Ratgeber 07.09.2020

Erbmasse

Was ist die Erbmasse?

Die Erbmasse beinhaltet den gesamten Besitz des Erblassers. Dieser geht nach seinem Tod auf den Erben bzw. die Erbengemeinschaft über. Der genaue Umfang des Nachlassvermögens ergibt sich aus der Differenz von Aktivnachlass und Passivnachlass. Ersterer besteht aus den Vermögenswerten in Form von Grundstücken, Immobilien, Unternehmen, Bankguthaben, Aktien oder Bausparverträgen. Nicht enthalten sind sogenannte höchstpersönliche Pflichten wie Rentenansprüche oder Rechte, die an die Person des Erblassers gebunden sind. Dazu gehört unter anderem auch Vermögen aus einer Lebensversicherung, das direkt in den Besitz des Begünstigten übergeht. Der Passivnachlass setzt sich hingegen aus den Schulden des Erblassers sowie seinen gesetzlichen oder vertraglichen Pflichten zusammen. Außerdem können die Kosten für die Bestattung des Erblassers sowie Auskunfts- und Wertermittlungskosten abgezogen werden. Die Erbschaftssteuer und Kosten für die Erbauseinandersetzung gehören nicht zum Passivnachlass.

Zugewinnausgleich

Weitere Posten, die zur Erbmasse gehören und vom Vermögen abgezogen werden, sind die Ansprüche des Ehepartners oder Lebenspartners auf einen Zugewinnausgleich. Wenn eine Gütergemeinschaft bestand, hat der überlebende Ehegatte einen Anspruch auf die Hälfte des gemeinsamen Vermögens. Dementsprechend gehören ihm die Hälfte des Geldes, das auf einem gemeinsamen Bankkonto lagert und die Hälfte des gemeinsamen Hauses. Diese Vermögenswerte werden bei der Berechnung der Erbmasse daher nicht berücksichtigt. Außerdem hat der Partner nach § 1371 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zusätzlich zu seinem Erbteil einen Anspruch auf ein Viertel der Erbschaft. Auch im Fall einer Enterbung kann der überlebende Ehegatte einen Pflichtteil und Zugewinnausgleich verlangen, der individuell anhand der Erbmasse berechnet wird.

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Voraus des Ehepartners

Außerdem hat der Ehepartner nach § 1932 BGB einen Anspruch auf den sogenannten Voraus. Dazu gehören Gegenstände wie Möbel, Geschirr und gemeinsam genutzte Fahrzeuge, die für die Führung des ehelichen Haushalts benötigt werden. Daher werden sie nicht in das Nachlassvermögen aufgenommen. Der Anspruch auf den Voraus besteht jedoch nur, wenn der Ehepartner ein gesetzlicher Erbe ist. Bei einer Erbverteilung aufgrund eines Testaments oder Erbvertrags oder auch im Fall einer Enterbung geht der Voraus wie der Rest der Erbmasse in den Besitz des Erben über.

Erbschaftssteuer

Die Erbschaftssteuer wird auf Basis der Erbmasse berechnet und vom Finanzamt eingefordert. Ausschlaggebend ist dabei der Wert der Nachlassgegenstände am Todestag des Erblassers. Dieses Vorgehen wurde insbesondere für die Bewertung von Vermögen in Form von Aktien oder Devisen, deren Wert sich täglich verändern kann, entwickelt. Die Höhe der Erbschaftssteuer ist vom Umfang der Erbmasse abhängig und liegt zwischen 7% und 50 %. Je nach Verwandtschaftsgrad zwischen dem Erblasser und dem Erben gibt es außerdem unterschiedlich hohe steuerliche Freibeträge, für die keine Steuer anfällt. Weitere Fragen zur Erbschaftssteuer beantwortet einer unserer Rechtsanwälte gerne.

Ratgeber zu Thema Erbfall/Erbmasse

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