Wie finde ich eine zuverlässige und preiswerte Rechtsschutzversicherung?

Rechtsschutzversicherung
Rechtsnews 05.03.2014 Christian Schebitz

Entgeltfortzahlung nach mutwilliger Selbstverletzung?

In diesem Fall ging es um einen Warenauffüller in einem Baumarkt, wozu er einen Gabelstapler benutzte. Der Kläger hatte an diesem Gerät ein Plexiglasdach als Wetterschutz angebracht. Dies geschah provisorisch, weshalb es auch von einem Sicherheitsbeauftragten des Betriebes beanstandet wurde. Der Sicherheitsbeauftrage forderte vom Kläger, die Vorrichtung wieder abzubauen. Die Folge: Der Kläger wurde regelrecht wütend, warf mit dem Verpackungsmaterial um sich, nahm einen Hohlkammerschaumstoff und schlug damit auf ein Verkaufsschild, das in der Nähe stand. Bei seinem Wutausbruch brach sich der Kläger die Hand. In Folge dessen wiederum war er eine Zeit lang krankgeschrieben. Der Arbeitgeber verweigerte die Entgeltfortzahlung, da sich der Kläger die Verletzung selbst zugefügt hatte.

Entgeltfortzahlung bei mittlerer Fahrlässigkeit

Das Hessische Landesarbeitsgericht entschied aber zugunsten des Klägers, der eine Entgeltfortzahlungsklage eingereicht hatte. Der Grund: „Der Verschuldensbegriff im Entgeltfortzahlungsrecht entspreche nicht dem allgemeinen zivilrechtlichen Verschuldensbegriff, der auch mittlere und leichte Fahrlässigkeit umfasst. Er erfordere vielmehr einen groben Verstoß gegen das eigene Interesse eines verständigen Menschen. Dieses setze ein besonders leichtfertiges, grob fahrlässiges oder vorsätzliches Verhalten gegen sich selbst voraus.“ Das LAG entschied aber, dass ein solches Verschulden des Klägers nicht vorliegt. Dass er seine Verletzung bewusst herbeiführen wollte, sei nicht ersichtlich.

Kostenlose Erst­einschätzung zu
Entgeltfortzahlung nach mutwilliger Selbstverletzung? erhalten

Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.

Mittlere Fahrlässigkeit lag zwar vor, eine grobe Fahrlässigkeit jedoch nicht, da er wütend war und sich daher während dieses Zustandes nicht unter Kontrolle hatte. Zu billigen sei das nicht, aber menschlich nachvollziehbar. Das Gericht betonte, dass der Kläger leichtfertig gehandelt hat, aber nicht „derart schuldhaft“, so dass grobe Fahrlässigkeit bestehen würde.

  • Quelle: Pressemitteilung des Hessischen LAG vom 18. November 2013, Az.: 4 Sa 617/13

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Keine Kündigung per WhatsApp

Kündigung durch Surfen am Arbeitsplatz

Urteil zur Nachtarbeit

Kostengünstige Rechtsberatung durch Fachanwälte

  • Verbindliche Auskunft vom Rechtsanwalt
  • Festpreis - garantiert
  • innerhalb von 24 Stunden

Beratung durch Anwalt am Telefon

Antwort auf konkrete Fragestellung.
Spezialisierter Anwalt ruft Sie zügig an.

Zur Auswahl der Anwaltshotline 15 min. zum Festpreis ab 29€
Dr. Brigitte Glatzel - rechtsanwalt.com
Dr. Brigitte Glatzel ist Rechtsanwalt für Arbeitsrecht
und kann Sie persönlich beraten!
In Partnerschaft mit:
Dr. Brigitte Glatzel - Partneranwalt der Deutschen Rechtsanwaltshotline
* alle Preise inkl. 19% MwSt, ggf. zzgl. Telefongebühren auf eine deutsche Festnetznummer
29 €* 15 Min. Telefonat buchen
  • Antwort auf eine konkrete, kurze Fragestellung
  • Geld-Zurück Garantie
Meistgekauft 49 €* 30 Min. Telefonat buchen
  • Juristische Erläuterung des Problems & Handlungsempfehlung
  • Geld-Zurück Garantie
99 €* Schriftliche Rechtsberatung buchen
  • Rechtsverbindliche, schrifltiche Antwort eines Rechtsanwalts
  • Dokumentenupload
  • Eine Rückfrage inklusive