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Schlafen am Arbeitsplatz?

Eine ausreichende Menge Schlaf ist für Menschen im Allgemeinen lebenswichtig und essentiell. Doch wie sieht es aus, wenn die Augen während der Arbeitszeit immer schwerer werden? Darf man in einem solchen Fall am Arbeitsplatz schlafen? Und ist Schlafen am Arbeitsplatz ein möglicher Grund für eine Kündigung? Zur Klärung dieser Fragen fällten die Gerichte in der Vergangenheit einige wegweisende Urteile:

Darf man bei der Arbeit schlafen?

Das Arbeitsgericht Cottbus beispielsweise hat im Fall einer Frau entschieden, die mehrfach und unter Alkoholeinfluss an ihrem Arbeitsplatz geschlafen hatte. Der Arbeitgeber reagierte mit einer Abmahnung und schließlich mit einer fristlosen Kündigung. Das Gericht verlangte aufgrund der langjährigen Betriebszugehörigkeit der Frau eine fristgerechte Kündigung, gab dem Unternehmen aber sonst Recht. In einem vom Landesarbeitsgericht in Mainz beurteilten Fall dagegen wurde eine Kündigung wegen Schlafens am Arbeitsplatz abgewiesen. Eine Pflegekraft hatte während ihres Nachtdienstes unerlaubterweise in einem Fernsehsessel geschlafen. Der Arbeitgeber reagierte mit einer durch den Betriebsrat genehmigten fristlosen Kündigung. Das Gericht entschied, dass die kurze Schlafperiode unter anderem durch eine vorherige Erkrankung der Pflegekraft bedingt war und keine Kündigung rechtfertigen würde. Außerdem wären die Notsignale der Schutzbefohlenen in dem offenen Zwischenraum immer noch zu hören gewesen.

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Anders gestaltete sich das Urteil des Landesarbeitsgerichts in Mainz im Fall einer Pflegekraft, die sich zum Schlafen in einen abgetrennten Raum zurückgezogen hatte. Die Tatsache, dass sie außerdem die Betten von zwei Heimbewohnern so von der Wand weggerückt hatte, dass diese die Notklingel nicht erreichen konnten und die Dokumentation der Pflegehandlungen bereits im Voraus erledigt hatte, gab schließlich den Ausschlag für die Kündigung. Das Landesarbeitsgericht entschied, dass es dem Unternehmen nicht mehr zuzumuten sei, die Mitarbeiterin für den sechsmonatigen Zeitraum der Kündigungsfrist weiterhin zu beschäftigen.

Welche Folgen hat das Schlafen am Arbeitsplatz?

Letztlich hängt es also von der jeweiligen Situation ab, ob Schlafen am Arbeitsplatz geduldet wird oder nicht. In einigen Fällen kann ein Einschlafen im Rahmen einer Ruhezeit bei der Nachtschicht nicht geahndet werden, wenn es den Betreffenden in einem Notfall nicht an der Arbeit hindert. Dabei ist jedoch wichtig, dass das Einschlafen nicht gezielt vorbereitet und herbeigeführt wird und nicht häufiger vorkommt.

Im Allgemeinen muss es nach einem einmaligen Verstoß erst zu einer Abmahnung kommen, bevor eine Kündigung ausgesprochen werden darf. Diese muss unter der Zustimmung des Betriebsrats erfolgen. Eine fristlose Kündigung ist nur gerechtfertigt, wenn der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin die Pflichten so vernachlässigt, dass eine Weiterbeschäftigung nicht mehr zugemutet werden kann. Eine ordentliche Kündigung unter Einhaltung der Kündigungsfrist kann jedoch in den meisten Fällen durchgesetzt werden. Aus diesen Gründen sollte von Schlafen am Arbeitsplatz abgesehen werden. Wenn die Müdigkeit doch zu groß wird, hilft es in den meisten Fällen, ein klärendes Gespräch mit dem Arbeitgeber zu führen und um eine zusätzliche Pause zu bitten.

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