Rechtsberatung rund um Geringfügige Beschäftigung (Minijob)

Definition Geringfügige Beschäftigung (Minijob)

Eine geringfügige Beschäftigung oder ein Minijob ist ein Arbeitsverhältnis mit einem Entgelt von maximal 450€.

Bei einer geringfügigen Beschäftigung wird zwischen einem klassischen und einem kurzfristigen Minijob unterschieden. Das Entgelt darf in beiden Fällen 450€ nicht übersteigen, Unterschiede gibt es hinsichtlich der Dauer des Arbeitsverhältnisses. Ein kurzfristiger Minijob ist auf den Zeitraum von 3 Monaten oder 70 Tagen befristet und darf diesen nicht überschreiten. Eine geringfügige Beschäftigung ist hingegen längerfristig und wird oft nur für wenige Stunden in der Woche ausgeübt. Bei einem dauerhaften Gehalt zwischen 450,01 Euro und 850 Euro geht der Arbeitnehmer in eine sogenannte Gleitzone über, in der Lohnabgaben geleistet werden müssen.

Gewerblicher Bereich und Privathaushalt

Ein weiterer Unterschied wird zwischen einer Beschäftigung im gewerblichen Bereich und in einem Privathaushalt gemacht. Bei ersterer muss der Arbeitgeber mehr Sozialabgaben leisten, bei letzterer sind diese ausgeglichener. Im gewerblichen Bereich liegen die Abgaben bei 31,45 Prozent des Bruttolohns, während der private Arbeitgeber nur maximal 14,9 Prozent leisten muss. Dafür wird der Arbeitnehmer mit höheren Abgaben konfrontiert. Diese Regelung hängt damit zusammen, dass gewerbliche Arbeitgeber höhere Einnahmen haben und sich auch Privatleute eine Putzhilfe oder einen Babysitter ohne große steuerliche Abgaben leisten können sollen.

Rentenversicherung

Eine geringfügige Beschäftigung unterscheidet sich von anderen Arbeitsverhältnissen nur durch das geringere monatliche Entgelt. Außerdem ist die Beschäftigung sozialversicherungsfrei, das heißt dass keine Sozialabgaben geleistet werden müssen. Dennoch hat der Arbeitnehmer alle Ansprüche auf eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall oder im Urlaub. Auch das Mutterschutzgesetz und das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) greifen bei Minijobs. Ein weiterer Vorteil besteht für den Arbeitnehmer darin, dass keine steuerlichen Abgaben fällig werden. Lediglich die Rentenversicherung in Höhe von 3,7 Prozent muss gezahlt werden (Rentenversicherungspflicht). Bei einer Tätigkeit in einem Privathaushalt steigt diese auf 13,7 Prozent. Die Abgaben sind jedoch nicht verpflichtend und können auf einen Antrag hin ausgesetzt werden.

Steuerliche Abgaben

Da bei einem Minijob die Lohnsteuer im Regelfall pauschal vom Arbeitgeber gezahlt wird, muss diese nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Eine Ausnahme liegt jedoch vor, wenn die Lohnsteuer individuell nach der jeweiligen Steuerklasse des Arbeitnehmers berechnet wird. In einem solchen Fall muss der Nebenjob auch bei der Steuererklärung angegeben werden. Einer der Vorteile dabei ist, dass auch Fahrtkosten geltend gemacht werden können. Weitere Fragen zur Steuererklärung beantworten unsere Rechtsanwälte und Steuerberater gerne.

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Top-Fragen zum Thema Geringfügige Beschäftigung (Minijob) für Arbeitnehmer

1. Was ist eine geringfügige Beschäftigung?

Eine geringfügige Beschäftigung oder ein Minijob ist dadurch gekennzeichnet, dass die Verdienstgrenze bei 450€ liegt. Durch den Mindestlohn von 8,50 Euro (8,85 Euro ab dem 01.01.2017) ergibt sich eine maximale Arbeitszeit von 52 Stunden im Monat. Auch eine kurzfristige Beschäftigung, die nicht länger als 3 Monate oder 70 Tage andauert, gehört dazu. Die Tätigkeit ist für den Arbeitnehmer versicherungsfrei, die einzige Ausnahme bildet die Rentenversicherung. Seit dem 1. Januar 2015 werden bei einer gewerblichen Beschäftigung 3,7 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts abgegeben. Bei der Arbeit in einem Privathaushalt liegt dieser Wert bei 13,7 Prozent. Auf Wunsch kann man sich jedoch davon befreien lassen. Dazu ist ein schriftlicher Antrag beim Arbeitgeber nötig, der diesen an die entsprechende Stelle weiterleitet. Weitere Fragen zur Rentenversicherung beantworten unsere Rechtsanwälte hier.

2. Wo muss ich eine geringfügige Beschäftigung bei der Steuererklärung eintragen?

Sie müssen Ihren Minijob nicht unbedingt bei der Einkommenssteuererklärung angeben. Wird der Lohn etwa pauschal von Ihrem Arbeitgeber versteuert, muss er nicht mit einbezogen werden. Das ist auch der Fall, wenn diese Steuer indirekt von Ihrem Gehalt abgezogen wird. Bei einer individuell angepassten Abrechnung ist eine Angabe in der Steuererklärung jedoch nötig. In einem solchen Fall müssen Sie Ihre Lohnsteuerkarte beim Arbeitgeber einreichen, der Ihnen eine Lohnsteuerbescheinigung ausstellt. Sie sind unsicher, ob Ihre Beschäftigung angegeben werden muss? Lassen Sie sich von einem Anwalt für Steuerrecht oder einem Steuerberater unterstützen.

Eine geringfügige Beschäftigung oder ein Minijob ist dadurch gekennzeichnet, dass die Verdienstgrenze bei 450€ liegt. Durch den Mindestlohn von 8,50 Euro (8,85 Euro ab dem 01.01.2017) ergibt sich eine maximale Arbeitszeit von 52 Stunden im Monat. Auch eine kurzfristige Beschäftigung, die nicht länger als 3 Monate oder 70 Tage andauert, gehört dazu. Die Tätigkeit ist für den Arbeitnehmer versicherungsfrei, die einzige Ausnahme bildet die Rentenversicherung. Seit dem 1. Januar 2015 werden bei einer gewerblichen Beschäftigung 3,7 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts abgegeben. Bei der Arbeit in einem Privathaushalt liegt dieser Wert bei 13,7 Prozent. Auf Wunsch kann man sich jedoch davon befreien lassen. Dazu ist ein schriftlicher Antrag beim Arbeitgeber nötig, der diesen an die entsprechende Stelle weiterleitet. Weitere Fragen zur Rentenversicherung beantworten unsere Rechtsanwälte hier.

3. Wie viele geringfügige Beschäftigungen darf ich haben/ausüben?

Wenn die jeweiligen Arbeitgeber zustimmen, können Sie so viele Arbeitsstellen haben, wie Sie möchten bzw. mehrere Minijobs ausüben. Auch die Stundenzahl oder der Stundenlohn ist unerheblich, solange es sich um unterschiedliche Arbeitgeber handelt. Der gesamte Lohn aller Arbeitsstellen darf jedoch nicht die Entgeltgrenze von 450€ übersteigen, da sonst Steuern und Abgaben für Sie anfallen. 

4. Wie viele Stunden darf ich bei einer geringfügigen Beschäftigung arbeiten?

Ebenso wie die Anzahl der Arbeitsstellen ist auch die Stundenzahl unerheblich, solange die 450€ nicht überschritten werden. Geht man bei der Berechnung jedoch vom aktuellen Stundenlohn von 8,50€ aus, dürfen Sie höchstens 52,9 Stunden im Monat oder etwas mehr als 12 Stunden pro Woche arbeiten. Es ist jedoch auch möglich, in bis zu zwei Monaten mehr zu arbeiten, wenn das Jahresentgelt 5.400€ nicht übersteigt. Sie haben Fragen zur Berechnung Ihres Gesamtlohns? Unsere Rechtsanwälte helfen Ihnen gerne weiter.

5. Wie viel zahlt mein Arbeitgeber bei einer geringfügigen Beschäftigung?

Ihr Arbeitgeber darf Ihnen höchstens ein Arbeitsentgelt von 450€ zahlen. Davon werden jedoch im Regelfall 3,7 Prozent bzw. 13,7 Prozent für die Rentenversicherung abgezogen. Der Stundenlohn muss mindestens auf dem Niveau des Mindestlohns liegen. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen einen geringeren Lohn auszahlt, sollten Sie sich mit einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen, der Ihre Ansprüche durchsetzt.

6. Was wird bei einem Minijob abgezogen?

Ein Minijob ist versicherungsfrei, das heißt, dass keine Abgaben wie Steuern oder Versicherungsbeiträge abgeführt werden müssen. Lediglich ein Beitragsanteil für die Rentenversicherung in Höhe von 3,7 Prozent des Bruttoentgelts wird fällig. Bei einer Arbeit in Privathaushalten steigt dieser Anteil auf 13,7 Prozent. Mit einem Antrag beim Arbeitgeber kann darauf jedoch verzichtet werden. In einem solchen Fall werden jedoch keine Rentenansprüche aufgebaut.

7. Wie kündige ich eine geringfügige Beschäftigung?

Eine geringfügige Beschäftigung kann wie jedes andere Arbeitsverhältnis gekündigt werden. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel vier Wochen bis zur Mitte oder zum Ende des Monats. Im Vertrag können jedoch für den Arbeitnehmer auch kürzere Fristen vereinbart werden. Die Kündigung muss in schriftlicher Form erfolgen, das Schreiben sollte in Papierform entweder durch die Post oder persönlich an Ihren Arbeitgeber übergeben werden. Inhaltlich muss das Datum enthalten sein, mit dem der Arbeitsvertrag enden soll. Einen Kündigungsgrund müssen Sie hingegen nicht angeben. Eine Ausnahme bildet eine fristlose Kündigung, bei der Sie Gründe wie etwa Diskriminierung, sexuelle Belästigung oder fehlende Lohnzahlungen angeben können. Sie haben Fragen zur Gestaltung Ihrer Kündigung? Lassen Sie diese von einem unserer Rechtsanwälte überprüfen.

8. Wer zahlt im Krankheitsfall?

Ein Minijob ist ein reguläres Arbeitsverhältnis mit einem begrenzten Gehalt. Daher haben Sie bei einer Arbeitsunfähigkeit einen Anspruch auf eine Entgeltfortzahlung für sechs Wochen, wenn das Beschäftigungsverhältnis für mindestens vier Wochen besteht. Der Lohnersatz wird jedoch nur für die Tage ausgezahlt, an denen Sie eigentlich beschäftigt gewesen wären. Arbeiten Sie normalerweise nur an zwei Tagen, können Sie etwa keine Lohnfortzahlung für die gesamte Woche verlangen. Dauert eine Erkrankung länger als sechs Wochen an, besteht jedoch kein Anspruch auf Krankengeld. Im Gegensatz dazu haben Sie bei einer Schwangerschaft einen Anspruch auf Mutterschutzlohn. Dieser wird bis zu sechs Wochen vor der Entbindung und acht Wochen nach der Geburt gezahlt. Weitere Fragen zur Entgeltfortzahlung beantworten unsere Rechtsanwälte gerne.

9. Darf ich mein Arbeitslosengeld mit einem Minijob aufstocken?

Als arbeitslos Gemeldeter dürfen Sie unter 15 Stunden pro Woche arbeiten. Wichtig ist jedoch, den Nebenjob bei der Agentur für Arbeit zu melden und die entsprechenden Auflagen zu erfüllen. So darf durch den Nebenerwerb etwa nicht die Suche nach einer neuen Arbeit vernachlässigt werden. Außerdem werden die Einkünfte aus dem Mini-Job auf das Arbeitslosengeld I angerechnet. Sie haben weitere Fragen zum Thema? Einer unserer Rechtsanwälte hilft Ihnen gerne weiter. 

Top-Tipps zum Thema Geringfügige Beschäftigung (Minijob) für Arbeitnehmer

1. Pochen Sie auf Ihre Rechte als Arbeitnehmer.

Manche Arbeitgeber gehen davon aus, dass ein Minijobber nur eine billige Arbeitskraft ist, die nicht über dieselben Rechte wie alle anderen Arbeitnehmer verfügt. Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern und bestehen Sie auf einen vollständigen Arbeitsvertrag, der Regelungen zur Entgeltfortzahlung bei Krankheit oder im Urlaub enthält. Was viele Minijobber nicht wissen ist außerdem, dass Sie auch einen Anspruch auf Ihren Lohn haben, wenn der eigentliche Arbeitstag auf einen Feiertag fällt. Somit muss die ausgefallende Arbeitszeit nicht nachgeholt werden. Diese und weitere Tipps und Hinweise zu Ihren Arbeitnehmerrechten erhalten Sie von unseren Rechtsanwälten für Arbeitsrecht bei der telefonischen Rechtsberatung.

2. Zahlen Sie den Beitrag zur Rentenversicherung.

Auf den ersten Blick mag es verlockend erscheinen, sich den Beitrag zu sparen und einen höheren Lohn zu kassieren. Bei der Rentenversicherung lohnt es sich jedoch, genauer hinzusehen und diese als Investition in die Zukunft zu sehen. Sie erwerben durch die Zahlung vollwertige Pflichtbeitragszeiten, die bei den Mindestversicherungszeiten angerechnet werden. So können Sie nicht nur auf einen früheren Rentenbeginn und einen höheren Rentenanspruch hoffen, sondern erhalten auch bei einer Erwerbsminderung oder bei Rehabilitationsmaßnahmen Leistungen wie die Erwerbsminderungsrente oder Übergangsgeld. Zusätzlich kann auch die staatliche Förderung in Form der Riester-Rente beansprucht werden. Sie haben Fragen zur Rentenversicherung? Lassen Sie sich von einem unserer Rechtsanwälte beraten.

3. So lassen Sie prüfen, welche Besteuerung sich für Sie lohnt.

Auch bei einem Minijob fallen indirekte Steuern wie die Lohnsteuer an. Diese wird im vom Arbeitgeber übernommen, wenn die Abgaben pauschal berechnet werden. Dabei sollten Sie jedoch beachten, dass Ihr Chef sich die 2 Prozent Ihres Bruttoarbeitsentgelts von Ihnen wiederholen kann, indem er sie vom Lohn abzieht. Für Alleinstehende, Alleinerziehende oder Verheiratete kann es sich daher lohnen, die Steuer individuell anhand der Steuerklasse berechnen zu lassen. Für diese Gruppen fällt nämlich keine Lohnsteuer an, insofern es keine anderen steuerpflichtigen Einkünfte gibt. Das ist jedoch erst ab einem Einkommen von 8.652€ der Fall. Dennoch sollten Sie diese Entscheidung gut abwägen, da etwa bei einem Ehepaar das zu versteuernde Einkommen über diese Grenze steigen kann und somit auch für den Minijob mehr Steuern fällig werden. Bei Unsicherheiten in Hinblick auf die Besteuerung unterstützen Sie unsere Rechtsanwälte und Steuerberater gerne.


Top-Fragen zum Thema Geringfügige Beschäftigung (Minijob) für Arbeitgeber

1. Welche Vorteile haben geringfügig Beschäftigte?

Mitarbeiter auf Minijob-Basis einzustellen lohnt sich, wenn nur ein geringer Bedarf an Arbeitskräften besteht. Durch die niedrige Stundenzahl werden diese häufig im Gastronomiebereich oder in Privathaushalten beschäftigt, wo nur wenig Arbeit anfällt oder spontan eine Aushilfe benötigt wird.

2. Wer zahlt die Krankenversicherung bei einem Minijob?

Die Krankenversicherung wird in der Regel vom Arbeitnehmer übernommen. Bei einer gewerblichen Tätigkeit muss dieser 13 Prozent des Bruttolohns an die gesetzliche Krankenversicherung zahlen. Alternativ ist auch eine beitragsfreie Familienversicherung über die Eltern oder den Ehepartner bzw. Lebenspartner möglich. Arbeitet der Minijobber in einem Privathaushalt, werden nur 5 Prozent fällig. Anders sieht es aus, wenn der Arbeitnehmer privat versichert ist. In einem solchen Fall muss er selbst für die Beiträge aufkommen und die Arbeitgeberpauschale entfällt. 

3. Muss ich die Sozialabgaben bei einem Minijob zahlen?

Als Arbeitgeber sind Sie dazu verpflichtet, auch bei einem geringfügig Beschäftigten Sozialabgaben zu leisten. Im gewerblichen Bereich können bis zu 31,45 Prozent der Lohnzahlung fällig werden. Davon sind 13 Prozent für die Krankenversicherung, 15 Prozent für die Rentenversicherung, 2 Prozent für Pauschalsteuern und 1,45 Prozent für Umlagen eingeplant. Die Pauschalsteuer wird jedoch nur fällig, wenn die Besteuerung nicht nach individuellen Merkmalen erfolgt. Die Umlagen werden zum Ausgleich für die Ausgaben im Krankheitsfall oder bei einer Schwangerschaft gebildet. Zusätzlich fallen noch Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung an. Wird die Tätigkeit in einem Privathaushalt ausgeführt, sind die Abgaben geringer und betragen maximal 14,9 Prozent. Dazu gehören jeweils 5 Prozent für die Krankenversicherung und die Rentenversicherung, 1,6 Prozent für die gesetzliche Unfallversicherung, 1,3 Prozent für Umlagen und bei Bedarf 2 Prozent für die Pauschalsteuer. Haben Sie weitere Fragen zu den Sozialabgaben, die Sie als Arbeitgeber leisten müssen? Unsere Rechtsanwälte und Steuerberater unterstützen Sie gerne.

4. Kann ich einen Minijobber fristlos kündigen?

Ein geringfügig Beschäftigter kann unter bestimmten Voraussetzungen fristlos gekündigt werden. Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss dabei personenbedingt oder verhaltensbedingt sein. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Ihnen das Arbeitsverhältnis nicht mehr länger zugemutet werden kann. In der Regel ist es jedoch sinnvoll, bei einem Fehlverhalten Ihres Arbeitnehmers zunächst eine Abmahnung auszusprechen. Notfalls ist auch ein Aufhebungsvertrag möglich, in dem eine Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses vereinbart wird. Sie wollen Ihren Mitarbeiter kündigen? Lassen Sie hier die Kündigung überprüfen.

5. Kann der Minijobber auf seinen Urlaub verzichten?

Geringfügig Beschäftigte haben dieselben Ansprüche und Rechte wie alle anderen Arbeitnehmer. Daher besteht auch ein Anspruch auf Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz (BurlG). Klauseln im Arbeitsvertrag, nach denen der Mitarbeiter auf eine Entgeltfortzahlung im Urlaub oder bei Krankheit verzichtet, sind demnach ungültig. Auf der anderen Seite können finanzielle Forderungen, die nach einem Verzicht ausgesprochen werden, meist nicht durchgesetzt werden. Sie haben weitere Fragen zum Urlaubsanspruch Ihrer Mitarbeiter? Unsere Rechtsanwälte helfen Ihnen gerne weiter.

Top-Tipps zum Thema Geringfügige Beschäftigung (Minijob) für Arbeitgeber

1. Lassen Sie die Pauschalsteuer von Ihrem Mitarbeiter zahlen.

Wenn Sie einen Minijobber beschäftigen, fällt in der Regel eine Pauschalsteuer von 2% an, die unter anderem den Solidaritätszuschlag enthält. Sie können diese Abgabe vom Gehalt des Arbeitnehmers abziehen und somit auf ihn abwälzen. Das ist jedoch nur möglich, wenn im Arbeitsvertrag nichts Gegenteiliges vereinbart wurde. Sie sind unsicher, ob Sie die Pauschalsteuer auf Ihren Mitarbeiter übertragen können? Lassen Sie seinen Arbeitsvertrag hier von einem kundigen Rechtsanwalt überprüfen.

2. Denken Sie an das Ausgleichsverfahren der Arbeitgeberversicherung.

Minijobber haben wie alle anderen Arbeitnehmer ein Anrecht auf eine Fortzahlung bei Arbeitsunfähigkeit und während dem Mutterschutz. Um den Arbeitgeber vor den in solchen Fällen doch recht hohen Kosten zu schützen, bietet die Knappschaft eine Arbeitgeberversicherung an. Am Ausgleichsverfahren können Sie bei einer Betriebsgröße von weniger als 30 Mitarbeitern in den letzten acht Monaten teilnehmen. Das U1-Verfahren wird im Krankheitsfall angewendet, das U2-Verfahren während des Mutterschutzes. Bei ersterem werden 80 Prozent der Aufwendungen für die Entgeltfortzahlung erstattet. Bei letzterem wird ein Zuschuss ausgezahlt, der der Differenz zwischen dem Nettoarbeitsentgelt und dem Mutterschaftsgeldhöchstanspruch von 13€ entspricht. Weitere Fragen zur Berechnung der Umlagen werden hier beantwortet.

3. Melden Sie den geringfügig Beschäftigten bei der Minijobzentrale an.

Auch wenn es auf den ersten Blick einfacher scheint, den Minijobber schwarz arbeiten zu lassen und bar zu entlohnen, sollten sie davon absehen, In Deutschland herrscht eine Meldepflicht und Beitragspflicht. Daher müssen sie Ihren Mitarbeiter bei der Minijob-Zentrale anmelden, sodass neben der Sozialversicherung auch ein Betrag für die Unfallversicherung eingezogen wird. Wird die Anmeldung nicht getätigt, machen Sie sich der Schwarzarbeit nach § 1 des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes (SchwarzArbG) schuldig, einer Ordnungswidrigkeit, die gerade im gewerblichen Bereich sehr teuer werden. In den meisten Fällen müssen zusätzlich zu den unterschlagenen Sozialabgaben noch hohe Geldstrafen geleistet werden. Hinzu kommt, dass kein Versicherungsschutz besteht. Bei einem Unfall müssen dementsprechend Sie für den Schaden an Ihrem Mitarbeiter aufkommen, denn das Arbeitsverhältnis besteht auch ohne korrekte Anmeldung. Lassen Sie sich hier von einem Rechtsanwalt beraten. 

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