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Ratgeber zum Thema Häusliche Gewalt

Verfasst am 22. August 2016

Definition "Häusliche Gewalt"
Häusliche Gewalt bezieht sich auf alle Variationen der psychischen, physischen und sexuellen Gewaltausübung zwischen erwachsenen Personen innerhalb einer häuslichen Gemeinschaft.
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Was ist häusliche Gewalt?

Bei häuslicher Gewalt handelt es sich um Gewaltausübungen zwischen Personen, die eine emotionale Bindung zueinander aufgebaut haben. Häufig findet die Gewalt in bestehenden Beziehungen statt. Sie wird aber auch im Rahmen von Trennungen zwischen Partnern, in Ehen und Familien ausgeübt. Oft wird sie innerhalb des gemeinsamen Wohnraums ausgetragen. Aber auch bei getrennt lebenden Paaren können gewaltsame Übergriffe beobachtet werden. Dabei ist unerheblich, ob es sich um eine homosexuelle oder um heterosexuelle Beziehung handelt.

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Welche Formen der häuslichen Gewalt gibt es?

Die gewalttätigen Übergriffe können sich in Form von psychischer, physischer und sexueller Misshandlung zeigen. Häufig gibt es innerhalb dieser von Gewalt geprägten Beziehung einen Täter und ein Opfer. Es ist aber auch möglich, dass ein Täter gleichsam zum Opfer der Gewalt wird. Die Überschreitungen reichen von subtilen Bemerkungen bis hin zu sexuellen Übergriffen und sogar zu Tötungsdelikten. Somit können alle entwürdigenden und abwertenden Verhaltensweisen gegen eine andere Person als häusliche Gewalt gewertet werden. In den meisten Fällen werden Frauen zum Opfer von Gewalttaten von Männern. Trotzdem können auch Männer Opfer von gewalttätigen Übergriffen werden.

Ist häusliche Gewalt strafbar?

Die meisten Gewalttaten, wie etwa sexuelle Nötigung, Beleidigung und Körperverletzung sind strafbar nach dem Strafgesetzbuch (StGB). Das Opfer hat dabei die Möglichkeit, eine Strafanzeige bei der Polizei zu erheben oder einen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft zu stellen. Im Fall von Vergewaltigung, Körperverletzung, Freiheitsentziehung oder Nötigung wird die Polizei selbst eine Anzeige aufnehmen.

Wie kann sich das Opfer in Akutsituationen schützen?

Zudem gibt es das Gewaltschutzgesetz (Gesetz zur Verbesserung des zivilrechtlichen Schutzes bei Gewalttaten und Nachstellungen sowie zur Erleichterung der Überlassung der Ehewohnung bei Trennung), welches einen weiteren Verbleib der Gewaltopfer im gemeinsamen Wohnraum ermöglicht. Der gewaltausübende Täter wird demnach von der Polizei aus der Wohnung verwiesen und darf diesen für einen Zeitraum von zwei Wochen nicht mehr betreten. Falls Kinder in der gemeinsamen Wohnung leben, wird auch das Jugendamt verständigt.

Welche langfristigen Möglichkeiten hat das Opfer, gegen Gewaltanwendungen vorzugehen?

Um den Täter längerfristig aus dem unmittelbaren Nahraum des Opfers fernzuhalten, kann eine Schutzanordnung beim Familiengericht beantragt werden. Der Familienrichter kann somit anordnen, dass der gewaltausübende Täter den gemeinsamen Wohnraum dauerhaft verlassen muss und sich dem Opfer nur bis auf eine gewisse Distanz annähern darf. Außerdem kann eine Kontaktsperre verhängt werden. Wenn gemeinsame Kinder vorhanden sind, kann das Umgangsrecht des Täters durch eine Schutzanordnung ebenfalls eingeschränkt werden.

Wie hoch ist die Strafe bei häuslicher Gewalt?

Die Höhe der Strafe bei Gewalt ist abhängig von der Schwere des Delikts. Im schlimmsten Fall droht dem Täter eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Eine weitere Möglichkeit ist der gerichtliche Täter – Opfer – Ausgleich

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Top-Fragen zum Thema Häusliche Gewalt für Betroffene

1. Was kann ich machen, wenn der Täter sich nicht an die gerichtliche Schutzanordnung hält?

Der Verstoß gegen eine gerichtliche Schutzanordnung ist gemäß § 4 des Gewaltschutzgesetzes eine Straftat, die mit einer Geldstrafe oder sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann. Bei einem Verstoß sollten Sie unbedingt die Polizei kontaktieren. Diese kann dann weitere Maßnahmen zu Ihrem persönlichen Schutz ergreifen. Falls Sie rechtliche Unterstützung benötigen, können Sie sich hier mit einem Anwalt in Verbindung setzen. 

2. Was mache ich, wenn mein Partner auch die Kinder gefährdet?

Wenn Sie die Polizei kontaktieren, wird diese den gewalttätigen Partner aus der Wohnung entfernen und ihm zunächst jegliche Annäherungen untersagen. Das bedeutet für Sie, dass auch die Kinder zunächst einmal geschützt sind vor Ihrem Partner. Allerdings sollten Sie auch darüber nachdenken, sich und Ihre Kinder auch längerfristig zu schützen. Daher sollten Sie sich an das Jugendamt wenden und sich dort über weitere Schritte beraten lassen. Eine Möglichkeit wäre die Einschränkung des Umgangsrechts des Partners mit den Kindern. Für nähere Fragen zu diesem Thema können Sie sich gerne an unsere telefonische Rechtsberatung wenden. 

3. Kann ich eine Anzeige gegen meinen Partner auf wieder zurückziehen?

Sie haben die Möglichkeit, einen von Ihnen gestellten Strafantrag wieder zurückzunehmen und das Verfahren wird anschließend wieder eingestellt. Allerdings müssen Sie dabei beachten, dass Sie nach Rücknahme des Strafantrags keinen neuen Antrag stellen dürfen. Bei schwerwiegenderen Straftaten, wie beispielsweise Körperverletzung oder bei Nachstellung. Dies ist dann der Fall, wenn die Ermittlungen in besonderem öffentlichem Interesse liegen. Bei Vergewaltigung, Nötigung und schwerwiegender Körperverletzung ermittelt die Staatsanwaltschaft auch nach Rücknahme des Strafantrags unabhängig von einem öffentlichen Interesse weiterhin.

Top-Tipps zum Thema Häusliche Gewalt für Betroffene

1. Wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens.

Falls Sie betroffen sein sollten von häuslicher Gewalt und sich nicht trauen, die Polizei zu verständigen, wenden Sie sich an eine Person Ihres Vertrauens. So können Sie sich Hilfe und Rat einholen und sich gegebenenfalls ermutigen lassen, weitere Schritte einzuleiten. Wenn Sie weitere Hilfe benötigen, können Sie sich auch an unsere telefonische Rechtsberatung wenden. 

2. Suchen Sie einen Arzt auf bei Verletzungen.

Wenn bei Misshandlungen Verletzungen davongetragen haben, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Diesem sollten sie auch die Ursache für die Verletzungen erklären und dies dokumentieren lassen. Bei weiteren Fragen zu diesem Thema können Sie sich hier an unsere schriftliche Rechtsberatung wenden. 

3. Wenden Sie sich an entsprechende Beratungsstellen.

Sie können sich Rat und Hilfe bei Beratungs – und Interventionsstellen einholen. Dazu gehören beispielsweise Frauenhäuser, Rechtsberatungsstellen, Opferschutzbeauftragte der Polizei sowie Rechtsantragsstellen der Gerichte. 

4. Kontaktieren Sie die Polizei und bringen Sie sich in Sicherheit.

Falls Ihr Partner gewalttätig gegen Sie wird, rufen Sie die Polizei an. Diese wird den gewalttätigen Partner aus der Wohnung entfernen und weitere Annäherungen seinerseits für einen Zeitraum für zwei Wochen unterbinden. Versuchen Sie vorher, sich weitgehend vor den gewalttätigen Überschreitungen in Sicherheit zu bringen. Falls Sie gemeinsame Kinder haben, bringen Sie auch diese vor Ihrem Partner in Sicherheit. Für weitere Schritte sollten Sie sich von einem erfahrenen Rechtsbeistand unterstützen. Einen Rechtsanwalt können Sie hier anrufen. 

5. Suchen Sie sich therapeutische Hilfe.

Gewalterfahrungen sind immer eine Belastung und können zu längerfristigen psychischen und körperlichen Schädigungen führen. Um solche Erfahrungen besser zu verarbeiten oder um sich zunächst einmal von dem gewaltausübenden Partner lösen zu können, holen Sie sich therapeutische Unterstützung. 

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