Ratgeber 21.09.2016 rechtsanwalt.com

Nichteheliches Kind

Nichteheliche Kinder sind Kinder, deren Eltern nicht miteinander verheiratet sind. Bis 1998 wurden diese bei Unterhalts- und Erbansprüche noch wesentlich vom Gesetzgeber benachteiligt. Ebenso waren die Rechte der Väter nichtehelicher Kinder erheblich eingeschränkt. Es existierte bis 1970 kein Auskunfts- und Umgangsrecht für die Väter. Das darauffolgende geschaffene Umgangsrecht konnte jedoch auch von der Mutter verweigert werden. Auch die Anerkennung der Vaterschaft kann sich unter Umständen als schwierig erweisen, da hierfür die Zustimmung der Mutter erforderlich ist. Außerdem muss die Vaterschaft darüber hinaus amtlich beurkundet werden. Dies kann beim Amtsgericht, bei einem Notar oder auf dem Jugend- bzw. Standesamt erfolgen.

Erst seit 1998 wurde die Unterscheidung im Gesetz zwischen ehelichen und nichtehelichen Kindern aufgehoben und damit die Rechte aller Kinder, ob ehelich oder nicht ehelich, gleichgestellt.

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Nichteheliches Kind erhalten

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Kinder erben gleich, Väter erhalten gleiche Rechte

Durch die Änderung des Gesetzes, mit der der Begriff des „nichtehelichen Kindes“ verschwand, haben Kinder unverheirateter Eltern nun die gleichen Rechte wie ehelich geborene Kinder. So erben nichteheliche Kinder zu gleichen Teilen wie andere, eheliche Kinder des Erblassers. Auch besteht ein Pflichtteilsanspruch, sollten die nichtehelichen Kinder von der Mutter oder dem Vater durch Testament enterbt worden sein. Das Umgangsrecht des nichtehelichen Kindes ist ebenso das gleiche wie das des ehelich geborenen Kindes.

Genauso wie das Kind ein Umgangsrecht hat, hat auch der Kindsvater ein Recht auf Umgang mit seinem Kind, unabhängig davon ob das Kind ehelich oder nichteheliche geboren ist.

Sorgerecht für nichteheliche Kinder

Nachdem es bis 2013 keine Möglichkeit für den Vater gab ein Sorgerecht ohne Zustimmung der Mutter für sein nichteheliches Kind zu bekommen, kann der Vater nun durch Antrag beim Familiengericht ein geteiltes oder gar ein alleiniges Sorgerecht erlangen. Liegen keine Gründe vor, welche laut Auffassung des Familiengerichts das Kindswohl gefährden könnten, wird es ein gemeinsames Sorgerecht bestimmen. Weiterhin können die Eltern jedoch auch ein gemeinsames Sorgerecht erklären. Außerdem entsteht automatisch ein gemeinsames Sorgerecht, sollten Eltern nach der Geburt des Kindes heiraten. Liegt keine dieser drei Möglichkeiten vor, fällt das Sorgerecht gemäß § 1626a Abs. 3 BGB der Mutter zu. 

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