fbpx

Anwalt vor Ort finden

Rechtsanwälte in Ihrer Nähe

Anwalt finden

Mit einem Anwalt sprechen

Schnell am Telefon Hilfe erhalten

Anwalt anrufen

Schriftliche Frage stellen

Rechtsanwalt antwortet schriftlich

Jetzt buchen

Ratgeber zum Thema Erbmasse

Verfasst am 7. September 2020

Definition "Erbmasse"
Als Erbmasse bezeichnet man das Vermögen des Erblassers nach seinem Tod.
fotolia.com/Joachim Lechner

Was ist die Erbmasse?

Die Erbmasse beinhaltet den gesamten Besitz des Erblassers. Dieser geht nach seinem Tod auf den Erben bzw. die Erbengemeinschaft über. Der genaue Umfang des Nachlassvermögens ergibt sich aus der Differenz von Aktivnachlass und Passivnachlass. Ersterer besteht aus den Vermögenswerten in Form von Grundstücken, Immobilien, Unternehmen, Bankguthaben, Aktien oder Bausparverträgen. Nicht enthalten sind sogenannte höchstpersönliche Pflichten wie Rentenansprüche oder Rechte, die an die Person des Erblassers gebunden sind. Dazu gehört unter anderem auch Vermögen aus einer Lebensversicherung, das direkt in den Besitz des Begünstigten übergeht. Der Passivnachlass setzt sich hingegen aus den Schulden des Erblassers sowie seinen gesetzlichen oder vertraglichen Pflichten zusammen. Außerdem können die Kosten für die Bestattung des Erblassers sowie Auskunfts- und Wertermittlungskosten abgezogen werden. Die Erbschaftssteuer und Kosten für die Erbauseinandersetzung gehören nicht zum Passivnachlass.

Kostenlose Erstberatung beantragen

Ihre Daten werden, streng vertraulich, nur an einen einzigen Rechtsanwalt übermittelt.

image

Zugewinnausgleich

Weitere Posten, die zur Erbmasse gehören und vom Vermögen abgezogen werden, sind die Ansprüche des Ehepartners oder Lebenspartners auf einen Zugewinnausgleich. Wenn eine Gütergemeinschaft bestand, hat der überlebende Ehegatte einen Anspruch auf die Hälfte des gemeinsamen Vermögens. Dementsprechend gehören ihm die Hälfte des Geldes, das auf einem gemeinsamen Bankkonto lagert und die Hälfte des gemeinsamen Hauses. Diese Vermögenswerte werden bei der Berechnung der Erbmasse daher nicht berücksichtigt. Außerdem hat der Partner nach § 1371 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zusätzlich zu seinem Erbteil einen Anspruch auf ein Viertel der Erbschaft. Auch im Fall einer Enterbung kann der überlebende Ehegatte einen Pflichtteil und Zugewinnausgleich verlangen, der individuell anhand der Erbmasse berechnet wird.

Voraus des Ehepartners

Außerdem hat der Ehepartner nach § 1932 BGB einen Anspruch auf den sogenannten Voraus. Dazu gehören Gegenstände wie Möbel, Geschirr und gemeinsam genutzte Fahrzeuge, die für die Führung des ehelichen Haushalts benötigt werden. Daher werden sie nicht in das Nachlassvermögen aufgenommen. Der Anspruch auf den Voraus besteht jedoch nur, wenn der Ehepartner ein gesetzlicher Erbe ist. Bei einer Erbverteilung aufgrund eines Testaments oder Erbvertrags oder auch im Fall einer Enterbung geht der Voraus wie der Rest der Erbmasse in den Besitz des Erben über.

Erbschaftssteuer

Die Erbschaftssteuer wird auf Basis der Erbmasse berechnet und vom Finanzamt eingefordert. Ausschlaggebend ist dabei der Wert der Nachlassgegenstände am Todestag des Erblassers. Dieses Vorgehen wurde insbesondere für die Bewertung von Vermögen in Form von Aktien oder Devisen, deren Wert sich täglich verändern kann, entwickelt. Die Höhe der Erbschaftssteuer ist vom Umfang der Erbmasse abhängig und liegt zwischen 7% und 50 %. Je nach Verwandtschaftsgrad zwischen dem Erblasser und dem Erben gibt es außerdem unterschiedlich hohe steuerliche Freibeträge, für die keine Steuer anfällt. Weitere Fragen zur Erbschaftssteuer beantwortet einer unserer Rechtsanwälte gerne.

Ratgeber zu Thema Erbfall/Erbmasse

Lesen Sie alles rund um das Thema Erben in unserem Ratgeber zum Erbfall

Rechtsberatung zur Erbmasse

Unmittelbare Rechtsberatung rund um die Themen Erbe und Erbmasse erhalten Sie von unseren Rechtsanwälte mit Schwerpunkt Erbrecht. Hier erhalten Sie telefonische Rechtsberatung zum Erbrecht zum Festpreis!

Haben Sie eine Frage rund um Erbmasse und suchen die passende Rechtsberatung?
Telefonische Rechtsberatung
preiswert für 29€ (15 Minuten)

inkl. 19% USt.Weil kompetente Rechtsberatung besser ist, als kostenlose.
Jetzt direkt am Telefon, durch erfahrene Anwälte.
Anwalt anrufen

Top-Fragen zum Thema Erbmasse

1. Was gehört zur Erbmasse?

Zur Erbmasse gehört das gesamte Vermögen des Erblassers. Dieses beinhaltet neben Geldmitteln auch Grundbesitz oder Wertgegenstände. Auch Bankkonten, Aktien, Bargeld, Immobilien, Fahrzeuge und persönliche Gegenstände sind Teil der Erbmasse. War der Erblasser Miteigentümer an einer Sache, wird sein Eigentumsanteil ebenfalls vererbt. Zur Erbmasse gehören jedoch nicht nur Vermögenssachen, sondern auch Verpflichtungen, Darlehen und Schulden, die vom Gesamtvermögen abgezogen werden. Werte aus Lebensversicherungen, Fremdgelder oder nicht vererbliche Vermögenspositionen gehören hingegen nicht zur Erbmasse. Auch Kosten für die Erstellung eines Erbscheins, die Grabpflege oder die Erbschaftssteuer können nicht abgezogen werden. 

2. Wie wird die Erbmasse ermittelt?

Nach dem Tod des Erblassers ist es meist schwierig, den genauen Umfang der Erbmasse zu ermitteln. Zum einen unterliegen etwa Aktien oder Wertanlagen zeitweisen Schwankungen, zum anderen hängt die Wertermittlung bei Immobilien und Fahrzeugen von zahlreichen Faktoren ab. Daher wurde in § 2311 BGB das sogenannte Stichtagsprinzip festgelegt, nach dem der Wert des Vermögens am Todestag des Erblassers entscheidend ist. Außerdem ist es in Bezug auf Immobilien ratsam, einen Sachverständigen mit der Berechnung zu beauftragen. Dieser ist in der Lage, den jeweiligen Bodenrichtwert und Verkehrswert zuverlässig zu bestimmen. Bei der anschließenden Ermittlung der einzelnen Erbteile und der Berechnung der Erbschaftssteuer unterstützt Sie einer unserer Rechtsanwälte für Erbrecht gerne.

3. Wer ermittelt die Erbmasse?

Im Normalfall ermitteln der Erbe oder die Erbengemeinschaft den Umfang der Erbmasse. Nach der Testamentseröffnung beantragen diese einen Erbschein, mithilfe dessen sie unter anderem Zugriff auf die Bankkonten erhalten. So kann die Erbmasse nach und nach ermittelt und ein Nachlassinventar errichtet werden. Im Zweifelsfall sollte jedoch ein Sachverständiger hinzugezogen werden, der über die Verkehrswerte einzelner Erbstücke informiert ist und so deren Wert ermitteln kann. Sind keine Erben vorhanden, wird ein Nachlasspfleger beauftragt, der eine Übersicht über die Erbmasse erstellt.

4. Wie wird die Erbmasse aufgeteilt?

Die Erbmasse wird gemäß den Wünschen des Erblassers aufgeteilt. Liegt kein Testament oder Erbvertrag vor, tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft. Demnach erhalten der Ehepartner oder Lebenspartner sowie die Abkömmlinge erster, zweiter bzw. dritter Ordnung ihren gesetzlichen Anteil. Zusätzlich hat der Ehegatte Anspruch auf den sogenannten Voraus. Dieser besteht aus den Gegenständen, die für die Weiterführung des gemeinsamen Haushaltes benötigt werden.

Gibt es ein Testament, geht die Erbmasse auf den Erben oder die Erbengemeinschaft über. Bei letzterer wird ein Nachlassinventar erstellt, auf dessen Grundlage die Erbauseinandersetzung stattfindet. Zusätzlich können einzelne Personen ein Vermächtnis etwa in Form eines Gegenstands erhalten. Sie haben weitere Fragen zur Verteilung der Erbmasse? Einer unserer Rechtsanwälte für Erbrecht hilft Ihnen gerne weiter.

5. Wer verteilt die Erbmasse?

Die Erbmasse wird nicht verteilt, sondern geht mit dem Tod des Erblassers automatisch in den Besitz der einzelnen Erben über. Sind mehrere Erben vorhanden, wird eine Erbengemeinschaft gebildet, die den Nachlass im Rahmen einer Erbauseinandersetzung unter sich aufteilt. Dabei ist es ratsam, einen Erbauseinandersetzungsvertrag zu erstellen, der die genaue Aufteilung regelt. Sie sind unsicher, ob Ihr Vertrag alle wichtigen Punkte beinhaltet? Lassen Sie ihn hier schnell und unkompliziert überprüfen.

6. Was zählt für die Berechnung vom Pflichtteil zur Erbmasse?

Die Erbmasse setzt sich aus dem Besitz des Verstorbenen zusammen. Neben seinem Vermögen gehören dazu Immobilien und Wertgegenstände, aber auch Schulden oder Verpflichtungen. Der Pflichtteil wird auf Basis vom Reinnachlass berechnet, bei dessen Ermittlung die Schulden (Passivnachlass) vom Vermögen (Aktivnachlass) abgezogen werden. Hat der Erblasser zu seinen Lebzeiten Schenkungen vorgenommen, besteht außerdem ein Anspruch auf eine Pflichtteilsergänzung. Das ist jedoch nur der Fall, wenn die Schenkung weniger als zehn Jahre vor dem Eintritt des Erbfalls stattgefunden hat. Außerdem verringert sich der Wert jedes Jahr um 10 %. Sie haben weitere Fragen zum Thema Pflichtteil? Lassen Sie sich von einem Rechtsanwalt für Erbrecht beraten.

Top-Tipps zum Thema Erbmasse

1. Errichten Sie Ihr Testament frühzeitig.

So lästig es auch ist – Sie sollten Ihr Testament bereits zu Lebzeiten errichten. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass die Erbmasse auf die Ihnen ausgewählten Personen übergeht. Um es Ihren zukünftigen Rechtsnachfolgern etwas leichter zu machen, sollten Sie außerdem Ihre Unterlagen sortieren und Vollmachten für die Bankkonten ausstellen. Auch über Hinweise zu eventuellen Verträgen oder Schulden werden Ihre Erben bestimmt sehr dankbar sein. Im Idealfall sollten Sie daher schon im Voraus alles besprechen und die entsprechenden Regelungen treffen. So haben Sie unter anderem die Möglichkeit, die genaue Organisation Ihres Begräbnisses abzuklären. Sie sind unsicher, ob Sie alle nötigen Vorkehrungen getroffen haben? Einer unserer Rechtsanwälte für Erbrecht beantwortet Ihre Fragen gerne.

2. Überprüfen Sie den Umfang der Erbmasse so schnell wie möglich.

Sobald Sie von Ihrem Erbe erfahren haben, sollten Sie sich so schnell wie möglich über die genaue Zusammensetzung der Erbmasse informieren. Anstelle von Geld und Immobilien können Sie nämlich auch nur Schulden geerbt haben. Ist das der Fall, ist es ratsam, das Erbe auszuschlagen oder einen Nachlasspfleger hinzuzuziehen. Auf diese Weise bleibt die Haftung nämlich auf die Erbmasse begrenzt und Ihr Vermögen bleibt unberührt. Für die übrigen Schulden muss eine Nachlassinsolvenz beantragt werden. In der Regel melden sich in einem solchen Fall die Gläubiger beim Insolvenzverwalter und fordern ihren Anteil ein. Das übrige Vermögen verbleibt dann in Ihrem Besitz. Sie haben weitere Fragen zum Vorgehen bei einer Erbmasse voller Schulden? Rufen Sie am besten noch heute an und lassen Sie sich beraten.

3. Lassen Sie sich bei der Erstellung des Nachlassinventars von einem Sachverständigen beraten.

Enterbte Angehörige oder Ehepartner haben einen Pflichtteilsanspruch und können für dessen Berechnung einen Antrag auf die Erstellung eines Nachlassinventars einreichen. Sie sind in einem solchen Fall dazu verpflichtet, eine genaue Auflistung aller Verbindlichkeiten und Nachlassgegenstände zu erstellen, auf deren Basis der Pflichtteil berechnet werden kann. Gerade bei der Ermittlung des Wertes von Immobilien oder Gegenständen kommt es dabei häufig zu Unsicherheiten. Daher besteht die Möglichkeit, lediglich eine Beschreibung einzufügen und den Wert vom Nachlassgericht ermitteln zu lassen. Gerade bei wertvollen Erbstücken ist es jedoch ratsam, einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der den genauen Wert ermittelt und Sie vor unnötig hohen Zahlungen bewahrt. Im Anschluss daran müssen Sie das Inventar in jedem Fall von einem Notar oder dem Nachlassgericht beglaubigen lassen. Hier finden Sie einen Notar in Ihrer Nähe, der Sie dabei unterstützt.

weitere Ratgeberseiten

Kompetente Rechtsberatung zu diesem Thema bieten diese ausgewählten Anwälte:

Services zu diesem Thema:

Zu diesem Thema mit einem Anwalt sprechen!

29*

15 Minuten

    • 15 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Antwort auf eine konkrete kurze Fragestellung

Jetzt buchen

49*

30 Minuten

meistgekauft

    • 30 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Juristische Erläuterung des Problems & Handlungsempfehlung

Jetzt buchen

69*

45 Minuten

    • 45 Minuten Telefonat mit einem Anwalt
    • Diskussion eines komplexeren Problems und konkrete Tipps

Jetzt buchen

Haben Sie eine Frage zu diesem Thema und suchen die passende Rechtsberatung?

Anwalt anrufen