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Ratgeber zum Thema Umgangsrecht/Besuchsrecht

Verfasst am 5. August 2016

Definition "Umgangsrecht/Besuchsrecht"
Das Umgangsrecht regelt den Umgang zwischen Elternteilen und ihrem Kind.
istockphoto.com/de/damircudic

Was bedeutet Umgangsrecht?

Mit Umgangsrecht ist vor allem das Besuchsrecht für einen Elternteil gemeint, der vom Kind bzw. vom anderen Elternteil getrennt lebt. Häufig sind es Väter, die nach einer Trennung bzw. Scheidung regelmäßigen Kontakt mit ihrem Kind suchen. Brief-, Telefon- und Internetkontakt sind neben den Besuchen ebenfalls erlaubt.

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Das Umgangsrecht ist kein Teil des Sorgerechts. Ob bei ehelich oder unehelich gezeugten Kindern: Das Recht auf Umgang mit ihrem Kind besitzen grundsätzlich beide Eltern. Das Wohl des Kindes steht dabei im Vordergrund. Im Sinne des Kindeswohls steht auch der Kontakt mit anderen Personen, zu denen das Kind enge Bindungen pflegt, so z.B. Großeltern, Geschwister, Stiefeltern, Pflegeeltern und andere Bezugspersonen.

Umgangszeit & Wohnort

Wie häufig einem Elternteil der Umgang mit seinem Kind erlaubt ist, wird stets individuell festgelegt. Dabei bestimmt das Alter des Kindes die Dauer, sowie die Häufigkeit des Kontakts. So  kann die Dauer der Besuche zwischen mehreren Stunden (bei Kleinkindern) und ganzen Wochenenden (größere Kinder und Jugendliche) variieren. Die Häufigkeit liegt in der Regel bei jedem zweiten Wochenende.

Der Wohnort des Umgangsberechtigten bzw. die Entfernung des Wohnorts zu dem des Kindes spielt durchaus eine Rolle. Bei einer langen Anfahrtszeit, z.B. in ein anderes Bundesland oder ins Ausland, wird das Recht in der Regel einmal im Monat bzw. in den Ferien ausgeübt. Jedoch ist der Umgangsberechtigte nicht dazu verpflichtet, seinen Wohnort zugunsten eines vereinfachten Kontakts auszuwählen.

Besuchsrecht

Das Umgangs – bzw. Besuchsrecht soll der allgemeinen Entwicklung des Kindes dienen. Demnach sind folgende Dinge zu beachten:

    • Der Umgangsberechtigte hat das Recht selbst wahrzunehmen (Beispiel: Das Kind darf nicht an andere Verwandte oder Bekannte „abgeschoben“ werden).

 

    • Eine Gefährdung des Kindeswohls ist zu vermeiden (z.B.: keine Überlastung des Kindes durch ein zu volles Besuchsprogramm; kein Aufstacheln des Kindes gegen den anderen Elternteil).

 

  • An das Recht dürfen keine besonderen Bedingungen geknüpft sein (Beispiel: Der Vater zahlt keinen Unterhalt mehr, die Mutter sagt, er sieht seine Kinder erst wieder, wenn er wieder bezahlt; ein solches Verhalten ist unzulässig).

Bei Streitigkeiten können die Häufigkeit und Dauer der Besuchszeiten, das Abholen, Wiederbringen und Ausfallgründe in einer schriftlichen Besuchsvereinbarung von beiden Elternteilen festgelegt werden. In schweren Fällen können das Jugendamt und weiterhin ein Familiengericht eingeschaltet werden.

Ein Kind sollte grundsätzlich regelmäßig beim getrennt lebenden Elternteil übernachten können. Familiengerichte räumen dieses Recht selbst bei Kindern unter 3 Jahren ein. Übernachtungen können nur beim Vorliegen besonderer Gründe vom Familiengericht ausgeschlossen werden. Schließlich soll das Kind ein Gefühl für die Lebensumstände beider Elternteile entwickeln können. Übernachtungen tragen dazu und damit zur Entwicklung des Kindes wesentlich bei.

Kosten

Umgangsberechtigte haben die für den Kontakt erforderlichen Kosten (Benzin, öffentliche Verkehrsmittel etc.) selbst zu übernehmen. Unter bestimmten Umständen (z.B. bei potenzieller Erleichterung des Umgangs durch Hilfe beim Transport) muss jedoch auch der andere Elternteil einen Teil der Kosten übernehmen.

Fahrtkosten können einem unterhaltspflichtigen Elternteil grundsätzlich angerechnet werden. Eine gut bezahlte Stelle zugunsten des Rechts aufzugeben führt aufgrund der Unterhaltspflicht in den meisten Fällen zu keiner besondere Unterstützung. Ein gut bezahlter Beruf trägt zu mehr Sicherheit bei der Leistung des Kindesunterhalts bei.

Empfänger von Hartz-IV können die Übernahme besonders hoher Fahrt- und Umgangskosten beantragen. Die Häufigkeit der Besuche richtet sich hierbei nach der Häufigkeit, die einem durchschnittlichen Erwerbstätigen möglich wäre. D.h. wenn ein Erwerbstätiger seine Kinder in Brasilien aus finanziellen und zeitlichen Gründen nur zweimal im Jahr besuchen kann, kann dies einem Empfänger von Hartz IV nicht häufiger ermöglicht werden.

Umgang als Recht & Pflicht

Finden Eltern im Streitfall zu keiner gemeinsamen Regelung des Umgangsrechts, können weitere Maßnahmen ergriffen werden. Der Umgangsberechtigte kann den Umgang mit seinem Kind durch Zwangsgeld oder mit einem Umgangspfleger erwirken. Sollte er das Umgangsrecht jedoch vernachlässigen oder gar nicht wahrnehmen, kann er auch dazu gezwungen werden. Es handelt sich schließlich nicht nur um ein Recht, sondern auch eine Pflicht zum Wohle des Kindes. Grundsätzlich ist in allen Fällen zuerst das Jugendamt zu Rate zu ziehen. Nur in unvermeidbaren Extremfällen sollten Konflikte vor einem Familiengericht ausgetragen werden.

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Top-Fragen zum Thema Umgangsrecht/Besuchsrecht

1. Kann eine Mutter das Umgangsrecht für den Vater verweigern?

Viele fragen sich "wie kann meinem Ex das Umgangsrecht entziehen"?  Oder wie kann ich das Umgangsrecht erzwingen?

Das Umgangsrecht mit einem Kind liegt grundsätzlich bei beiden Elternteilen.

Aber was darf die Mutter bestimmen,  was darf der Vater bestimmen?

Eine Mutter darf einem umgangsberechtigten Vater den Umgang mit dem Kind nicht verweigern. Boykottiert ein Elternteil das Umgangsrecht des anderen Elternteils, kann dies empfindliche Folgen mit sich ziehen:

  • Schadensersatzpflicht (z.B. wegen der Verhinderung einer Reise)
  • Ordnungsgeld (beim Verstoß gegen eine familiengerichtlich festgelegte Umgangsregelung)
  • Befristete Umgangspflegschaft (nach § 1684 III 3 BGB; Herausgabe des Kindes an Umgangspfleger zur Wahrnehmung des Umgangsrechts durch Elternteil)
  • Verwirken des nachehelichen Unterhalts beim betreuungsberechtigtem Elternteil (§ 1579 Nr. 7 BGB) in schwerwiegenden Fällen

Kommt es weiterhin zu keiner Einigung bzw. wird einem Elternteil weiterhin das Umgangsrecht versagt, kann dem Betreuungsberechtigten das Sorgerecht vom Familiengericht entzogen werden.

Wenden Sie sich in diesen Fällen am besten an einen Anwalt in Ihrer Nähe.

2. Kann mir das Umgangsrecht entzogen werden?

Eine umgangsberechtigte Person kann zeitweise vom Umgang mit ihrem Kind ausgeschlossen werden, wenn eine konkrete Gefährdung des seelischen oder körperlichen Wohls des Kindes zu erwarten wäre. In den wenigsten Fällen gilt dieser Ausschluss für immer.

Sicherheit erlangen Sie bei unserer Familienrechtshotline.

3. Was passiert, wenn das Kind den Kontakt verweigert?

Ein Kind kann natürlich nicht gegen seinen Willen zum Kontakt mit einem Elternteil gezwungen werden. Vielmehr hat der betreuungsberechtigte Elternteil nachhaltig darauf hinzuwirken, dass sich das Verhältnis des Kindes zum anderen Elternteil verbessert. Ein Ausschluss vom Umgangsrecht wird nur in extremen Fällen vom Familiengericht durchgesetzt. Im Streitfall wird das Familiengericht immer erst das Jugendamt involvieren. Dieses hört dann die Eltern und das Kind an und berät das Gericht vor seiner Entscheidung.

Erfahren Sie mehr darüber bei unserer schriftlichen Rechtsberatung

4. Wie oft darf ich mein Kind sehen?

Je nach individuellem Fall kann eine Umgangsregelung unterschiedlich ausfallen. Besonders das Alter des Kindes ist maßgebend für die Häufigkeit und die Dauer der Besuche. Während die Häufigkeit üblicherweise auf jedes zweite Wochenende festgelegt wird, kann es Schwankungen  bei der Besuchsdauer geben. Für Kleinkinder ist ein Besuch von mehreren Stunden üblich. Ältere Kinder und Jugendliche erfordern meist eine Besuchszeit eines ganzen Wochenendes. Feiertage und Ferien dienen häufig als gesonderte Gelegenheiten zum gemeinsamen Kontakt.

Lassen Sie sich von unseren Anwälten schriftlich über Umgangsregelungen und Besuchszeiten beraten.

5. Wer hat ein Recht auf Umgang?

Umgangsrecht haben – unabhängig vom Ehestatus - grundsätzlich beide Eltern eines Kindes. Weiterhin sind Geschwister, Großeltern, Pflege- und Stiefeltern umgangsberechtigt. Da für das Kindeswohl soziale Bindungen von hoher Bedeutung sind, können auch andere Bezugspersonen dieses Recht erhalten.

Mehr dazu erfahren Sie bei unserer telefonischen Rechtsberatung.

6. Wo ist das Umgangsrecht geregelt?

Das Umgangsrecht ist in § 1684 II BGB "Umgang des Kindes mit den Eltern" geregelt.

7. Wo klage ich Umgangsrecht ein?

Das Recht auf den Umgang mit seinen Kindern kann man am jeweiligen Familiengericht einklagen. Am besten suchen Sie sich dafür einen Rechtsanwalt für Familienrecht vor Ort. 

Top-Tipps zum Thema Umgangsrecht/Besuchsrecht

1. Der Umgangsberechtigte trägt die Umgangskosten.

Außer in besonderen Fällen liegen die für den Kontakt erforderlichen Kosten zunächst beim Umgangsberechtigten.

Unterhaltspflichtige Personen können beantragen, dass ihre Fahrtkosten berücksichtigt und abgerechnet werden. Die Unterstützung steigt nicht zwangsweise, wenn die Person zugunsten des Umgangs einen gut bezahlten für einen schlechter bezahlten Job tauscht. Die Unterhaltspflicht hat hier Vorrang.

Hartz-IV-Empfänger können zwar eine Übernahme ihrer (hohen) Fahrt- und Umgangskosten beantragen, können dabei aber nur so hoch gefördert werden, dass ihnen gegenüber Erwerbstätigen kein Vorteil entsteht. D.h., dass sie dadurch nicht weiter und häufiger verreisen dürfen als ein durchschnittlicher Erwerbstätiger.

Nutzen Sie für eine optimale Beratung unsere Anwaltshotline.

2. Das Jugendamt hilft, wenn die Ausübung des Umgangsrechts Schwierigkeiten bereitet.

Bei unvermeidlichen Konflikten zwischen den Elternteilen bzw. mit dem Kind sollten sich Familien zuerst an das Jugendamt wenden. Dort können Sie verschiedene Beratungsangebote in Anspruch nehmen. Gemeinsam mit der Bezirkssozialarbeit und den unterschiedlichen Beratungsstellen zu Erziehung, Ehe und Familie können sinnvolle Umgangsregelungen entworfen werden. Auch andere Umgangsberechtigte wie Geschwister, Großeltern etc. können laut Kinder- und Jugendhilfegesetz diese Angebote nutzen.

3. Eine Umgangsvereinbarung soll dem Kindeswohl dienen.

Eltern können sich selbst und dem Kind viel Stress und finanzielle Mühen ersparen, indem sie zunächst versuchen, eine außergerichtliche Umgangsvereinbarung zu verfassen. Diese sollte am besten schriftlich festgelegt und von beiden unterzeichnet werden. Ein Jugendamt kann hierbei als Beisitzer dienen. Als letztes Mittel kann die Vereinbarung auch von einem Familiengericht gebilligt werden.

Kontaktieren Sie hierfür einen Anwalt vor Ort.

4. Umgangsregelungen sind nach dem Alter des Kindes ausgerichtet.

Kleine Kinder sollten eher häufigeren, dafür jedoch kürzeren Kontakt mit einem umgangsberechtigten Elternteil haben. Ab dem vollendeten dritten Lebensjahr wird empfohlen, den Kontakt mit Vater und Mutter tendenziell gleich zu verteilen. Mit zunehmendem Alter kommt dem Willen des Kindes mehr Gewicht zu. Ab 10-15 Jahren  wird ein Kind seine Beziehung zu einem Elternteil ausreichend bewerten können. Danach sollten schließlich auch die Häufigkeit und die Dauer des Kontakts ausgerichtet werden. Eine Vereinbarung soll also dem Willen und Wohl des Kindes entsprechen, nicht etwa dem Verhandlungsgeschick der Eltern.

Unsere Anwälte beantworten Ihnen schriftlich gern weitere Fragen zu diesem Thema.

5. Ein neuer Partner – Was sie berücksichtigen sollten.

Tritt nach einer Trennung ein neuer Partner in das Leben eines Elternteils, kann dies zu Konflikten mit dem Kind führen. Es ist wichtig, den anderen Elternteil nicht einfach durch die neue Person zu ersetzen. Der Kontakt mit dem Umgangsberechtigten ist nach wie vor von hoher Bedeutung. Ein enger Bezug zum neuen Partner muss dabei langsam und vorsichtig aufgebaut werden, während die Beziehung zum anderen Elternteil weiterhin zu achten ist.

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