Rechtsnews 15.07.2015 Christian Schebitz

Schadensersatz wegen Nikotineinwirkung?

Das Rauchen schädigt nicht nur den Raucher selbst, sondern bei ausreichender Aussetzungsdauer auch Gegenstände. Häufig zu beobachten ist dies in Wohnungen, in denen über längere Zeit hinweg intensiv geraucht wurde. Nicht nur vergilbte Tapeten müssen dann ausgetauscht werden, betroffen sind auch Teppichböden, Türen und sonstige Ausstattungsgegenstände. Ob Vermietern in solchen Fällen ein Schadensersatzanspruch zusteht, musste kürzlich das Amtsgericht Kandel klären.

In dem vorliegenden Fall kam es Anfang 2014 zur Beendigung eines lange Jahre andauernden Mietverhältnisses. Die Mieterin raucht intensiv und so stellten die Vermieter fest, dass in der Wohnung nach dem Auszug der Mieterin einige Renovierungsarbeiten vorgenommen werden mussten. Rolladengurte, Gurtaufroller und Fenstergriffe waren durch jahrelange Nikotineinwirkung derart geschädigt, dass sie ersetzt werden mussten. Die Vermieter verlangten nach dem Austausch der betroffenen Teile Schadensersatz von ihrer ehemaligen Mieterin. Weil diese sich zu zahlen weigerte, kam es schließlich zum Gerichtsverfahren.

Kostenlose Erst­einschätzung zu
Schadensersatz wegen Nikotineinwirkung? erhalten

Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.

Nikotinschaden an Wohnungsausstattung – Schadensersatz?

Das Amtsgericht Kandel entschied nun zugunsten der Vermieter. In seinem Urteil stützte das Gericht sich unter anderem auf ein bereits ergangenes Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2008. Dieses stufte es als sogenannte vertragswidrige Nutzung einer Wohnung durch den Mieter ein, wenn durch das Rauchen des Mieters Schäden entstehen, die nicht mehr nur durch Schönheitsreparaturen im Sinne des § 28 Abs. 4 Satz 3 der zweiten Berechnungsverordnung zu beheben sind, sondern nur durch Instandsetzungsarbeiten.

Die Höhe des durch die ehemalige Mieterin zu leistenden Schadensersatzes bezifferte das Amtsgericht auf 70,25€. Angefallen waren 100,50€ an Materialkosten sowie vier Arbeitsstunden für die Durchführung der notwendig gewordenen Arbeiten. Diese wurden mit insgesamt 40€ angesetzt, so dass ein Betrag von 140,50€ entstand. Des Abzugs neu für alt wegen reduzierte das Amtsgericht diesen Betrag noch um 50%, woraus sich 70,25€ ergaben. 

  • Quelle: Amtsgericht Kandel, Urteil vom 17.11.2014 – 1 C 244/14 –

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

In der Mietwohnung: Ist im Stehen pinkeln erlaubt?

Falsche Wohnungsgröße rechtfertigt Mietminderung

Rückzahlung der Mietkaution

Kostengünstige Rechtsberatung durch Fachanwälte

  • Verbindliche Auskunft vom Rechtsanwalt
  • Festpreis - garantiert
  • innerhalb von 24 Stunden

Beratung durch Anwalt am Telefon

Antwort auf konkrete Fragestellung.
Spezialisierter Anwalt ruft Sie zügig an.

Zur Auswahl der Anwaltshotline 15 min. zum Festpreis ab 29€