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Ratgeber zum Thema Elterliche Sorge

Verfasst am 7. September 2016

Definition "Elterliche Sorge"
Der Begriff elterliche Sorge beschreibt das Recht und die Pflicht von Eltern, für ihre Kinder zu sorgen.
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Was ist die elterliche Sorge?

Die Rechtsdefinition der elterlichen Sorge befindet sich in § 1626 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB). § 1626 Abs. 1 S. 1 besagt: „Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen“. § 1626 Abs. 1 S. 2 ergänzt hierzu: „Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).“ Die Personensorge umfasst grundsätzliche Fragen, beispielsweise, welche Schule besucht werden soll oder wie die Erziehung gestaltet werden soll. Nicht zu verwechseln ist das elterliche Sorgerecht mit dem Umgangsrecht. Dieses regelt lediglich, welcher Elternteil wann persönlichen Umgang mit dem Kind hat. Die restlichen Vorschriften über die elterliche Sorge sind in den §§ 1626a – 1698b BGB enthalten.

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Wem steht die elterliche Sorge zu?

Im deutschen Recht wird bezüglich der Frage, wem die elterliche Sorge zusteht, zwischen bei der Geburt des Kindes verheirateten und bei der Geburt des Kindes nicht verheirateten Eltern unterschieden. Sind die Eltern zur Zeit der Geburt des Kindes miteinander verheiratet, so steht ihnen die elterliche Sorge gemeinsam zu. Die Eltern haben die elterliche Sorge nach § 1627 BGB in eigener Verantwortung und in gegenseitigem Einvernehmen zum Wohl des Kindes auszuüben. Bei Meinungsverschiedenheiten müssen sie versuchen, sich zu einigen. Die gemeinsame elterliche Sorge bleibt grundsätzlich auch im Falle der Ehescheidung bestehen.

Sind die Eltern zum Zeitpunkt der Geburt ihres Kindes nicht miteinander verheiratet, so greifen die Vorschriften der §§ 1626a – 1626e BGB. Hiernach hat zunächst die Mutter das alleinige Sorgerecht für das Kind. Das Sorgerecht steht allerdings dann beiden Elternteilen zu, wenn diese erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen (Sorgeerklärungen), wenn die Eltern einander nach der Geburt des Kindes heiraten oder wenn ihnen das Familiengericht die elterliche Sorge gemeinsam überträgt. Das Familiengericht überträgt dabei auf Antrag eines Elternteils die elterliche Sorge beiden Eltern gemeinsam, wenn die Übertragung dem Kindeswohl nicht widerspricht. Eine Sorgeerklärung kann auch schon vor der Geburt des Kindes abgegeben werden und bedarf der öffentlichen (notariellen) Beurkundung.

§ 1671 BGB sieht für den Fall, dass die Eltern (nicht nur vorübergehend) getrennt voneinander leben vor, dass jeder Elternteil beantragen kann, dass ihm das Familiengericht die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge allein überträgt. Das Familiengericht hat dem Antrag stattzugeben, wenn der andere Elternteil ihm zustimmt und zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entsprechen. Bestehen diese beiden Voraussetzungen, so darf das Gericht dem Antrag dennoch nicht zustimmen, wenn das Kind das 14. Lebensjahr vollendet hat und der Übertragung der elterlichen Sorge widerspricht. Eine Übertragung des alleinigen Sorgerechts findet grundsätzlich nur in Ausnahmefällen statt, etwa wenn ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder am Schulbesuch gehindert wird.

Entzug der elterlichen Sorge

Besteht für ein Kind eine Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls und sind die Eltern nicht willens oder in der Lage diese Gefahr abzuwenden, so kann nach § 1666 BGB das Familiengericht Maßnahmen zur Abwendung der Gefahr treffen.  So kann das Gericht den Eltern unter anderem vorschreiben, bestimmte öffentliche Hilfen wie zum Beispiel Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe und der Gesundheitsfürsorge in Anspruch zu nehmen, es kann den Eltern verbieten vorübergehend oder auf unbestimmte Zeit die Familienwohnung oder eine andere Wohnung zu nutzen, in der sich das Kind regelmäßig aufhält und es kann die teilweise oder vollständige Entziehung der elterlichen Sorge verfügen. Das Gericht muss hierbei den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachten: Maßnahmen, mit denen eine Trennung des Kindes von der elterlichen Familie verbunden ist, sind nur zulässig, wenn der Gefahr nicht auf andere Weise begegnet werden kann. Die gesamte Personensorge darf nur entzogen werden, wenn andere Maßnahmen erfolglos geblieben sind oder wenn anzunehmen ist, dass sie zur Abwendung der Gefahr nicht ausreichen (§ 1666a BGB).

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Top-Fragen zum Thema Elterliche Sorge für Eltern

1. Wer hat die elterliche Sorge?

Die elterliche Sorge steht grundsätzlich beiden Eltern gemeinsam zu. Hiervon abweichen gibt es allerdings die Regelung, dass die Sorge bei nicht Paaren, die zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes nicht verheiratet sind, der Mutter zusteht. Die gemeinsame elterliche Sorge kann jedoch auch  in diesen Fällen hergestellt werden. Was Sie hierzu tun müssen, erfahren Sie bei einem kompetenten Rechtsanwalt, den Sie auf rechtsanwalt.com finden!

2. Was ist die alleinige elterliche Sorge?

Die alleinige elterliche Sorge liegt vor, wenn die elterliche Sorge durch ein Familiengericht einem Elternteil alleine zugesprochen wird. Da eigentlich der Grundsatz gilt, dass beide Eltern das Sorgerecht haben sollen, wird die alleinige elterliche Sorge nur in Ausnahmefällen einem Elternteil zugesprochen. Informieren Sie sich jetzt über die telefonische Rechtsberatung zum Thema alleinige elterliche Sorge und befragen Sie einen Rechtsanwalt zum Thema!

3. Wann kann die elterliche Sorge entzogen werden?

Das nahe Verhältnis zwischen Eltern und Kindern steht unter besonderem gesetzlichem Schutz. Daher ist der Entzug der elterlichen Sorge nur dann erlaubt, wenn das Wohl des Kindes in Gefahr ist und dem zuständigen Familiengericht auch mildere Maßnahmen als der Entzug der elterlichen Sorge als nicht mehr geeignet erscheinen. Häufig wird die elterliche Sorge auf Betreiben von Jugendämtern entzogen wenn Kinder vernachlässigt oder misshandelt werden. Richten Sie jetzt Ihre Fragen zum Entzug der elterlichen Sorge über die schriftliche Rechtsberatung an einen versierten Rechtsanwalt!

4. Kann man sich gegen den Entzug der elterlichen Sorge wehren?

§ 1666a BGB setzt enge Grenzen was den Entzug der elterlichen Sorge betrifft. So ist der Entzug grundsätzlich nur dann überhaupt zulässig, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen, um das Wohl des Kindes zu sichern. Wer den Entzug der elterlichen Sorge verhindern will, sollte dem zuständigen Gericht darlegen, dass dieser letzte Schritt zur Sicherung des Kindeswohls überhaupt nicht nötig ist. Hierfür sollte unbedingt ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Auf unserer Seite finden Sie den für Sie passenden Rechtsanwalt in Ihrer Nähe!

5. Was passiert nach dem Entzug der elterlichen Sorge?

Nach dem Entzug der elterlichen Sorge wird das Kind in der Regel in die Obhut von Pflegeeltern übergeben. Hier soll das Kind vorübergehend oder dauerhaft ohne Beeinflussung durch die Probleme der leiblichen Eltern erzogen werden. Dies bedeutet jedoch nicht, dass das Kind nicht mehr zu seinen leiblichen Eltern zurückkehren kann. Zögern Sie nicht, Ihre Fragen über den Entzug der elterlichen Sorge jetzt über die telefonische Rechtsberatung einem erfahrenen Rechtsanwalt zu stellen!

Top-Tipps zum Thema Elterliche Sorge für Eltern

1. Beachten Sie die unterschiedlichen Regeln für verheiratete und nicht verheiratete Eltern!

Das deutsche Recht unterscheidet hinsichtlich der Zuteilung der elterlichen Sorge zwischen Eltern, die zum Zeitpunkt der Geburt des gemeinsamen Kindes verheiratet sind und Eltern, die zum Zeitpunkt der Geburt des gemeinsamen Kindes nicht verheiratet sind. Informieren Sie sich rechtzeitig, um in Sachen elterliche Sorge klare Verhältnisse zu schaffen und befragen Sie über die schriftliche Rechtsberatung einen erfahrenen und versierten Rechtsanwalt!

2. Der Entzug der elterlichen Sorge darf nur im Ausnahmefall geschehen!

Nach geltendem Recht darf der Entzug der elterlichen Sorge durch ein Familiengericht immer nur die letzte Maßnahme sein, um das Wohl eines Kindes zu schützen. Sollten Sie befürchten, dass ein Gericht Ihnen (womöglich auf Betreiben des Jugendamtes) die elterliche Sorge entziehen will, dann zögern Sie nicht, sofort einen Rechtsanwalt aufzusuchen. Den passenden Anwalt in Ihrer Nähe finden Sie auf unserer Seite!

3. Beachten Sie die Sorgerechts-Vorschriften für geschiedene Ehepaare!

Nach der Trennung eines Ehepaares steht die elterliche Sorge grundsätzlich immer noch beiden Eltern gemeinsam zu. Dies kann jedoch in Ausnahmefällen auf Antrag durch ein Gericht geändert werden. Befragen Sie jetzt einen kompetenten Rechtsanwalt zum Thema der elterlichen Sorge bei geschiedenen Ehepaaren. Nutzen Sie hierfür das Angebot der telefonischen Rechtsberatung!

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