Abfindung

Verfasst am 9. Juli 2016

Definition "Abfindung"
Die Abfindung ist eine freiwillige Zahlung, die der Arbeitgeber bei einer Kündigung an den Arbeitnehmer leistet.
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Was ist eine Abfindung?

Bei einer Kündigung sind viele Arbeitnehmer ratlos und fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz. Das Kündigungsschutzgesetz bietet nicht nur Regelungen, die eine Entlassung unwirksam machen, sondern auch die Möglichkeit einer Abfindung. Je nachdem, was der Auslöser für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses war, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine solche Ausgleichszahlung. Die Regelungen finden Sie im Kündigungsschutzgesetz. In den meisten Fällen treffen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jedoch eine außergerichtliche Einigung, die die Zahlung einer Abfindung beinhaltet.

Gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung

Der gesetzliche Anspruch auf eine Abfindung besteht, gem. Arbeitsrecht, nur in einigen Fällen: Werden etwa dringende betriebliche Erfordernisse als Begründung angegeben, hat der Arbeitnehmer das Recht auf eine Ausgleichszahlung. Dringende betriebliche Erfordernisse liegen etwa vor, wenn durch eine Umstrukturierung keine Möglichkeit mehr besteht, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen. Das Recht darauf erlischt jedoch, wenn der Arbeitnehmer eine Kündigungsschutzklage einreicht. Dennoch kann auch nach dem Einreichen der Klage noch ein Anspruch auf eine Entschädigung bestehen. Das ist der Fall, wenn das Arbeitsgericht feststellt, dass die Zusammenarbeit durch die Kündigung nicht aufgelöst wurde, dem Arbeitgeber eine Weiterbeschäftigung jedoch nicht zugemutet werden kann. Im Rahmen eines Aufhebungsvertrages wird ebenfalls oftmals eine Abfindung vereinbart. Ein solcher Vertrag wird einvernehmlich von Arbeitnehmer und Arbeitgeber abgeschlossen. Es müssen also beide Parteien vollständig  mit dem Vertrag zufrieden sein. Bei der formalen Gestaltung unterstützt Sie einer unserer Rechtsanwälte gerne. (Link zur Online-Rechtsberatung).

Höhe der Abfindung und steuerliche Aspekte

Die Höhe der Abfindung ist von der Höhe des Gehalts und der Dauer der Betriebszugehörigkeit abhängig. Nach dem Gesetz kann sie bis zu 12 Monatsverdienste betragen. Wenn der Arbeitnehmer über 50 Jahre alt ist und das Arbeitsverhältnis über 15 Jahre bestand, kann sie sich auf bis zu 15 Monatsverdienste erhöhen. War der Arbeitnehmer mehr als 20 Jahre im Betrieb tätig, stehen ihm sogar 20 Monatsverdienste zu. Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass eine Abfindung wie normales Einkommen versteuert wird. Allerdings kann durch die Fünftelregelung der Steuersatz niedrig gehalten werden. Hierbei wird ein Fünftel der Zahlung zum Jahreseinkommen gerechnet und das Jahreseinkommen ohne die Zuzahlung davon abgezogen. Wird diese Differenz nun verfünffacht, ergibt sich ein niedrigerer Steuerbetrag. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen zu Steuerzahlungen bei einer Abfindung an einen Anwalt für Steuerrecht.

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Top-Fragen zum Thema Abfindung für Arbeitnehmer

1. Wann bekomme ich eine Abfindung?

Grundsätzlich bestehen weder auf Basis des Arbeitsrechts noch im Kündigungsschutzgesetz (kschg) gesetzliche Ansprüche auf eine solche Zahlung. Es gibt jedoch einige Ausnahmefälle wie etwa eine Kündigung aus dringenden betrieblichen Erfordernissen oder direkte Vereinbarungen im Arbeitsvertrag. Auch darüber hinaus sind die meisten Arbeitgeber an einer außergerichtlichen Einigung und der Zahlung einer Abfindung interessiert, um einen Kündigungsschutzprozess zu umgehen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob sich in Ihrem Fall eine Abfindungszahlung vom Arbeitgeber erreichen lässt, so lohnt es sich, mit einem Anwalt zu reden, der Ihnen Ihre Erfolgschancen aufzeigt. Ggf. kann es sich lohnen vorab mit dem Betriebsrat darüber zu sprechen. Ein schneller Weg, Klarheit für Sie zu schaffen, ist eine telefonische Rechtsberatung.

2. Wie hoch ist eine Abfindung?

Die Abfindungshöhe ist von mehreren Faktoren abhängig: Die Höhe des im Arbeitsvertrag festgelegten Gehalts und die Dauer des Arbeitsverhältnisses sind vor allem entscheidend. Grundsätzlich kann die Zahlung bis zu 12 Monatsgehälter betragen, bei längerer Betriebszugehörigkeit unter Umständen sogar mehr. Weit verbreitet ist eine Formel, nach der man pro Beschäftigungsjahr ein halbes Monatsgehalt erhält. Wie das Abfindungsangebot ausfällt ist auch davon abhängig, wie viel Druck Sie mit einem Kündigungsschutzverfahren vorab aufbauen. Je höher dieser ist, desto leichter können Sie eine günstige Abfindungsregelung aushandeln. Wir empfehlen das aber nie ohne Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu tun, denn dieser hat wesentlich mehr Druckmittel. Die Abfindungszahlung wird mit seiner Vertretung deutlich höher ausfallen.

3. Sind Abfindungen steuerfrei?

Nein, Abfindungen sind nicht steuerfrei und werden wie normales Einkommen mit Ihrem Steuersatz versteuert. Da es sich dabei um außerordentliche Einkünfte handelt, können sie jedoch nach der Fünftelregelung versteuert werden. Dabei wird ein Fünftel der Zahlung zum steuerlichen Jahreseinkommen gerechnet und das Jahreseinkommen ohne die Zuzahlung davon abgezogen. Wird diese Differenz nun verfünffacht, ergibt sich ein niedrigerer Steuerbetrag. Lassen Sie sich unbedingt von einem kompetenten Steuerberater oder Rechtsanwalt für Steuerrecht unterstützen.

4. Werden Abfindungen auf das Arbeitslosengeld angerechnet?

Eine Abfindung wird nicht auf das Arbeitslosengeld angerechnet, wenn eine ordentliche Kündigungsfrist eingehalten wurde. Wurde das Arbeitsverhältnis bereits vorher beendet, wird meist eine gewisse Sperrzeit eingeräumt, in der der Anspruch auf Arbeitslosengeld ruht. Die Länge der Sperrzeit orientiert sich am Alter des Betroffenen, der Höhe der Abfindung, der Dauer der Betriebszugehörigkeit  und der Dauer der Kündigungsfrist. Ob und wenn ja, welche Arbeitslosengeldzahlungen Ihnen zustehen, kann ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht für Sie ermitteln und wenn nötig rechtlich durchsetzen. Oder lassen Sie sich jetzt sofort telefonisch von einem Anwalt für Arbeitsrecht beraten.

5. Hilft mir eine Kündigungsschutzklage dabei, eine Abfindung zu bekommen?

Der Gang vors Arbeitsgericht hilft nur bedingt dabei, eine Abfindung zu erhalten, ist jedoch die einzige Möglichkeit, die Ihnen das Kündigungsschutzgesetz bietet. Ein gesetzlicher Anspruch entsteht nur dann, wenn das Arbeitsverhältnis durch die Entlassung nicht aufgelöst wurde und eine Weiterbeschäftigung dem Arbeitnehmer nicht zugemutet werden kann. Sie kann jedoch als Druckmittel dienen, um eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen und die Abfindungshöhe zu steigern. Häufig lässt sicher der Arbeitgeber dann eher auf einen Abwicklungsvertrag ein. Lassen Sie Ihre Chancen von einem unserer Rechtsanwälte ermitteln. 

Top-Tipps zum Thema Abfindung für Arbeitnehmer

1. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über die Abfindung, um Gerichtskosten zu sparen.

In den meisten Fällen ist der Chef mit einem Abfindungsangebot an einer außergerichtlichen Lösung ohne Einschaltung des Arbeitsgerichts interessiert. Gut für Sie, denn so fallen keine Gerichtskosten an, die Sie in der ersten Instanz selbst tragen müssten. Auch sonst lohnt sich ein Gespräch über den Abfindungsanspruch in den meisten Fällen, um die eigenen Interessen zu wahren und die Abfindungshöhe auszuhandeln.

2. Je länger das Arbeitsverhältnis dauerte, desto mehr Abfindung können Sie erhalten.

Die Höhe einer Abfindung ist davon abhängig, wie lange Sie bei dem Betrieb tätig waren. Bestand das Arbeitsverhältnis mehr als 15 Jahre, kann sich die Kompensation auf bis zu 15 Monatsverdienste erhöhen. Auch nach der Formel „Ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr" steigen Ihre Ansprüche von Jahr zu Jahr an. Sie sind unsicher, wie viel Geld Sie verlangen können? Lassen Sie sich von einem unserer Rechtsanwälte bei der telefonischen Rechtsberatung helfen.

3. Holen Sie sich rechtlichen Beistand, um Ihre Abfindung sicher zu erhalten.

Der Dienstherr verhält sich leider nicht immer kooperativ oder ist zu einer Zahlung bereit. Außerdem sind viele Arbeitnehmer unsicher, ob ein Anspruch auf eine Abfindung besteht. Aus diesem Grund ist es in jedem Fall ratsam, einen Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zu beauftragen, der Ihre Ansprüche aus dem Kündigungsschutzgesetz überprüft. Er hat die Kompetenz auch außergerichtlich einen Abwicklungsvertrag für Sie zu verhandeln. Sie sparen dann die Verfahrenskosten! Notfalls vertritt Sie dieser dann kompetent vor dem Arbeitsgericht in Ihrem Kündigungsschutzprozess

Wenn Sie sich vorab nur kurz über die Chancen eine Abfindung zu bekommen informieren wollen, so emfpehlen wir einen Anruf bei der Deutsche-Rechtsanwaltshotline. Dort telefonieren Sie schon für 29 € mit einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht!

4. Lassen Sie von einem Rechtsanwalt prüfen, ob sich eine Kündigungsschutzklage lohnt.

Wenn der Arbeitgeber die Zahlung einer Abfindung verweigert, sollten Sie in jedem Fall einen Anwalt hinzuziehen. Dieser kann überprüfen, ob es sich lohnt, eine solche Klage gegen die Kündigung durchzuführen. Auch, wenn keine rechtlichen Ansprüche vorhanden sind, kann die Drohung mit einer Kündigungsschutzklage bei Ihrem Arbeitgeber Wunder wirken.

Einen Rechtsanwalt in Ihrer Nähe finden Sie hier.

5. Unterschreiben Sie keinen Aufhebungsvertrag, sonst droht eine geringe Abfindung.

Viele Arbeitgeber hoffen, eine Kündigung durch einen Aufhebungsvertrag mitsamt einer Abfindung schnell abwickeln zu können. Unterschreiben Sie einen solchen Vertrag nur nach Absprache mit einem Anwalt. Wenn Sie mit einer Kündigungsschutzklage drohen oder den Aufhebungsvertrag aktiv verhandeln, werden Sie sehr wahrscheinlich eine höhere Entschädigung bekommen. Lassen Sie den Aufhebungsvertrag hier prüfen.


Für Arbeitgeber

Top-Fragen zum Thema Abfindung für Arbeitgeber

1. Wann muss ich eine Abfindung zahlen?

Die Zahlung ist nur in wenigen Ausnahmefällen gesetzlich festgelegt. Somit sind Sie im Allgemeinen nicht dazu verpflichtet, Zahlungen an den Arbeitnehmer zu leisten. Im Zweifelsfall kann es jedoch eine günstigere Alternative zu einer Kündigungsschutzklage darstellen. Wenn Sie unsicher sind, ob die Zahlung einer Abfindung sich lohnt, sollten Sie einen fachkundigen Rechtsanwalt zu Rate ziehen.

2. Wie hoch ist eine Abfindung?

Die Höhe einer Abfindung orientiert sich an der Dauer der Betriebszugehörigkeit und dem Alter des Arbeitnehmers. Sie beträgt meist 12 Monatsgehälter, kann aber auch noch steigen. Eine andere Möglichkeit der Berechnung ist die Formel „Ein halbes Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr“.

3. Ist eine Abfindung eine gute Alternative zu einer Kündigungsschutzklage?

Bei der Trennung von einem Arbeitnehmer kann dies eine Alternative darstellen. Der Unterschied besteht darin, dass durch das Kündigungsschutzgesetz angestrebt wird, den Arbeitsplatz so lange wie möglich zu erhalten, während Sie das Arbeitsverhältnis mit einem Aufhebungsvertrag und einer Entschädigung unkomplizierter beenden können. Lassen Sie Ihren Aufhebungsvertrag hier von einem unserer Rechtsanwälte überprüfen.

4. Muss man bei einem Aufhebungsvertrag eine Abfindung bezahlen?

Ein Aufhebungsvertrag ist nicht zwingend mit einer Abfindung verbunden. Es ist jedoch ratsam, den Arbeitnehmer durch eine angemessene Summe günstig zu stimmen, um eine Kündigungsschutzklage gem. Kündigungsschutzgesetz zu umgehen, die unter Umständen zur Zahlung einer höheren Abfindung führen kann. 

Top-Tipps zum Thema Abfindung für Arbeitgeber

1. Sprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter, um eine Kündigungsschutzklage zu umgehen.

Wenn eine Kündigung gem. Kündigungsschutzgesetz ansteht, sollten Sie in jedem Fall das Gespräch mit dem Mitarbeiter suchen, bevor es zum Arbeitsgericht geht. So können Sie von Anfang an eine Abfindung anbieten und an die Bedingung koppeln, dass keine Klage eingereicht wird. Finden Sie hier einen Anwalt, der einen Aufhebungsvertrag erstellt und Sie bei der Abwicklung berät.

2. Für Betriebe mit bis zu zehn Mitarbeitern gilt der Kündigungsschutz nicht, sodass kein Rechtsanspruch auf Abfindung entsteht.

Wenn in Ihrem Betrieb weniger als zehn Mitarbeiter tätig sind, gilt das Kündigungsschutzgesetz nicht. Somit müssen Sie keinen triftigen Kündigungsgrund angeben, sodass eine Kündigungsschutzklage nur in Einzelfällen Erfolg hat. Auch ein Aufhebungsvertrag mitsamt einer Abfindung ist nicht nötig. Nutzen Sie die telefonische Rechtsberatung, um sich über weitere Regelungen zur Kündigung in Kleinstunternehmen zu informieren.

3. Ein befristeter Arbeitsvertrag schützt vor Abfindungszahlungen.

Eine weitere Möglichkeit, um die Zahlung einer Abfindung zu umgehen, besteht in der Verwendung von befristeten Arbeitsverträgen. Dabei endet das Arbeitsverhältnis zum festgelegten Zeitpunkt, sodass keine gesonderte Kündigung nötig ist und keine Abfindungen gezahlt werden müssen. Im Rahmen einer Online-Rechtsberatung überprüfen unsere Rechtsanwälte für Arbeitsrecht gerne Ihre Vorlage für einen befristeten Arbeitsvertrag.

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