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Ratgeber zum Thema Testamentseröffnung

Verfasst am 4. August 2020

Definition "Testamentseröffnung"
Bei der Testamentseröffnung wird allen Erben der Inhalt des Testaments offen gelegt.
https://de.fotolia.com/Butch

Bei Erbschaften handelt es sich oftmals um ein heikles Thema. Das gilt meist für alle Beteiligten: Angehörige streiten über die Aufteilung der Nachlassgegenstände, Berechtigte auf den Pflichtteil kämpfen eben darum und Erbengemeinschaften zerstreiten sich nach der Testamentseröffnung bis aufs Blut. Besonders wenn der Nachlass einen hohen Wert hat und kein Testament vorhanden ist – oder wenn das Erbe stark überschuldet ist – kommt es nach der Eröffnung des Testaments regelmäßig zu heftigen Auseinandersetzungen. Diese muss dann das Nachlassgericht im Erbrecht klären.

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Die letztwillige Verfügung

Umso wichtiger ist das Testament, das den letzten Willen des Verstorbenen dokumentiert. Darin kann der Erblasser detailliert festhalten, an wen welche Teile des Nachlasses nach seinem Tod übergehen sollen; Oder auch, wen er von dem Erbe ausschließen möchte. Darüber hinaus kann der Erblasser seinen letzten Willen von einem Notar im zentralen Testamentsregister (ZTR) vermerken lassen. Durch diese Verwahrung kommen Erben oder eine Erbengemeinschaft leichter an den Erbschein.

Um Konflikte zu vermeiden tätigen ausschließlich gesetzliche dazu befugte Instanzen die Eröffnung des Testaments nach dem Todesfall. Das bedeutet, dass dies nicht von einem Rechtsanwalt oder gar einem Angehörigen vorgenommen werden darf. In der Regel übernimmt diese Aufgabe das Nachlassgericht (meist das örtliche Amtsgericht), welches für den letzten gewöhnlichen Aufenthaltsort des Verstorbenen zuständig ist. Es sorgt (in einem Termin) auch für die Einhaltung der gesetzlichen, bz. der im Testament festgelegten Erbfolge. Trotzdem empfehlen wir, sich von einem Fachanwalt für Erbrecht vorab beraten zu lassen – dies kann sich finanziell und zeitlich lohnen – und Ihnen möglicherweise zu vererbende Schulden ersparen.

Die Aufgaben des Nachlassgerichts

Nachdem das Nachlassgericht vom Standesamt über den Todesfall informiert wurde, schreibt es jede in der letztwilligen Verfügung erwähnte Person an. Heutzutage ist die Anwesenheit der Erben nicht zwangsläufig bei der Testamentseröffnung  notwendig. Das Nachlassgericht bzw. das Standesamt setzt die Erben stattdessen oftmals nur schriftlich darüber in Kenntnis. Das Schreiben vom Nachlassgericht beinhaltet in der Regel das sogenannte Eröffnungsprotokoll sowie eine Fotokopie des Testaments. Detaillierte Auskünfte über die Höhe und den Umfang des Nachlasses erhalten die einzelnen Erben hingegen eher selten – nur der Alleinerbe erhält umfassende Informationen. Lesen Sie dazu auch das Gesetz über das Verfahren in Familiensachen (famfg).

Wichtige Fristen

Die Erben werden üblicherweise etwa einen Monat nach dem Ableben des Verstorbenen über ihre Erbschaft informiert. Diese Zeitspanne kann sich allerdings auch auf bis zu einem halben Jahr verlängern – je nachdem, ob das Testament amtlich aufbewahrt wurde oder erst ausfindig gemacht werden muss. Ab dem Zeitpunkt, an dem der Erbe über die Erbschaft informiert ist, hat er sechs Wochen Zeit, um den Nachlass notariell auszuschlagen. Wenn sich der Erbe zu diesem Zeitpunkt im Ausland aufhält, erhält er bis zu sechs Monaten Zeit. Versäumt der Erbe diese Frist, gilt der Nachlass automatisch als angenommen. Ist eine Person nicht mit dem Inhalt des Testaments einverstanden oder fühlt sich übergangen, kann sie das Testament anfechten. Die Frist dafür beträgt ein Jahr und gilt ab dem Zeitpunkt, an dem die betreffende Person über den Erbfall bzw. den Irrtum informiert ist.

Alternative Erbvertrag

In bestimmten Fällen (z.B. bei nichtehelichen Partnerschaften) liegt ggf. auch ein ein Erbvertrag vor. Lesen Sie dazu mehr im Ratgeber zum Thema Erbvertrag

Rechtsberatung zur Testamentseröffnung

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Ratgeber zu Thema Erbfall/Testamentseröffnung

Lesen Sie weitere Antworten auf Ihre Fragen rund um das Thema Erben in unserem Ratgeber zum Erbfall

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Top-Fragen zum Thema Testamentseröffnung für Beteiligte

1. Was versteht man unter einer Testamentseröffnung?

Im Rahmen der Testamentseröffnung wird der letzte Wille eines Verstorbenen an dessen Hinterbliebene und alle weiteren Erben weitergetragen. Offiziell darf das Testament nur von dem Nachlassgericht geöffnet werden (daher stammt auch die Bezeichnung Testamentseröffnung).

2. Wie funktioniert eine Testamentseröffnung?

Bei einem Todesfall informiert das Standesamt zunächst das Nachlassgericht. Dieses ermittelt dann die Angehörigen und die potenziellen Erben, um ihnen im Rahmen der Testamentseröffnung den letzten Willen des Verstorbenen mitzuteilen. Im Idealfall ist das Testament hierfür  im zentralen Testamentsregister hinterlegt. Angehörige, die ein Testament aufbewahren oder zufällig zu Hause finden, müssen es nach dem Tod des Erblassers umgehend beim Nachlassgericht abgeben, ohne das Dokument vorher zu öffnen. Nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um sich ausführlicher über den Ablauf der Testamentseröffnung zu informieren.

3. Wer darf bei der Testamentseröffnung anwesend sein?

Da es sich bei einer Testamentseröffnung um eine sehr private Angelegenheit handelt, dürfen nur die vom Nachlassgericht geladenen Personen anwesend sein. Üblicherweise sind das die testamentarisch sowie die gesetzlich bestimmten Erben, die Pflichtteilsberechtigten, der Testamentsvollstrecker oder auch mögliche Vermächtnisnehmer. Sie haben weitere Fragen? Dann zögern Sie nicht, eine fachkundige Person zu kontaktieren. Eine Übersicht über passende Rechtsanwälte in Ihrer Nähe finden Sie hier

4. Was kostet eine Testamentseröffnung?

Die Kosten für eine Testamentseröffnung lassen sich nicht pauschal benennen, da sie unter anderem von der Höhe des Nachlasswertes abhängen. Der Mindestbetrag liegt jedoch bei 10 Euro. Nutzen Sie unsere schriftliche Rechtsberatung, um sich weiter über die Kosten der Testamentseröffnung zu informieren.

5. Wer kann das Testament anfechten?

Die Testamentseröffnung führt oftmals zu Streitigkeiten, denn nicht jeder ist mit dem letzten Willen des Verstorbenen zufrieden. Grundsätzlich können allerdings nur Kinder, Enkelkinder und Ehepartner das Testament anfechten. Damit dieses Vorhaben auch erfolgreich ist, muss ein triftiger Grund vorliegen. So kann ein Kind beispielsweise das Testament anfechten, wenn es zum Zeitpunkt des Erbfalls noch gar nicht geboren wurde und sich deshalb übergangen fühlt. Für die Anfechtung hat der Betreffende ab dem Zeitpunkt, an dem er von dem Erbfall erfahren hat, ein Jahr Zeit. Sie möchten ebenfalls ein Testament anfechten, aber sind sich nicht sicher, was dafür notwendig ist und wie gut Ihre Chancen stehen? Dann lassen Sie sich ausführlich von unseren fachkundigen Juristen beraten. Eine Übersicht über passende Rechtsanwälte finden Sie hier.

Top-Tipps zum Thema Testamentseröffnung für Beteiligte

1. Nach einem Todesfall muss das Nachlassgericht umgehend über jedes Testament informiert werden.

Jeder, der ein Testament aufbewahrt oder findet, ist gesetzlich dazu verpflichtet, dieses nach dem Tod des Erblassers unverzüglich beim Nachlassgericht abzugeben (BGB §2259). Auch unvollständige oder ungültige Dokumente sind von dieser Regelung betroffen. Sie haben weitere Fragen zu dem Thema? Dann nutzen Sie unsere telefonische Rechtsberatung, um sich von einem erfahrenen Anwalt beraten zu lassen.

2. Öffnen Sie niemals ohne Zeugen ein Testament.

Wenn Sie als Angehöriger das Testament eines Verstorbenen finden, müssen Sie es unverzüglich beim zuständigen Nachlassgericht abgeben. Allerdings kann es auch passieren, dass nicht klar ist, ob es sich bei dem Dokument tatsächlich um ein Testament handelt, etwa wenn der Umschlag nicht eindeutig beschriftet ist. Doch auch dann sollten Sie das Schreiben niemals alle öffnen, da es sonst leicht zu Streitigkeiten mit anderen Erben kommen kann. Öffnen Sie das unbekannte Dokument daher nur in Gegenwart von neutralen Zeugen oder dokumentieren Sie Ihr Vorgehen zumindest per Video. 

3. Beachten Sie unbedingt die Frist für die Erbschaftsausschlagung.

Nachdem der Erbe von dem Nachlass erfahren hat, bleiben ihm sechs Wochen Zeit, um diesen auszuschlagen. Lässt er diese Frist untätig verstreichen, gilt das Erbe automatisch als angenommen. Kontaktieren Sie einen unserer fachkundigen Rechtsanwälte, um sich ausführlicher über die Fristen für die Erbschaftsausschlagung zu informieren.

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