Ratgeber 20.02.2025 Christian Schebitz

Falsche Google-Bewertungen: Rechtliche Aspekte und Optionen

Google-Bewertungen sind für Unternehmen enorm wichtig. Sie beeinflussen die Kaufentscheidung potenzieller Kunden und können den Ruf eines Unternehmens maßgeblich prägen. Doch was, wenn diese Bewertungen falsch sind? Sind sie strafbar? Wie kann man sie melden? Dieser Blogbeitrag gibt Antworten.

Was sind falsche Google-Bewertungen?

Falsche Google-Bewertungen sind Rezensionen, die nicht auf einer tatsächlichen Erfahrung mit dem bewerteten Unternehmen beruhen. Sie können verschiedene Formen annehmen:

  • Gefälschte positive Bewertungen: Diese werden oft von Unternehmen selbst oder von beauftragten Agenturen erstellt, um das eigene Image zu verbessern.
  • Gefälschte negative Bewertungen: Diese können von Konkurrenten, verärgerten (Ex-)Mitarbeitern oder Personen mit anderen Motiven stammen, um dem Unternehmen zu schaden.
  • Bewertungen mit unwahren Tatsachenbehauptungen: Diese enthalten falsche Aussagen über das Unternehmen, seine Produkte oder Dienstleistungen.
  • Bewertungen mit beleidigenden oder verleumderischen Inhalten: Diese überschreiten die Grenze der Meinungsfreiheit und greifen die persönliche Ehre an.

Sind falsche Google-Bewertungen strafbar?

Ja, falsche Google-Bewertungen können sowohl zivilrechtliche als auch strafrechtliche Konsequenzen haben.

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Zivilrechtliche Ansprüche

Unternehmen, die von falschen Bewertungen betroffen sind, haben verschiedene zivilrechtliche Ansprüche:

  • Anspruch auf Löschung: Sie können von Google und dem Verfasser der Bewertung die Löschung der falschen Bewertung verlangen. („§ 823 Abs. 1 BGB“ i.V.m. „§ 1004 BGB analog“)
  • Anspruch auf Unterlassung: Sie können verlangen, dass der Verfasser es unterlässt, die falschen Behauptungen zu wiederholen.
  • Anspruch auf Schadensersatz: Wenn Ihnen durch die falsche Bewertung ein Schaden entstanden ist (z.B. Umsatzeinbußen), können Sie Schadensersatz verlangen.
  • Anspruch auf Gegendarstellung: Sie haben das Recht, eine Gegendarstellung zu veröffentlichen, in der Sie Ihre Sicht der Dinge darlegen.

Strafrechtliche Konsequenzen

Je nach Inhalt der Bewertung können auch Straftatbestände erfüllt sein:

  • Üble Nachrede (§ 186 StGB): Wenn unwahre Tatsachen behauptet werden, die geeignet sind, das Unternehmen in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen.
  • Verleumdung (§ 187 StGB): Wenn wider besseren Wissens unwahre Tatsachen behauptet werden, um das Unternehmen zu schädigen.
  • Beleidigung (§ 185 StGB): Wenn die Bewertung ehrverletzende Äußerungen enthält.

Wie kann ich eine falsche Google-Bewertung melden?

Google bietet verschiedene Möglichkeiten, falsche Bewertungen zu melden:

  1. Direkt in Google Maps oder der Google Suche: Klicken Sie bei der betreffenden Bewertung auf die drei Punkte und wählen Sie „Rezension melden“.
  2. Über das Google Unternehmensprofil (früher Google My Business): Hier können Sie Bewertungen verwalten und melden.
  3. Über ein spezielles Formular: Google bietet ein Formular an, mit dem Sie Rechtsverstöße melden können.

Gründe für die Meldung einer Bewertung

Google nennt verschiedene Gründe, aus denen eine Bewertung gemeldet werden kann:

  • Spam und gefälschte Inhalte
  • Themenfremd
  • Interessenkonflikt
  • Anstößige Inhalte
  • Mobbing oder Belästigung
  • Diskriminierende Inhalte
  • Persönliche Informationen
  • Rechtswidrige Inhalte

Wählen Sie bei Interessenkonflikt, wenn Sie vermuten, dass die Bewertung von einem Wettbewerber stammt.

Was tun bei schlechten Bewertungen, die nicht falsch sind?

Nicht jede schlechte Bewertung ist automatisch falsch. Wenn ein Kunde eine negative, aber ehrliche Bewertung abgibt, haben Sie in der Regel keine rechtliche Handhabe. In diesem Fall sollten Sie:

  • Professionell antworten: Bedanken Sie sich für das Feedback und gehen Sie auf die Kritikpunkte ein.
  • Lösung anbieten: Versuchen Sie, das Problem des Kunden zu lösen und ihn zufriedenzustellen.
  • Aus Fehlern lernen: Nutzen Sie das Feedback, um Ihre Produkte oder Dienstleistungen zu verbessern.

Beispiele für die Anwendung der Gesetze

  1. Beispiel 1: Ein Konkurrent schreibt eine gefälschte negative Bewertung über ein Restaurant, in der er behauptet, er habe dort eine Lebensmittelvergiftung bekommen. Dies ist eine unwahre Tatsachenbehauptung und kann als üble Nachrede oder Verleumdung strafbar sein.
  2. Beispiel 2: Ein verärgerter Kunde schreibt eine Bewertung, in der er den Inhaber eines Geschäfts als „Betrüger“ bezeichnet. Dies kann eine Beleidigung darstellen.
  3. Beispiel 3: Ein Unternehmen kauft gefälschte positive Bewertungen, um sein Ranking zu verbessern. Dies ist wettbewerbswidrig und kann zu Abmahnungen und Schadensersatzforderungen führen.

Konkrete Handlungsanweisungen

  1. Bewertung prüfen: Handelt es sich tatsächlich um eine falsche Bewertung?
  2. Beweise sichern: Machen Sie Screenshots von der Bewertung und sammeln Sie alle relevanten Informationen.
  3. Bewertung melden: Nutzen Sie die Meldefunktionen von Google.
  4. Anwalt einschalten: Wenn Google die Bewertung nicht löscht oder Sie weitere Ansprüche geltend machen wollen, lassen Sie sich anwaltlich beraten.

Mögliche Hindernisse

Hindernis Mögliche Lösung
Google löscht die Bewertung nicht. Wenden Sie sich an einen Anwalt. Dieser kann Google direkt kontaktieren und die Löschung gegebenenfalls gerichtlich durchsetzen.
Der Verfasser der Bewertung ist anonym. Ein Anwalt kann versuchen, die Identität des Verfassers über Google oder andere Wege herauszufinden.
Der Schaden ist bereits entstanden. Sie können Schadensersatzansprüche geltend machen.

Weiterführende Informationen und Links

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