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Ratgeber zum Thema Testamentsanfechtung

Verfasst am 11. August 2020

Definition "Testamentsanfechtung"
Die Anfechtung eines Testaments hat den Zweck dieses für rechtlich unwirksam zu erklären.
Fotolia.com/sebra

Was ist eine Testamentsanfechtung?

Die Anfechtung eines Testaments hat den Zweck ein Testament als nichtig bzw. unwirksam zu erklären. Für die Unwirksamkeit dieser letztwilligen Verfügung bedarf es eines Anfechtungsgrundes sowie einer Anfechtungserklärung. Entscheidend ist, dass das Testament nach einer erfolgreichen Anfechtung als von Anfang an unwirksam anzusehen ist, d.h. es ist möglich, dass unrechtmäßige Erben beispielsweise zu Rückzahlungen verpflichtet sind. Es kann sein, dass nach erfolgreicher Anfechtung die gesetzliche Erbfolge eintritt.

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Was sind Anfechtungsgründe?

Anfechtungsgründe sind gemäß § 2078 BGB zunächst ein Irrtum des Erblassers über das verfasste Testament, also die letztwillige Verfügung. Dabei wird unterschieden zwischen Inhaltsirrtum, Erklärungsirrtum und Motivirrtum.

Was ist ein Inhaltsirrtum?

Ein Inhaltsirrtum liegt beispielsweise vor, wenn der Erblasser Begriffe in seinem Testament nutzt, deren Bedeutung er falsch interpretiert. Z.B. nutzt er den Begriff der „gesetzlichen Erben“, nimmt jedoch an, dass unter diesen Begriff  keine unehelichen Kinder fallen, da er nicht möchte, dass diese erben.

Was ist ein Erklärungsirrtum?

Ein Erklärungsirrtum liegt dann vor, wenn der Erblasser sich schlicht verschreibt. Beispielsweise möchte der Erblasser einen Betrag von 10.000€ an Person X vermachen, schreibt jedoch eine Summe von 100.000€ in das Testament.

Was ist ein Motivirrtum?

Ein Motivirrtum ist dann gegeben, wenn der Erblasser sein Testament in Annahme einer Tatsache verfasst, welche nicht mehr oder doch nicht vorliegt bzw. eingetreten ist. Dies ist z.B. dann der Fall, wenn der Erblasser davon ausgeht, dass ein verlobtes Paar heiraten wird, die Hochzeit dann aber doch nicht stattfindet.

Weitere Gründe für eine Testamentsanfechtung

Ein weiterer Grund für eine Testamentsanfechtung ist, wenn der Erblasser durch Drohung zur Abgabe des Testaments gezwungen worden ist oder er aufgrund von arglistiger Täuschung ein Testament abgegeben hat, welches er unter voller Kenntnis der Umstände so nicht abgegeben hätte.

Weiterhin kann ein Testament gemäß § 2079 BGB angefochten werden, wenn der Erblasser einen Pflichtteilsberechtigten übergangen hat, soweit dieser ihm zum Zeitpunkt des Erstellens des Testaments nicht bekannt war oder erst nach der Erstellung geboren oder als für den Pflichtteil berechtigt bekannt geworden ist. Sie benötigen rechtlichen Beistand bei einem erbrechtlichen Fall oder möchten sich zu Ihren Ansprüchen beraten lassen? Auf rechtsanwalt.com finden Sie kompetente Anwälte in Ihrer Nähe!

Anfechtungsberechtigte

Grundsätzlich sind die Personen anfechtungsberechtigt, denen die Anfechtung zu Gute kommt. Also zum Beispiel ein Verwandter, der in der gesetzlichen Erbfolge als Erbe in Frage kommt.

Anfechtungserklärung

Die Anfechtung muss vor dem Nachlassgericht erklärt werden. Die Anfechtungsfrist beträgt dabei ein Jahr und beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem der Anfechtungsberechtigte vom Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt hat. Die Anfechtung ist 30 Jahre nach dem Erbfall ausgeschlossen.

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Top-Fragen zum Thema Testamentsanfechtung

1. Wo kann ich ein Testament anfechten?

Die Anfechtungserklärung für das Testament ist beim Nachlassgericht einzureichen. Ein Anwalt für Erbrecht kann Ihnen helfen die Anfechtungserklärung zu formulieren und weitere Schritte einzuleiten.

2. Wer kann ein Testament anfechten?

Zur Anfechtung des Testaments ist jeder, der durch die wirksame Anfechtung begünstigt werden würde (z.B. ein gesetzlicher Erbe), berechtigt. Denken Sie darüber nach das Testament eines Ihrer Verwandten anzufechten? Nutzen Sie für eine erste Beratung und Einschätzung Ihres Falles unsere telefonische Rechtsberatung.

3. Wer trägt die Kosten für eine Testamentsanfechtung?

Die Kosten der Anfechtung vor dem Nachlassgericht hat zunächst der Anfechtende zu tragen. Wird im Verlauf des Verfahrens jedoch festgestellt, dass das Testament unwirksam, die Anfechtung also Erfolgreich war, können die Kosten vom Nachlassvermögen abgezogen werden. Die Höhe der Kosten richtet sich nach dem Gerichts- und Notarkostengesetz und ist dabei abhängig von der Höhe des Nachlasses. 

4. Kann ein Berliner Testament angefochten werden?

Ja, ein Berliner Testament kann wie jedes andere Testament auch angefochten werden. Eine Besonderheit ist jedoch, dass auch einer der möglichen Erblasser (also Ehemann oder Ehefrau) selbst das Testament unter den gleichen Voraussetzungen und denselben Gründen anfechten können, unter denen ein Dritter dies nach dem Tod des Erblassers tun kann. Möchten Sie ihr Berliner Testament anfechten? Hier finden Sie einen passenden Anwalt für Erbrecht auch in Ihrer Nähe.

Top-Tipps zum Thema Testamentsanfechtung

1. Formulieren Sie Ihr Testament stets klar und eindeutig.

Um Unklarheiten im Testament und damit mögliche Gründe für Anfechtungen zu vermeiden sollte darauf geachtet werden, dass das Testament immer eindeutig formuliert wird. Im Idealfall sollte ein Jurist mit entsprechender Fachkenntnis für die Formulierung zu Rate gezogen werden. Einen passenden Anwalt für Erbrecht finden Sie hier.

2. Ein Testament kann auch nur teilweise angefochten werden.

Für eine wirksame Anfechtung muss nicht das gesamte Testament angefochten werden. Es können auch lediglich einzelne Teile des Testaments unwirksam sein. Kommt ein Nachlassgericht dann zu dem Schluss, dass ein Abschnitt des Testaments unwirksam ist, bleibt der Rest des Testaments davon unberührt. 

3. Achten Sie auf die Fristen.

Um ein Testament erfolgreich anzufechten muss die Frist zur Anfechtung eingehalten werden. Die Anfechtungsfrist beträgt ein Jahr und beginnt ab dem Zeitpunkt, in dem der Anfechtungsberechtigte vom Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt hat. Zudem ist die Anfechtung nur innerhalb von 30 Jahren nach dem Erbfall möglich.

4. Nach einer wirksamen Anfechtung kann es zu Rückzahlungsansprüchen gegenüber den bisherigen Erben kommen.

Wird ein Testament wirksam angefochten und vom Nachlassgericht für unwirksam erklärt, können die bisherigen Erben, welche ungerechtfertigt geerbt hatten, zu Rückzahlungen oder zur Herausgabe von Gegenständen verpflichtet werden. Dies kommt daher, da ein wirksam angefochtenes Testament als von Anfang an nichtig angesehen wird, es also (aus rechtlicher Sicht) nie existierte. Damit haben die bisherigen Erben etwas ohne rechtmäßigen Grund erlangt und sind in der Folge zur Herausgabe verpflichtet. 

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