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Ratgeber zum Thema Scheidung

Verfasst am 6. Juni 2020

Definition "Scheidung"
Scheidung ist die offizielle Auflösung einer Ehe.
fotolia.com/monkey_business

Alles rund um die Scheidung

In Deutschland wird beinahe jede zweite Ehe wieder aufgelöst. Solch ein Schritt hat, neben den Veränderungen im alltäglichen Leben, auch weitreichende juristische Auswirkungen.

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Voraussetzungen für eine Scheidung

Bestimmte Voraussetzungen müssen gegeben sein, sodass ein Gericht eine Ehe auflöst. Hierzu gehört zunächst das Zerrüttungsprinzip. Dieses besagt, dass eine Ehe nur dann geschieden werden kann, wenn keine Möglichkeit ihres Wiederaufbaus mehr besteht. Es darf keine Aussicht auf Verbesserung der Situation geben und die Lebensgemeinschaft muss als gescheitert anzusehen sein. Dies ist in der Regel der Fall, wenn keinerlei innere Bindung mehr zwischen den Ehepartnern besteht. Außerdem muss, gem. Scheidungsrecht, ein Trennungsjahr eingehalten werden. In diesem Jahr der Trennung müssen die beiden Ehegatten nachweislich getrennt voneinander leben. Erst dann kann die Ehescheidung vollzogen werden. Die Trennung kann allerdings auch innerhalb eines Hauses oder sogar innerhalb einer Wohnung stattfinden. Entscheidendes Kriterium ist allerdings, die sogenannte „Trennung von Bett und Tisch“, welche besagt, dass die Ehepartner keinen gemeinsamen Haushalt mehr führen und Tätigkeiten wie Kochen und beispielsweise auch Waschen jeweils getrennt voneinander selbst erledigen.

Unwiderlegbares Scheitern einer Ehe

Eine Ehe ist lediglich in zwei Fällen unwiderlegbar gescheitert und muss vom Gericht aufgelöst werden. Dies ist zum einen der Fall, wenn die beiden Ehegatten für mehr als drei Jahre getrennt voneinander leben. Aber auch eine einvernehmliche Scheidung, die Einhaltung des Trennungsjahres vorausgesetzt, muss vom Gericht anerkannt werden. In Ausnahmefällen kann das Trennungsjahr allerdings verkürzt werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Ehepartner gewalttätig gegenüber dem anderen ist und aufgrund dessen eine Härtefallscheidung möglich ist.

Vorgehen bei einer Scheidung

Der erste Schritt im Falle des beidseitigen Scheidungswunsches ist die Trennung der Ehegatten voneinander. Wenn möglich, sollten die Partner das Getrenntleben außerdem dokumentieren. Dies ist unter anderem durch eine Meldebestätigung denkbar. Nach mindestens einem Trennungsjahr kann die Scheidung beim zuständigen Familiengericht beantragt werden. Für einen gültigen Antrag auf Ehescheidung sind folgende Unterlagen notwendig: Heiratsurkunde, Formulare für den Versorgungsausgleich, ggf. Ehevertrag und Geburtsurkunden von minderjährigen Kindern. Darüber hinaus muss der Scheidungsantrag von einem Anwalt eingereicht werden, da vor dem Familiengericht Anwaltszwang herrscht. Derjenige Partner, der den Antrag stellt, muss sich also zwingend anwaltlich vertreten lassen. Nutzen Sie unsere Webseite, um einen qualifizierten Fachanwalt in Ihrer Region zu finden. 

Der gerichtliche Scheidungstermin

Sobald beide Ehepartner dem Antrag zugestimmt haben, erhalten Sie eine Ladung zum Scheidungstermin im Gericht. Dort müssen beide Partner persönlich erscheinen. Aufgrund dieser Anwesenheitspflicht müssen Arbeitnehmer für die Dauer des gerichtlichen Termins freigestellt werden. Folgende Unterlagen sind von beiden Parteien zum Scheidungstermin mitzubringen: Den jeweiligen Personalausweis und die gerichtliche Ladung, die Heiratsurkunde im Original, Abstammungs- bzw. Geburtsurkunden möglicher Kinder im Original und ggf. den Ehevertrag im Original. Eine Kleiderordnung gibt es für den Gerichtstermin im Übrigen nicht. Am Ende des Scheidungstermins wird der Scheidungsbeschluss verlesen. Die Ehescheidung ist damit allerdings noch nicht rechtskräftig, bzw. wirksam. Beide Ex-Partner haben nach der schriftlichen Zustellung des Beschlusses einen Monat Zeit, um Rechtsmittel dagegen einzulegen. Geht keine der beiden Parteien gegen die Entscheidung des Gerichts vor, ist die Scheidung nach Ablauf der Frist automatisch wirksam und rechtskrätig.

In jedem Fall sollten Sie sich allerdings von einem geeigneten Rechtsanwalt beraten und vertreten lassen. Denn wer sich im Scheidungsverfahren selbst vertritt, ist unter Umständen der Willkür der jeweils anderen Partei schutz- und beratungslos ausgesetzt.

Kosten einer Scheidung

Die Scheidungskosten können durchaus bedeutend sein, hängen jedoch stark von der Einigkeit der beiden Parteien ab. Erfolgt die Scheidung einvernehmlich, können Gerichtskosten und Anwaltskosten in der Regel niedrig gehalten werden. Gibt es jedoch strittige Punkte, so kann dies die Kosten in die Höhe treiben. Eine pauschale Aussage über die Kosten einer Scheidung lässt sich nicht treffen.

Zugewinnausgleich

Wenn nicht anders in einem Ehevertrag vereinbart, wird bei einer Scheidung der während der Ehe eingetretene Vermögenszuwachs ausgeglichen. Hierzu wird zunächst sowohl das Anfangsvermögen, als auch das Endvermögen festgestellt. Die Differenz dazwischen wird als Zugewinn bezeichnet und wird zwischen den Ehepartnern ausgeglichen. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in unserem Ratgeber zur Zugewinngemeinschaft.

Versorgungsausgleich

Ähnlich wie beim Zugewinnausgleich werden durch den Versorgungsausgleich auch die Ansprüche auf Altersvorsorge ausgeglichen. Bei kinderlosen Ehepaaren und Ehen von „Doppelverdienern“ muss dies zwingend vom Familiengericht durchgeführt werden. Bei einer weniger als drei Jahre langen Ehe entfällt der Versorgungsausgleich.

Ehegattenunterhalt

Hier unterscheidenden wir zwischen Trennungsunterhalt, also dem Unterhalt während der Trennung, und Geschiedenenunterhalt. Der sogenannte nacheheliche Unterhalt wird nach Auflösung der Ehe als finanzieller Ausgleich gezahlt. Der Anspruch auf Unterhalt richtet sich nach der Bedürftigkeit des Unterhaltsbegehrenden, nach dem konkreten Bedarf und nach der Leistungsfähigkeit des Unterhaltsverpflichteten.

Was ist nach der erfolgreichen Scheidung zu tun?

Zunächst sollten Sie Ihren Arbeitgeber, das zuständige Finanzamt und Ihre Krankenversicherung über die Scheidung informieren. Bei Ihrer Bank können Sie eventuelle Kontovollmachten aufheben und das gemeinschaftliche Konto auflösen, falls dieses nach dem Trennungsjahr noch besteht. Gegebenenfalls sollten Sie außerdem eigene Versicherungen abschließen, das Auto auf Sie ummelden und Ihr Testament ändern. Bei Namensänderungen müssen Sie zudem neue Ausweisdokumente beantragen.

Rechtsberatung rund um die Scheidung

Wenn Sie sich vorher ohne finanzielles Risiko über eine mögliche Scheidung informieren möchten telefonieren Sie einfach mit einem Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Familienrecht. Die Deutsche Rechtsanwaltshotline hilft seit 2005 hunderttausenden Rechtsuchenden schnell, preiswert und kompetent.

 

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Top-Fragen zum Thema Scheidung

1. Wie lange dauert eine Scheidung?

Zunächst müssen die Ehepartner das Trennungsjahr einhalten, also für die Dauer von mindestens einem Jahr getrennt voneinander Leben. Erst dann kann eine Scheidung erfolgen. Die Dauer des Gerichtsverfahrens hängt stark von den Ehepartnern ab. Wenn die Scheidung einvernehmlich erläuft, kann sie schnell ablaufen. Wenn es jedoch Streitigkeiten gibt, kann sich der Scheidungsprozess durchaus in die Länge ziehen. Es lässt sich hier also keine pauschale Aussage treffen. Ein schnelleres Scheidungsverfahren dauert ca. ein halbes Jahr.

2. Was kostet eine Scheidung?

Bei denKosten einer Scheidung kommt es stark darauf an, ob und wie viele Streitigkeiten es gibt. Wenn eine Scheidung jedoch im Einvernehmen verläuft, können hohe Anwaltskosten und Gerichtskosten verhindert werden. Im Falle von schwierigen Prozessen mit vielen Streitpunkten können jedoch sehr hohe Kosten anfallen. Eine eindeutige Aussage lässt sich nicht treffen.

3. Wer trägt die Kosten für die Scheidung?

Zunächst muss der Antragsteller an das Gericht eine Kostenvorauszahlung leisten, welche sich an den voraussichtlichen Gerichtskosten orientiert. Am Ende des Prozesses entscheidet das Gericht, wie die Kosten aufzuteilen sind. Oftmals werden die Gerichtskosten halbiert und jede Partei trägt ihre eigenen Anwaltskosten. Wenn, wie bei einer einvernehmlichen Scheidung oft der Fall, nur ein Anwalt involviert ist, teilen sich beide Parteien meist die Kosten hierfür. Das Gericht trifft jedoch bei jedem Fall eine individuelle Entscheidung.

4. Wer erhält das Sorgerecht für die gemeinsamen Kinder?

Wenn vor dem Familiengericht kein Sorgerechtsantrag gestellt wird und das Jugendamt nicht wegen einer Gefährdung des Kindes eingreift, so erhalten beide Elternteile in der Regel ein gemeinsames Sorgerecht. Wenn ein Elternteil jedoch einen Antrag auf Sorgerecht stellt, so kann einem Elternteil durchaus das alleinige Sorgerecht zugesprochen werden.

5. Wo wohnt das gemeinsame Kind?

Hierfür gibt es drei verschiedene Modelle. Zunächst kann das gemeinsame Kind vollständig bei einem Elternteil wohnen. Auch ein Wechselmodell ist denkbar. In diesem zieht das Kind in regelmäßigen Abständen von einem Elternteil zum anderen. Das sogenannte Nestmodell beinhaltet hingegen, dass das Kind in der gemeinsamen Ehewohnung bleibt und die beiden Elternteile in regelmäßigen Abständen abwechselnd ein- und ausziehen. Wenn man sich hier nicht einig werden kann, so muss ein Familiengericht entscheiden.

6. Brauche ich einen Rechtsanwalt?

Ja, bei einem Scheidungsverfahren besteht die sogenannte Anwaltspflicht. Denn ein Antrag auf Scheidung kann ausschließlich von einem Rechtsanwalt gestellt werden. Es ist also auch bei einer einvernehmlichen Scheidung notwendig, einen Anwalt hinzuzuziehen.

7. Kann eine Scheidung verweigert werden?

Beantragt ein Ehegatte die Scheidung und der Andere verweigert diese, so muss der Antragsteller darlegen, dass die Ehe gescheitert ist. Hier gelten das oben erläuterte Zerrüttungsprinzip und die Einhaltung eines Trennungsjahres. Wenden Sie sich bei Fragen an einen Rechtsanwalt. Nutzen Sie hierzu unsere telefonische Rechtsberatung.

8. Wer muss Unterhalt zahlen?

Viele Leute glauben irrtümlich, dass derjenige, der den Scheidungsantrag stellt auch unterhaltspflichtig ist, weil er die Scheidung quasi verursacht hat. Dies ist falsch. Bei der Beurteilung von Unterhaltsansprüchen zählen einzige und allein finanzielle Aspekte. Ein Antrag auf Unterhalt muss vor Gericht gestellt werden und die Ansprüche werden dann vom Gericht festgestellt.

9. Wer darf in der gemeinsamen Wohnung bleiben?

Wenn sich die beiden Ehegatten in dieser Frage nicht einig werden können, so wird durch das Gericht zunächst eine Wohnungszuweisung für die Dauer der Trennungsphase geregelt. Für die Zeit nach der Scheidung kann das Gericht im Zuge des Scheidungsurteils auch eine Entscheidung treffen.

10. Welche Auswirkungen hat eine Scheidung auf das Erbrecht?

Das gesetzliche Erbrecht entfällt im Zuge der Scheidung für den Ex-Gatten. Auch mögliche Testamente, bzw. gemeinschaftliche Testamente und Erbverträge verlieren ihre Gültigkeit.

Top-Tipps zum Thema Scheidung

1. Ziehen Sie frühzeitig einen Scheidungsanwalt hinzu.

Eine Scheidung kann juristisch extrem kompliziert werden, insbesondere wenn die beiden Parteien sich uneinig sind. Ziehen Sie deshalb frühzeitig einen erfahrenen Rechtsanwalt hinzu, sodass dieser sich ein Bild von Ihrer Situation machen kann. Er kann Ihnen auch bei der Berechnung von möglichen Unterhaltsansprüchen behilflich sein. Finden Sie auf unserer Webseite den passenden Anwalt in Ihrer Region.

2. Beachten Sie steuerliche Aspekte der Scheidung.

Verheiratete Leute genießen in steuerlichen Aspekten eine Sonderstellung. Mit der Scheidung ändert sich dies. Von Fall zu Fall kann das negative, aber manchmal auch positive Auswirkungen für Sie haben. Diskutieren Sie Ihre Situation mit einem Rechtsanwalt. Nutzen Sie hierzu unsere telefonische Rechtsberatung.

3. Sie haben ein Umgangsrecht mit Ihren Kindern.

Auch wenn Ihnen nicht das Sorgerecht zugesprochen wurde, genießen Sie ein Umgangsrecht mit Ihren Kindern. Sie haben also ein Anrecht auf regelmäßigen und persönlichen Kontakt zu Ihren Kindern. Die einzige Ausnahme hierzu ist, wenn Ihnen das Umgangsrecht aufgrund einer akuten Gefährdung des Kindeswohls entzogen wurde. Bestehen Sie also auf Ihr Umgangsrecht. Der Sorgeberechtigte ist dazu verpflichtet, ihnen den Zugang zu Ihrem Kind zu ermöglichen. Schalten Sie im Zweifelsfall einen Rechtsanwalt ein. Finden Sie den passenden Anwalt auf unserer Seite.

4. Der Kindeswillen wird in Sorgerechtsfragen berücksichtigt.

Es ist wichtig, zu wissen, dass der Wille des Kindes bei Sorgerechtsfragen berücksichtigt wird. Ab einem Alter von 14 Jahren ist es juristisch beinahe unmöglich, eine Sorgerechtsentscheidung zu treffen, welche dem Kindeswillen entgegensteht. Aber auch jüngere Kinder werden vor Gericht angehört und deren Meinung mit zunehmendem Alter mehr und mehr berücksichtigt.

5. Erwägen Sie eine Mediation.

Insbesondere wenn Sie an einer gütlichen Scheidung interessiert sind, beispielsweise wegen gemeinsamer Kinder, sollten Sie eine Mediation erwägen. Ein zum Mediator ausgebildeter Rechtsanwalt kann zwischen beiden Parteien vermitteln und Ihnen dabei helfen, eine Scheidungsvereinbarung zu treffen, welche für alle Seiten tragbar ist. Finden Sie auf unserer Seite den passenden Rechtsanwalt in Ihrer Region.

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