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Rechtsschutzversicherung
Rechtsnews 16.02.2024 Alex Clodo

Darf der Arbeitgeber am Wochenende seinen Arbeitnehmer kontaktieren?

Arbeitgeber haben den Wunsch, dass ihre Mitarbeiter stets erreichbar sind. Doch darf der Chef Sie überhaupt am Wochenende kontaktieren? Diese Frage beschäftigt viele Arbeitnehmer, die auch außerhalb ihrer regulären Arbeitszeiten von ihrem Chef angerufen oder per E-Mail kontaktiert werden. Ist das überhaupt erlaubt? Und wie sollte man sich als Arbeitnehmer verhalten, wenn man seine Ruhe haben möchte? In diesem Artikel erklären wir Ihnen, was das deutsche Recht dazu sagt und welche Rechte und Pflichten Sie als Arbeitnehmer haben.

Was sagt das Arbeitszeitgesetz zum Arbeitgeber?

Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) regelt die zulässige Höchstdauer der Arbeitszeit pro Tag und Woche sowie die Mindestruhezeiten zwischen den Arbeitstagen. Nach § 3 ArbZG darf die werktägliche Arbeitszeit acht Stunden nicht überschreiten, sie kann aber auf bis zu zehn Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. Als Werktage gelten alle Tage von Montag bis Samstag, nicht aber Sonn- und Feiertage. Nach § 5 ArbZG müssen Arbeitnehmer nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden haben. Das bedeutet, dass sie in dieser Zeit nicht zur Arbeit verpflichtet sind und auch nicht vom Arbeitgeber gestört werden dürfen.

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Was sagt das Bundesurlaubsgesetz?

Das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) regelt den Anspruch der Arbeitnehmer auf bezahlten Erholungsurlaub. Nach § 1 BUrlG hat jeder Arbeitnehmer in jedem Kalenderjahr Anspruch auf mindestens 24 Werktage Urlaub. Nach § 3 BUrlG muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe eine Übertragung des Urlaubs auf das nächste Kalenderjahr rechtfertigen. Nach § 8 BUrlG darf der Arbeitgeber den Urlaub nur aus dringenden betrieblichen Gründen widerrufen oder ändern. Während des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten. Das bedeutet, dass er sich in dieser Zeit erholen soll und nicht für seinen Arbeitgeber arbeiten oder erreichbar sein muss.

Was sagt das Bürgerliche Gesetzbuch?

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die allgemeinen Rechtsbeziehungen zwischen den Bürgern, insbesondere auch die Rechte und Pflichten aus dem Arbeitsvertrag. Nach § 611 BGB ist der Arbeitnehmer verpflichtet, die vereinbarte Arbeitsleistung nach Weisung des Arbeitgebers zu erbringen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer die vereinbarte Vergütung zu zahlen. Nach § 612 BGB gilt, wenn die Höhe der Vergütung nicht bestimmt ist, die übliche Vergütung als vereinbart. Nach § 613 BGB kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine andere als die vertraglich geschuldete Tätigkeit nur unter bestimmten Voraussetzungen zuweisen. Nach § 614 BGB ist die Vergütung nach der Leistung der Dienste zu entrichten.

Wie kann man sich als Arbeitnehmer schützen?

Aus den genannten Gesetzen ergibt sich, dass der Arbeitgeber grundsätzlich nicht berechtigt ist, den Arbeitnehmer am Wochenende zu kontaktieren, es sei denn, es liegt ein dringender betrieblicher Grund vor oder es wurde eine entsprechende Vereinbarung getroffen. Der Arbeitnehmer hat ein Recht auf Ruhe und Erholung außerhalb seiner Arbeitszeit und insbesondere während seines Urlaubs. Wenn der Arbeitgeber dennoch versucht, den Arbeitnehmer am Wochenende zu erreichen, kann der Arbeitnehmer folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Er kann den Anruf oder die E-Mail ignorieren oder ablehnen.
  • Er kann den Arbeitgeber freundlich darauf hinweisen, dass er außerhalb seiner Arbeitszeit nicht erreichbar ist und ihn bitten, sein Anliegen auf einen Werktag zu verschieben.
  • Er kann sich an seinen Betriebsrat wenden, wenn es einen gibt, und ihn um Unterstützung bitten.
  • Er kann sich an einen Rechtsanwalt wenden, wenn er sich in seinen Rechten verletzt fühlt oder eine Klärung seiner Rechtslage wünscht.

Links zu einschlägigen Gesetzen:

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