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Ratgeber zum Thema Testamentsvollstrecker

Verfasst am 21. Juli 2020

Definition "Testamentsvollstrecker"
Ein Testamentsvollstrecker wird durch ein Testament oder einen Erbvertrag ernannt und führt letztwillige Verfügungen eines Erblassers aus.
https://de.fotolia.com/Butch

Was ist die Testamentsvollstreckung?

Ein Testamentsvollstrecker sorgt für die Erfüllung des Willens eines Erblassers im Erbfall. Seine Ernennung ist besonders in Streitfällen (unter Erben) sinnvoll und dann, wenn die Erbengemeinschaft den Nachlass beispielsweise aufgrund ihres Alters nicht ordnungsgemäß verwalten können. Die Vollstreckung schützt den Erblasser in vielen Fällen sogar vor Gläubigern.

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Wer kann Testamentsvollstrecker werden?

Dieses Amt kann von jeder geschäftsfähigen Person übernommen werden. Während ein geringer Nachlass von Freunden oder Verwandten des Erblassers verwaltet werden kann, ist bei schwierigeren Fällen wie Auslandsvermögen oder Unternehmensanteilen professionelle Hilfe erforderlich. Für mehr Sicherheit kann zusätzlich eine zweite Person als Testamentsvollstrecker bestimmt werden.

Aufgaben

Hält der Erblasser die Aufgaben des Vollstreckers nicht in einem Testament oder Erbvertrag fest, gelten die Bestimmungen der §§ 2203 ff. BGB. Seine Grundaufgabe ist die ordnungsgemäße Umsetzung des letzten Willens des Erblassers. Also z.B. die Auszahlung an Erben und Miterben, ggf. auch einen Pflichtteil. Demnach hat der Vollstrecker den Nachlass zunächst an sich zu nehmen und zu verwalten. Dazu gehört ggf. auch eine Lebensversicherung. Er begleicht mit dem Geld aus dem Erbe zunächst die Nachlassverbindlichkeiten, verteilt die Vermögensgegenstände und gibt eine Erklärung zur Erbschaftssteuer und anderen (vom Erblasser) nicht erklärten Steuern ab.

Pflichten vom Testamentsvollstrecker

Sobald der Vollstrecker sein Amt angetreten hat, muss er ein Nachlassverzeichnis erstellen. Darin sind Angaben zu den Nachlassverbindlichkeiten und den Nachlassgegenständen zu finden. Er ist den Erben grundsätzlich rechenschafts- und auskunftspflichtig.

Rechte des Testamentsvollstreckers

Neben seinem Recht auf Inbesitznahme und Verwaltung des Nachlasses, hat der Vollstrecker einen Anspruch auf Vergütung. Er kann gegebenenfalls Schenkungen durchführen (z.B. von Nachlassgegenständen). Er darf jedoch weder eine Erbschaft ausschlagen, noch ein Testament anfechten. Diese beiden Rechte sind nur den Erben vorbehalten.

Rechte der Erben

Es besteht ein Auskunftsrecht gegenüber dem Vollstrecker. Die Erben können die Aushändigung von Nachlassgegenständen verlangen, solange der Testamentsvollstrecker diese nicht mehr für die Nachlassverwaltung benötigt. Sie können nach § 2218 im Falle einer Dauertestamentsvollstreckung jährlich Rechnungslegung einfordern.

Zwei Arten der Testamentsvollstreckung

Im Falle der „Abwicklungstestamentsvollstreckung“ (nach § 2302 BGB) befolgt der Vollstrecker nur die Anweisungen des Erblassers und sorgt für eine gerechte und gesicherte Verteilung des Nachlasses. Die Erben haben hierbei keine Verfügungsbefugnis über den Nachlass.

Um minderjährige, kranke oder anderweitig schutzbedürftige Erben zu schützen, kann eine „Verwaltungstestamentsvollstreckung“ (nach § 2209 BGB) beantragt werden. Hierbei verlieren die Erben zeitweise ihre Verfügungsbefugnis.

Testamentsvollstreckerzeugnis

Ein Nachlassgericht stellt dem Vollstrecker auf Antrag ein sogenanntes „Testamentsvollstreckerzeugnis“ (§ 2368 BGB) aus, welches ihm z.B. gegenüber Banken und Ämtern als Legitimierung dient.

Vergütung

Ob und in welche Höhe ein Testamentsvollstrecker vergütet wird, kann in einem Testament festgehalten werden. Ist dies nicht festgeschrieben, sieht der Gesetzgeber eine „angemessene Vergütung“ in Absprache mit den Erben vor. Eine Vergütung wird erst nach Beendigung der Vollstreckung, sowie bei Dauertestamentsvollstreckungen in zeitlichen Abständen ausgezahlt. Als Nachlassverbindlichkeit ist sie aus dem Nachlass zu entrichten.

Vollstrecker haften bei Pflichtverletzungen durch eigenes Verschulden gegenüber den Erben (§ 2219 Abs. 1 BGB), außer diese sind damit einverstanden. Das Einverständnis des Erblassers ist dabei nicht notwendig (§ 2220 BGB). Das geltende Verjährungsrecht bestimmt, wie lange die Erben einen Anspruch auf Schadenersatz besitzen.

Sie benötigen juristische Unterstützung? Auf rechtsanwalt.com finden Sie kompetente Rechtsanwälte in Ihrer Umgebung.

Ratgeber zum Thema Erbfall

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Top-Fragen zum Thema Testamentsvollstrecker für Beteiligte

1. Warum gibt es einen Testamentsvollstrecker?

Ein Testamentsvollstrecker ist vor allem dann hilfreich, wenn die Erben noch unerfahren oder sogar minderjährig sind. Sie könnten die Verwaltung des Nachlasses selbst kaum durchführen. Weiterhin können dadurch Streitigkeiten unter Erben vermieden werden. Der Vollstrecker stellt grundlegend (bei Auflagen oder Vermächtnissen) sicher, dass der Wille des Erblassers vollzogen wird. Die Testamentsvollstreckung dient auch dem Schutz des Erblassers vor seinen Gläubigern. Ein erfahrener Anwalt im Erbrecht hilft Ihnen bei weiteren Fragen gern telefonisch weiter.

2. Wer kann Testamentsvollstrecker werden?

Jede geschäftsfähige Person kann eine Testamentsvollstreckung ausführen. Bei einem geringen Nachlass kann dies von Verwandten oder Freunden des Erblassers erledigt werden.  Handelt es sich bei dem Nachlass z.B. um Anteile an Unternehmen oder Vermögen im Ausland, können unerfahrene Personen schnell überfordert werden. In solchen Fällen kann professionelle Hilfe herangezogen werden. Zusätzlich kann eine weitere Person als („Ersatz-„) Testamentsvollstrecker bestimmt werden, um sicherzugehen, dass der letzte Wille des Erblassers erfüllt wird. Wenden Sie sich bei komplizierten Nachlassfällen an einen Rechtsanwalt in Ihrer Nähe

3. Welche Aufgaben hat der Testamentsvollstrecker?

In einem Erbvertrag bzw. einem Testament können die Aufgaben eines Vollstreckers festgelegt werden. Ist dies nicht der Fall, sind in §§ 2203 ff. BGB folgende Tätigkeiten allgemein vorgeschrieben:

  • Inbesitznahme und Verwaltung des Nachlasses
  • Umsetzung der Anordnungen des Erblassers
  • Begleichen von Nachlassverbindlichkeiten
  • Verteilung übriger Vermögensgegenstände
  • Erklärung zur Erbschaftssteuer

Bei unserer telefonischen Rechtsberatung erklären Ihnen versierte Anwälte mehr zu diesem Thema.

4. Kann man die Ernennung als Testamentsvollstrecker ablehnen?

Grundsätzlich muss das Amt per Erklärung gegenüber dem Nachlassgericht angenommen werden. Laut § 2202 BGB kann man dies auch ablehnen. Dafür muss eine Erklärung gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht abgegeben werden. Mehr Informationen zu Form und Inhalt dieser Erklärung erfahren Sie bei unserer schriftlichen Rechtsberatung.

5. Welche Rechte haben Erben?

Die Erben haben gegenüber dem Vollstrecker das Recht auf Auskunft über dessen Arbeit. Soweit der Vollstrecker einzelne Nachlassgegenstände nicht weiter für seine Arbeit benötigt werden, können sie von den Erben eingefordert werden. Laut § 2218 können die Erben (bei einer dauerhaften Testamentsvollstreckung) jährlich Rechnungslegung fordern.

Lassen Sie sich über unser schriftliches Beratungsangebot ausführlich zu Ihren Rechten gegenüber einem Testamentsvollstrecker aufklären!

Top-Tipps zum Thema Testamentsvollstrecker für Beteiligte

1. Das Testamentsvollstreckerzeugnis hilft beim Umgang mit Behörden & Co.!

Auf Antrag stellt das Nachlassgericht dem Testamentsvollstrecker ein Testamentsvollstreckerzeugnis aus (§ 2368 BGB). Diese Urkunde  genießt „öffentlichen Glauben“, ihr Inhalt gilt als richtig. Sie dient dem Vollstrecker zur Legitimierung z.B. gegenüber Ämtern und Banken. Mehr zum Antrag und zur Urkunde erklärt Ihnen ein Rechtsanwalt in Erbrecht über unser schriftliches Beratungsangebot.

2. Ein Testamentsvollstrecker hat einige Pflichten.

Der Vollstrecker ist dazu verpflichtet, Anordnungen des Erblassers Folge zu leisten und dessen Nachlass ordnungsgemäß zu verwalten. Nach seinem Amtsantritt hat er unverzüglich ein Nachlassverzeichnis zu erstellen, das die Nachlassverbindlichkeiten und Nachlassgegenstände dokumentiert. Er muss den Erben Rechenschaft leisten und Auskunft über den Stand der Arbeit erteilen.

Bei steuerlichen Angelegenheiten hat der Vollstrecker die Erklärung der Erbschaftssteuer und die Nacherklärung der (vom Erblasser) nicht erklärten Steuern zu erledigen.

Sicherheit erlangen Sie bei unserer telefonischen Rechtsberatung.

3. Ein Testamentsvollstrecker hat einige Rechte.

Der Vollstrecker darf den Nachlass in Besitz nehmen und diesen ordnungsgemäß verwalten. Er hat grundsätzlich ein Recht auf Vergütung (siehe 4. In der Regel erhält der …). Unter Umständen kann er Nachlassgegenstände verschenken.

Das Ausschlagen der Erbschaft, sowie das Anfechten des Testaments sind als höchstpersönliche Rechte lediglich den Erben vorbehalten.

Eine optimale Beratung zu diesem Thema erhalten Sie über unser schriftliches Beratungsformular.

4. In der Regel erhält der Testamentsvollstrecker eine Vergütung.

Für die Testamentsvollstreckung ist eine Vergütung vorgesehen, solange dies im Testament nicht ausdrücklich als unentgeltlich festgelegt ist. Die Höhe der Vergütung kann ebenfalls im Testament bestimmt werden. Ist dies nicht der Fall, erhält der Testamentsvollstrecker in Absprache mit den Erben eine „angemessene Vergütung“. Im Normalfall erhält er diese erst nach Beendigung der Vollstreckung. Jedoch kann sich die Verwaltung des Nachlasses über einen längeren Zeitraum erstrecken, in dem die Vergütung dann in bestimmten Zeitabständen ausgezahlt wird. Es handelt sich bei der Vergütung um eine Nachlassverbindlichkeit, die aus dem Nachlass zu zahlen ist.

Lassen Sie sich hierzu telefonisch von einem versierten Rechtsanwalt beraten.

5. Schadenersatzansprüche können gegenüber dem Vollstrecker geltend gemacht werden.

Verletzt ein Vollstrecker seine Pflicht, haftet er den Erben gegenüber (§ 2219 Abs. 1 BGB). Sind diese mit der Pflichtverletzung einverstanden, haftet er nicht. Das Einverständnis des Erblassers ist nicht erforderlich (§ 2220 BGB). Die Ansprüche der Erben auf Schadenersatz verjähren gemäß der allgemeinen Fristen des geltenden Verjährungsrechts.

Ein erfahrener Rechtsanwalt im Erbrecht hilft Ihnen hierbei gerne weiter.

6. Es gibt verschiedene Arten der Testamentsvollstreckung.

Bei der „Abwicklungstestamentsvollstreckung“ (§ 2302 BGB) verliert der Erbe die Verfügungsbefugnis über den Nachlass. Der Vollstrecker handelt lediglich nach den Weisungen des Erblassers und stellt sicher, dass der Nachlass gerecht und gesichert verteilt wird.

Die „Verwaltungstestamentsvollstreckung“ (§ 2209 BGB) dient einem vorübergehenden oder dauerhaften Entzug der Verfügungsbefugnis (des Erben). Diese Art der Vollstreckung wird meist zum Schutze der Erben bzw. ihres Lebensunterhalts angeordnet, z.B. bei Minderjährigen, Kranken u.a.

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