Krankmeldung und Krankschreibung

Verfasst am 14. Juli 2016

Definition "Krankmeldung und Krankschreibung"
Eine Krankmeldung ist eine Mitteilung des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber im Krankheitsfall. Eine Krankschreibung wird hingegen von einem Arzt ausgestellt.
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Im Krankheitsfall ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, seinen Arbeitgeber unverzüglich über seine Arbeitsunfähigkeit zu informieren. Das kann sowohl telefonisch als auch per Fax oder E-Mail geschehen. Wichtig ist dabei, nicht zu lange zu warten, sondern die Krankmeldung möglichst bald nach Arbeitsbeginn melden. Dabei sollte nach Möglichkeit auch die Dauer der Arbeitsunfähigkeit angegeben werden. Weitere Angaben zur Krankheit wie etwa eine vorläufige Diagnose sind hingegen nicht nötig.

Krankmeldung und Krankschreibung

Im Anschluss an die Krankmeldung sollte man einen Arzt aufsuchen und sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, auch Krankschreibung genannt, ausstellen lassen. Die meisten Arbeitgeber verlangen, dass diese spätestens am vierten Tag nach der Krankmeldung vorliegt. Je nach Arbeitsvertrag und Vereinbarung kann sie jedoch auch schon am ersten Tag verlangt werden. Befindet sich der Arbeitnehmer zum Zeitpunkt der Krankheit im Ausland, kann die Krankmeldung in den meisten Fällen auch erst später vorliegen. Zusätzlich muss die Krankenkasse innerhalb von einer Woche informiert werden. Meist wird die Krankschreibung direkt vom Arzt weitergeschickt. Ansonsten muss diese selbständig und am besten per Einschreiben versendet werden.

Lohnfortzahlung bei Krankheit

Die Krankmeldung dient in erster Linie der Information des Arbeitgebers, damit dieser mit dem unerwarteten Ausfall der Arbeitskraft umgehen und eventuell für Ersatz sorgen kann. Bei einer Einhaltung der Fristen wird das Arbeitsentgelt im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen vom Arbeitgeber geleistet. Danach übernimmt die Krankenkasse die Zahlung. Wurde jedoch keine Krankmeldung vorgenommen, ist der Arbeitgeber dazu berechtigt, die Zahlung des Lohns einzustellen. Die gesetzliche Grundlage bildet das Entgeltfortzahlungsgesetz.

Krankmeldung bei Arbeitslosigkeit

Arbeitslose müssen sich ebenso wie Arbeitnehmer krank melden, da sie in dieser Zeit nicht arbeitsfähig sind und somit auch nicht nach einer Arbeit suchen können. Die Krankmeldung muss am ersten Tag der Krankheit bei der zuständigen Agentur für Arbeit erfolgen. Dauert die Erkrankung länger als einen Tag an, muss ebenfalls eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zugesendet werden. 

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Top-Fragen zum Thema Krankmeldung und Krankschreibung für Arbeitnehmer

1. Wann muss eine Krankmeldung vorliegen?

Eine Krankmeldung muss am selben Tag vorliegen, an dem Sie von der Erkrankung erfahren. Wichtig ist auch, die Krankmeldung rechtzeitig vor oder kurz nach Arbeitsbeginn zu machen. Die Krankschreibung vom Arzt muss im Regelfall am vierten Tag vorliegen. 

2. Wer zahlt das Gehalt bei einer Krankmeldung?

Wurde die Erkrankung fristgerecht gemeldet, muss der Arbeitgeber eine Entgeltfortzahlung leisten. Das gilt nicht nur für Vollbeschäftigte, sondern auch für geringfügig Beschäftigte, die mindestens vier Wochen in dem Betrieb tätig waren. Die Entgeltzahlung ist auf sechs Wochen beschränkt. Danach zahlt die Krankenkasse ein Krankengeld. Wenn Ihr Arbeitgeber die Zahlung verweigert, sollten Sie sich in jedem Fall an einen Rechtsanwalt wenden und sich etwa bei der telefonischen Rechtsberatung weiterhelfen lassen.

3. Was ist der Unterschied zwischen einer Krankmeldung und einer Krankschreibung?

Eine Krankmeldung muss direkt am Tag der Erkrankung per Telefon, Fax oder E-Mail beim Arbeitgeber eingereicht werden. Eine Krankschreibung wird vom Arzt ausgestellt und muss in den meisten Fällen am vierten Tag vorliegen. In einigen Fällen kann der Arbeitgeber die Krankschreibung jedoch auch bereits am ersten Tag verlangen. 

4. Kann man eine Krankmeldung auch rückwirkend einreichen?

Nein, eine Krankmeldung kann man nicht rückwirkend einreichen. Man sollte so schnell wie möglich den Arbeitgeber informieren, da sonst eine Abmahnung folgen kann. Bei einer Krankschreibung ist hingegen in Einzelfällen eine Rückdatierung von bis zu zwei Tagen möglich. Bei einer verspätet eingereichten Krankmeldung und einer Abmahnung  ist es in einigen Fällen ratsam, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen, der Ihre Interessen vertritt.

5. Muss ich die Krankmeldung auch an die Krankenkasse schicken?

Zusätzlich zum Arbeitgeber muss auch die Krankenkasse über die Krankmeldung informiert werden. Dazu sollte die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Einschreiben versendet werden. Die Frist für die Krankmeldung liegt in den meisten Fällen bei einer Woche. Häufig wird diese jedoch auch direkt vom Arzt an die Krankenkasse weitergeleitet, es lohnt sich also, während der ärztlichen Behandlung nachzufragen. 

Top-Tipps zum Thema Krankmeldung und Krankschreibung für Arbeitnehmer

1. Informieren Sie ihren Arbeitgeber bereits vor Arbeitsbeginn über Ihre Erkrankung.

Sobald Sie bemerken, dass Sie durch die Erkrankung arbeitsunfähig sind, sollten Sie Ihren Arbeitgeber informieren. Idealerweise reicht ein kurzer Anruf vor Arbeitsbeginn, damit er informiert ist und mit Ihrem Arbeitsausfall umgehen kann. Verletzen Sie ihre Anzeigepflicht, kann eine Abmahnung und bei wiederholtem Vorkommen auch eine Kündigung die Folge sein. 

2. Täuschen Sie keine Krankmeldung vor, sonst droht die Kündigung.

So verlockend es auch ist, sich einen Tag krank zu stellen – tun Sie es besser nicht. Der Arbeitgeber hat bei Zweifeln an Ihrer Krankheit das Recht, eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes einzuholen. Die Täuschung wird im schlimmsten Fall als Betrug oder Betrugsversuch gewertet und kann eine fristlose Kündigung zur Folge haben. Zusätzlich kann häufiges kurzzeitiges Fehlen als Grund für eine personenbedingte Kündigung angeführt werden. Lassen Sie den Kündigungsgrund dennoch von einem fachkundigen Rechtsanwalt auf seine Gültigkeit überprüfen.

3. Machen Sie die Krankmeldung auch, wenn Sie im Urlaub sind.

Sie haben Urlaub und sind erkrankt? Reichen Sie in jedem Fall eine Krankmeldung und eine Krankschreibung bei Ihrem Arbeitgeber ein. So werden die Urlaubstage, die sie mit Fieber im Bett verbringen, nicht angerechnet. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass sich der Urlaub nicht nach hinten verlängert, sondern die Arbeit wie vereinbart wieder beginnt. Die Urlaubstage können Sie dann im Nachhinein nehmen. 

4. Sie dürfen während einer Krankschreibung das Haus verlassen.

Viele Arbeitnehmer fragen sich, was Sie alles während einer Krankschreibung tun dürfen und ob ein Gang nach draußen erlaubt ist. Tatsächlich darf man auch im Krankheitsfall das Haus verlassen. Die Ausübung einer Arbeit ist jedoch nicht gestattet, so dass auch  bei einem Nebenjob eine Krankmeldung eingereicht werden muss. Zusätzlich sollten Sie die Anweisungen des Arztes befolgen und nichts tun, das der Gesundung entgegenstehen könnte. Der Arbeitgeber ist sonst dazu berechtigt, die Lohnfortzahlung einzustellen. Fragen Sie im Zweifelsfall schnell über die telefonische Rechtsberatung bei einem Rechtsanwalt nach.

5. Bei Arbeitslosigkeit muss eine Krankmeldung bei der Agentur für Arbeit eingereicht werden.

Auch wenn Sie arbeitssuchend sind, müssen Sie Ihre Erkrankung melden. Dazu reicht eine Meldung bei der zuständigen Agentur für Arbeit. Dauert die Krankheit länger als drei Tage an, muss eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Am besten senden Sie diese per Einschreiben an den jeweiligen Sachbearbeiter. Das Arbeitslosengeld wird im Krankheitsfall bis zu sechs Wochen gezahlt, bevor die Krankenkasse ein Krankengeld auszahlt. Weitere Fragen zum Thema Hartz IV und Krankheit beantworten unsere Rechtsanwälte gerne.


Für Arbeitgeber

Top-Fragen zum Thema Krankmeldung und Krankschreibung für Arbeitgeber

1. Kann der Arbeitgeber einen Krankenschein schon ab dem ersten Tag verlangen?

Der Krankenschein muss nach der gesetzlichen Vorlage spätestens am vierten Tag nach der Krankmeldung vorliegen. Sie können jedoch eine gesonderte Regelung im Arbeitsvertrag treffen und die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bereits am ersten Tag verlangen. Lassen Sie sich von einem unserer Rechtsanwälte für Arbeitsrecht einen entsprechenden Arbeitsvertrag erstellen.

2. Ist eine Kündigung wegen Krankheit möglich?

Wurde eine Krankmeldung nicht zeitnah eingereicht, können eine Mahnung und letztlich auch eine Kündigung ausgesprochen werden. Auch häufige und kurzfristige Krankheitszeiten bieten einen Anlass für eine personenbedingte Kündigung. Fragen Sie im Zweifelsfall einen kompetenten Rechtsanwalt, der Sie bei der Erstellung der Mahnung und der Kündigung unterstützt.

3. Ist eine Krankmeldung während des Urlaubs möglich?

Ja, der Mitarbeiter ist sogar dazu verpflichtet, sich bei einer Erkrankung während seines Urlaubs krank zu melden. Sie sollten in einem solchen Fall beachten, dass der Urlaub während der Krankheit endet und der Mitarbeiter danach wieder gewohnt zur Arbeit erscheinen muss. Außerdem bleiben die Urlaubstage erhalten und können später eingereicht werden. 

4. Wann übernimmt die Krankenkasse die Kosten für den kranken Mitarbeiter?

Generell müssen Sie in den ersten sechs Wochen nach Krankheitsbeginn eine Entgeltfortzahlung leisten. Danach übernimmt die Krankenkasse die Kosten und zahlt ein Krankengeld. Die Entgeltfortzahlung können Sie jedoch verweigern, wenn die Krankmeldung nicht fristgerecht eingereicht wurde. 

Top-Tipps zum Thema Krankmeldung und Krankschreibung für Arbeitgeber

1. Verlangen Sie in jedem Fall eine Krankmeldung.

Sie sollten Ihre Mitarbeiter bereits im Voraus darüber informieren, dass Sie in jedem Fall eine Krankmeldung verlangen. Es ist Ihr Recht, so schnell wie möglich über einen Arbeitsausfall informiert werden zu wollen. Sollten Ihre Mitarbeiter dem nicht nachkommen, sind Sie dazu berechtigt, die Entgeltfortzahlung zu verweigern. Lassen Sie sich am besten dennoch von einem Rechtsanwalt beraten, wenn einer der Mitarbeiter die Krankmeldung verweigert.

2. Überprüfen Sie im Zweifelsfall die Arbeitsunfähigkeit Ihrer Mitarbeiter.

Falls Sie Zweifel an der tatsächlichen Krankheit ihrer Mitarbeiter haben, sind Sie dazu berechtigt, die Arbeitsunfähigkeit überprüfen zu lassen. In einem solchen Fall sollten Sie eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes einholen. Außerdem sollten Sie überprüfen lassen, ob sich Ihr Mitarbeiter an die Anweisungen des behandelnden Arztes hält, um seine Gesundung voranzutreiben. Ist das nachweislich nicht der Fall, können Sie eine fristlose Kündigung wegen Betrugs aussprechen. Lassen Sie sich jedoch im Idealfall vor einer solchen Kündigung von einem Rechtsanwalt beraten.

3. Fragen Sie nach, ob die Entgeltfortzahlung nach der Krankmeldung erstattet wird.

Wenn Ihr Unternehmen weniger als 30 Mitarbeiter hat, können Sie sich durch das Umlageverfahren einen Teil der Entgeltfortzahlung erstatten lassen. Der Prozentsatz schwankt dabei je nach Krankenkasse, muss aber bei mindestens 80 % liegen. Sie sind unsicher, ob die Entgeltfortzahlung erstattet wird? Lassen Sie sich von einem unserer kompetenten Rechtsanwälte telefonisch beraten.

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