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Rechtsschutzversicherung
Rechtsnews 19.11.2023 Alex Clodo

Patientenverfügung 23: Was Sie zur Verfügung wissen müssen!

Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Erklärung, in der eine Person festlegt, welche medizinischen Maßnahmen sie in bestimmten Situationen wünscht oder ablehnt, wenn sie selbst nicht mehr entscheidungsfähig ist. Eine Verfügung des Patienten dient dazu, die Selbstbestimmung und den Willen der Person zu wahren, auch wenn sie nicht mehr in der Lage ist, sich zu äußern oder zu kommunizieren.

Wie erstellt man eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung muss schriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben sein. Es gibt keine gesetzliche Formvorschrift für eine solche Verfügung, aber es empfiehlt sich, eine klare und verständliche Sprache zu verwenden und konkrete Situationen und Behandlungswünsche zu beschreiben. Eine Verfügung der Patienten kann jederzeit geändert oder widerrufen werden.

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Wem sollte man eine Patientenverfügung mitteilen?

Eine Patientenverfügung sollte den Personen mitgeteilt werden, die im Falle einer Entscheidungsunfähigkeit über die medizinische Behandlung informiert werden oder entscheiden müssen, wie zum Beispiel Angehörige, Vertrauenspersonen, Ärzte oder Betreuer. Es ist sinnvoll, eine Kopie der Verfügung diesen Personen zu übergeben oder ihnen den Aufbewahrungsort mitzuteilen. Außerdem kann man eine Verfügung des Patienten bei einer zentralen Vorsorgeregisterstelle registrieren lassen, um die Auffindbarkeit zu erleichtern.

Welche rechtliche Wirkung hat eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist für die behandelnden Ärzte grundsätzlich bindend, wenn sie auf die aktuelle Situation zutrifft und keine Zweifel an der Gültigkeit oder dem Willen der Person bestehen. Die Ärzte müssen die Verfügung des Betroffenen beachten und die Behandlung entsprechend durchführen oder unterlassen. Wenn die Patientenverfügung nicht eindeutig ist oder nicht auf die aktuelle Situation passt, müssen die Ärzte den mutmaßlichen Willen der Person ermitteln, indem sie zum Beispiel Angehörige, Vertrauenspersonen oder Betreuer befragen.

Welche Vorteile hat eine Verfügung des Patienten?

Eine Verfügung des Patienten hat mehrere Vorteile:

  • Sie ermöglicht es der Person, ihren Willen und ihre Werte bezüglich ihrer medizinischen Versorgung zum Ausdruck zu bringen und zu dokumentieren.
  • Sie entlastet die Angehörigen, Vertrauenspersonen oder Betreuer von schwierigen Entscheidungen in emotional belastenden Situationen.
  • Sie fördert das Vertrauen und die Kommunikation zwischen der Person, den Angehörigen, den Vertrauenspersonen und den Ärzten.
  • Sie vermeidet mögliche Konflikte oder Rechtsstreitigkeiten über die angemessene Behandlung der Person.

Wer benötigt eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung kann für jeden sinnvoll sein, der seine medizinische Versorgung im Voraus regeln möchte. Besonders wichtig kann eine Verfügung des Patienten sein, wenn man an einer chronischen oder unheilbaren Krankheit leidet, die das Bewusstsein oder die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigen kann. Auch wenn ein hohes Risiko für einen Unfall oder einen Schlaganfall besteht, kann eine Patientenverfügung hilfreich sein.

Eine Verfügung kann nicht nur den Patienten selbst, sondern auch seine Angehörigen und Betreuer entlasten. Sie kann ihnen Sicherheit und Orientierung geben, wenn sie schwierige Entscheidungen treffen müssen. Sie kann auch Konflikte und Streitigkeiten vermeiden, die sonst bei unterschiedlichen Auffassungen über die Behandlung entstehen können.

Beispiele für die Anwendung einer Patientenverfügung

Beispiel 1: Herr Müller leidet an einer fortgeschrittenen Demenz und kann nicht mehr selbstständig essen und trinken. Er hat vor einigen Jahren eine Verfügung verfasst, in der er eine künstliche Ernährung und Flüssigkeitszufuhr ausdrücklich ablehnt. Seine Tochter, die seine Bevollmächtigte ist, stimmt dieser Verfügung zu. Die Ärzte müssen sich an die Patientenverfügung halten und dürfen Herrn Müller nicht gegen seinen Willen ernähren oder mit Flüssigkeit versorgen.

Beispiel 2: Frau Schmidt hat einen schweren Autounfall und liegt im Koma. Sie hat keine Patientenverfügung hinterlassen, aber ihr Ehemann, der ihr gesetzlicher Betreuer ist, weiß, dass sie immer gesagt hat, sie wolle nicht an Maschinen angeschlossen werden. Er bittet die Ärzte, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. Die Ärzte müssen aber prüfen, ob noch eine Chance auf Besserung besteht und ob Frau Schmidt diesen Wunsch wirklich geäußert hat. Wenn sie Zweifel haben, müssen sie die Behandlung fortsetzen.

Beispiel 3: Frau Meier leidet an einem Hirntumor und wird operiert. Sie hat eine Patientenverfügung verfasst, in der sie festhält, dass sie im Falle einer Hirnschädigung keine lebensverlängernden Maßnahmen wünscht, wohl aber eine angemessene Schmerztherapie und Sterbebegleitung. Nach der Operation stellt sich heraus, dass Frau Meier einen schweren Hirnschaden erlitten hat und nicht mehr bei Bewusstsein ist. Die Ärzte müssen die lebensverlängernden Maßnahmen abbrechen, Frau Meier aber ein schmerzfreies Sterben in Würde ermöglichen.

Wie kann eine Patientenverfügung aussehen?

Ein Beispiel für eine Patientenverfügung könnte folgendermaßen aussehen:

Ich, Max Mustermann, geboren am 01.01.1970, wohnhaft in Musterstadt, erkläre hiermit meine Wünsche für den Fall, dass ich aufgrund einer schweren Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage bin, meinen Willen bezüglich meiner medizinischen Behandlung zu äußern.

Ich wünsche mir, dass mein Leben nicht durch lebenserhaltende Maßnahmen künstlich verlängert wird, wenn

  • ich an einer unheilbaren Krankheit leide, die mich in einen Zustand schwerster Leiden versetzt,
  • ich im Wachkoma liege oder an einer schweren Demenz erkrankt bin,
  • ich einen irreversiblen Hirnschaden erlitten habe,
  • ich mich im Sterbeprozess befinde.

Ich lehne in diesen Situationen insbesondere folgende Maßnahmen ab:

  • künstliche Beatmung
  • künstliche Ernährung
  • Dialyse
  • Reanimation
  • Operationen
  • Bluttransfusionen
  • Antibiotika

Ich wünsche mir stattdessen eine palliative Versorgung, die darauf abzielt, meine Schmerzen und Beschwerden zu lindern und mir ein würdevolles Sterben zu ermöglichen. Ich möchte, dass mir in dieser Phase meine Angehörigen und Vertrauenspersonen beistehen und dass meine religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen respektiert werden.

Diese Patientenverfügung gilt, solange ich sie nicht widerrufe. Ich bitte alle, die an meiner Behandlung beteiligt sind, meinen Willen zu respektieren und umzusetzen.

Ort, Datum, Unterschrift

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