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Rechtsnews 12.02.2024 Alex Clodo

Welche Strafen drohen beim Enkeltrickbetrug?

Der Enkeltrickbetrug ist eine Form des Betrugs, bei der sich die Täter als Verwandte oder Bekannte ausgeben und ältere Menschen um Geld bitten. Die Täter nutzen dabei die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft ihrer Opfer aus, um an deren Vermögen zu gelangen. Der Enkeltrickbetrug ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine schwere Straftat, die mit hohen Geld- oder Freiheitsstrafen geahndet werden kann. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie, welche Strafen beim Enkeltrickbetrug drohen und wie Sie sich davor schützen können.

Wie wird der Enkeltrickbetrug strafrechtlich bewertet?

Der Enkeltrickbetrug ist ein Fall des Betrugs nach § 263 StGB. Betrug liegt vor, wenn jemand durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält und dadurch das Vermögen eines anderen zu dessen Nachteil beeinflusst.

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Der Betrug ist mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bedroht. In besonders schweren Fällen kann die Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahre betragen. Ein besonders schwerer Fall liegt zum Beispiel vor, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeiführt oder das Opfer in wirtschaftliche Not bringt.

Wie wird der Enkeltrickbetrug in der Praxis bestraft?

Die konkrete Strafe für den Enkeltrickbetrug hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Höhe des Schadens, der Anzahl der Taten, dem Vorliegen von Vorstrafen, dem Geständnis des Täters und den persönlichen Umständen des Täters und des Opfers.

Die Gerichte orientieren sich dabei an den Richtlinien für die Strafzumessung, die von den Oberlandesgerichten erlassen werden. Diese Richtlinien geben einen Rahmen vor, innerhalb dessen die Gerichte die Strafe nach ihrem Ermessen festlegen können. Die Richtlinien sind jedoch nicht bindend und können je nach Einzelfall abgewichen werden.

Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, wie der Enkeltrickbetrug in der Praxis bestraft wird, haben wir einige Beispiele aus der Rechtsprechung für Sie zusammengestellt:

  • Das Landgericht München I verurteilte einen 29-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in 14 Fällen. Der Mann hatte sich als Polizist ausgegeben und ältere Menschen dazu gebracht, ihm Bargeld oder Schmuck zu übergeben. Er erbeutete insgesamt rund 1,2 Millionen Euro.
  • Das Landgericht Berlin verurteilte einen 32-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in 25 Fällen. Der Mann hatte sich als Enkel oder Neffe ausgegeben und ältere Menschen um Geld gebeten. Er erbeutete insgesamt rund 300.000 Euro.
  • Das Landgericht Dresden verurteilte einen 25-jährigen Mann zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten wegen Betrugs in sieben Fällen. Der Mann hatte sich als Verwandter oder Bekannter ausgegeben und ältere Menschen um Geld gebeten. Er erbeutete insgesamt rund 50.000 Euro.

Wie können Sie sich vor dem Enkeltrickbetrug schützen?

Der beste Schutz vor dem Enkeltrickbetrug ist, misstrauisch zu sein, wenn Sie einen Anruf von einem vermeintlichen Verwandten oder Bekannten erhalten, der Sie um Geld bittet. Folgende Tipps können Ihnen helfen, einen Betrugsversuch zu erkennen und abzuwehren:

  • Fragen Sie nach dem Namen des Anrufers und rufen Sie ihn zurück unter der Ihnen bekannten Nummer.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen oder einschüchtern.
  • Geben Sie keine persönlichen oder finanziellen Informationen preis.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an fremde Personen.
  • Informieren Sie Ihre Familie, Freunde oder Nachbarn über den Anruf.
  • Melden Sie den Anruf der Polizei unter der Nummer 110.

Wo finden Sie weitere Informationen zum Enkeltrickbetrug?

Wenn Sie mehr über den Enkeltrickbetrug erfahren möchten, können Sie sich an folgende Quellen wenden:

  • Die Polizei bietet auf ihrer Website www.polizei-beratung.de Informationen und Präventionstipps zum Enkeltrickbetrug an. Dort finden Sie auch eine Broschüre zum Download mit dem Titel “Vorsicht, Enkeltrick! So schützen Sie sich vor Betrügern”.
  • Der Weiße Ring e.V. ist eine Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer und ihre Angehörigen. Er bietet auf seiner Website www.weisser-ring.de Beratung und Unterstützung für Betroffene von Enkeltrickbetrug an. Dort finden Sie auch eine Broschüre zum Download mit dem Titel “Enkeltrick Die perfide Masche der Betrüger”.
  • Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz bietet auf seiner Website www.bmjv.de Informationen und Rechtsgrundlagen zum Betrug an. Dort finden Sie auch den Gesetzestext des § 263 StGB.

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