarung ist notwendig. Meist werden mindestens 10 Stunden Wochenarbeitszeit und jeweils mindestens drei aufeinanderfolgende Arbeitsstunden vereinbart. Die Lage der Arbeitszeit muss dem Arbeitnehmer auf Abruf mindestens vier Tage im Voraus mitgeteilt werden.

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Top-Fragen zum Thema Teilzeit für Arbeitnehmer

1. Ab wann habe ich einen Anspruch auf Teilzeit?

Hierfür gibt es zwei Kriterien. Einerseits müssen Sie seit mindestens sechs Monaten in dem Betrieb beschäftigt sein, um einen Anspruch auf Teilzeitbeschäftigung zu genießen. Andererseits muss der betroffene Betrieb mindestens 15 Mitarbeiter beschäftigen. Denn sonst gilt ein Anspruch auf Teilzeit für den Arbeitgeber als unzumutbar. 

2. Welche Frist muss ich bei dem Antrag auf Teilzeit einhalten?

Bei dem Antrag auf eine Beschäftigung in Teilzeit, also einer Arbeitszeitminderung, ist eine Frist von drei Monaten einzuhalten. So bleibt dem Arbeitgeber genügend Zeit, den Antrag zu prüfen und den Betrieb auf den Wegfall von Arbeitsleistung entsprechend vorzubereiten. 

3. Besteht neben dem Anspruch auf eine Arbeitszeitverringerung auch Anspruch auf eine Arbeitszeitaufstockung?

Es besteht kein gesetzlicher Anspruch darauf, Ihre Arbeitszeit aufzustocken. Ein Beispiel hierfür wäre der Übergang von der Teilzeit in die Vollzeitbeschäftigung.  

4. Welchen Anspruch auf Urlaub habe ich als Teilzeitbeschäftigter?

Dies kommt stark darauf an, wieviel Sie tatsächlich arbeiten. Bei einer „normalen“ 5-Tage-Woche steht der volle Urlaub zu, auch wenn sie stundenmäßig weniger arbeiten. Wenn Sie beispielsweise jedoch nur an drei Tagen pro Woche arbeiten reduziert sich Ihr Urlaubsanspruch. 

Top-Tipps zum Thema Teilzeit für Arbeitnehmer

1. Einigen Sie sich mit dem Arbeitgeber auf die Verteilung der Arbeitszeit.

Die Bestimmung der Arbeitszeit kann nicht von Ihnen einseitig getroffen werden und muss einvernehmlich verlaufen. Einigen Sie sich deshalb mit Ihrem Arbeitgeber über eine sinnvolle Verteilung Ihrer Arbeitszeit. 

2. Setzen Sie Ihr Recht auf Arbeitszeitkürzung durch.

Sie haben einen gesetzlichen Anspruch darauf, Ihre Arbeitszeit zu verkürzen. Ihr Arbeitgeber braucht extrem gute Gründe dafür, einen dementsprechenden Antrag abzulehnen. Setzen Sie Ihren Wunsch also im Zweifelsfall mithilfe eines Rechtsanwaltes vor Gericht durch. Manchmal kann auch nur die Androhung einer Klage zum Durchbruch führen. Finden Sie auf unserer Seite einen Rechtsanwalt in Ihrer Region.  

3. Sie haben kein Recht auf Arbeitszeitaufstockung.

Obwohl Sie das Recht genießen, Ihre Arbeitszeit zu kürzen, ist das keineswegs für das Gegenteil der Fall. Sie haben keinen Anspruch darauf, Ihre Arbeitszeit aufzustocken, beispielsweise von der Teilzeit in die Vollzeit. Überlegen Sie sich also eine Arbeitszeitkürzung gut, denn Sie ist nicht so einfach rückgängig zu machen. 

4. Lassen Sie Ihren Vertrag als Arbeitnehmer auf Abruf prüfen.

Eine Anstellung als Arbeitnehmer auf Abruf bedarf einer vertraglichen Vereinbarung. Es ist Ihnen dringend zu empfehlen, den Vertragsentwurf von einem Rechtsanwalt überprüfen zu lassen. Nutzen Sie hierzu unsere Online-Rechtsberatung. 


Für Arbeitgeber

Top-Fragen zum Thema Teilzeit für Arbeitgeber

1. Welche Schlechterstellung von Teilzeitbeschäftigten ist erlaubt?

Es müssen jederzeit sachliche Gründe für eine Schlechterstellung vorliegen. Eine Schlechterstellung ist beispielsweise nicht gestattet in den Aspekten der betrieblichen Altersvorsorge, der Arbeitszeitverringerung oder Nachtzuschlägen. Eine Andersbehandlung ist hingegen bei der Abfindung, Überstundenzuschlägen oder der Bildschirmarbeit zulässig. Wenn Sie sich bei einem bestimmten Aspekt unsicher sind, sollten Sie einen Rechtsanwalt kontaktieren. Nutzen Sie hierzu unsere telefonische Rechtsberatung. 

2. Muss ich Anträgen auf Teilzeitbeschäftigung immer stattgeben?

Zunächst ist der Anspruch auf Arbeitszeitverringerung nur dann gegeben, wenn der betroffenen Arbeitnehmer mindestens sechs Monate in Ihrem Betrieb tätig ist und dieser mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt. Aber auch wenn diese Grundvoraussetzungen gegeben sind, müssen Sie nicht jedem Antrag auf Teilzeit zustimmen. Die Verkürzung der Arbeitszeit muss Ihrem Betrieb nämlich zumutbar sein. Wenden Sie sich bei Fragen an einen Rechtsanwalt. Nutzen Sie hierzu unsere telefonische Rechtsberatung. 

3. Müssen Teilzeitbeschäftigte an Fortbildungen teilnehmen können?

Prinzipiell gilt, dass Fortbildungen und andere betriebliche Events zeitlich so gelegt werden müssen, dass in Teilzeit beschäftigte Arbeitnehmer daran teilnehmen können. Die Ausnahme hierzu ist, dass der Teilnahme der Teilzeitbeschäftigten dringliche betriebliche Bedürfnisse entgegenstehen. Wenden Sie sich bei speziellen Fragen mithilfe unserer telefonischen Rechtsberatung an einen Rechtsanwalt. 

Top-Tipps zum Thema Teilzeit für Arbeitgeber

1. Geben Sie die Verteilung der Arbeitszeit nicht einseitig vor.

Sie sind nicht dazu befugt, die Verteilung der Arbeitszeit Ihrer Arbeitnehmer einseitig zu bestimmen. Eine einvernehmliche Einigung muss erfolgen. Suchen Sie also das Gespräch mit Ihren Arbeitnehmern und finden Sie eine allseits passende Lösung.  

2. Prüfen Sie vor der Ausschreibung einer Stelle die Möglichkeit der Teilzeit.

Sie sind rechtlich dazu verpflichtet, vor dem Ausschreiben einer Stelle zu prüfen, ob diese sich für einen in Teilzeit beschäftigten Arbeitnehmer eignet. Wenn ja, müssen Sie diese in der Stellenausschreibung dementsprechend kennzeichnen. 

3. Informieren Sie den Betriebsrat über Teilzeitplätze.

Der Betriebsrat hat ein Recht darauf, zu erfahren, ob in Ihrem Unternehmen Teilzeitplätze zur Verfügung stehen. Informieren Sie also den Betriebsrat regelmäßig über die aktuelle Verfügbarkeit von Teilzeitstellen. 

4. Seien Sie bei der Ablehnung von Anträgen auf Teilzeitbeschäftigung vorsichtig.

Da Arbeitnehmer grundsätzlich ein Recht auf Arbeitszeitminderung genießen, müssen Sie bei der Ablehnung eines entsprechenden Antrages extrem vorsichtig sein. Denn hierfür benötigen Sie einen stichhaltigen Grund. Wenden Sie sich bei Fragen an einen Rechtsanwalt. Nutzen Sie hierzu unsere telefonische Rechtsberatung. 

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