Rechtsnews 25.04.2023 Christian Schebitz

Wie ist die Rechtslage bei Missbrauch von Tramadol?

Tramadol ist ein starkes Schmerzmittel, das zur Gruppe der Opioide gehört, weshalb die Rechtslage bei Missbrauch von Tramadol wichtig ist. Es wird vor allem bei chronischen oder akuten Schmerzen eingesetzt, die mit anderen Mitteln nicht ausreichend behandelt werden können. Tramadol wirkt sowohl an den Opioid-Rezeptoren im Gehirn als auch an den Serotonin- und Noradrenalin-Transportern, die für die Stimmung und das Schmerzempfinden verantwortlich sind.

Welche Strafen drohen bei illegalem Umgang mit Tramadol?

Tramadol gilt in Deutschland als Arzneimittel gemäß § 2 AMG und ist verschreibungspflichtig, also nur auf ärztliches Rezept zu erhalten. Es unterliegt nicht dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG), das strengere Vorschriften für den Umgang mit bestimmten Substanzen enthält. Das bedeutet aber nicht, dass Tramadol frei verfügbar oder ungefährlich ist. Im Gegenteil: Tramadol kann bei unsachgemäßer Anwendung zu schweren gesundheitlichen Schäden oder sogar zum Tod führen. Außerdem kann es zu einer Abhängigkeit von Tramadol kommen, die einen Entzug erforderlich macht.

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Wie ist die Rechtslage bei Missbrauch von Tramadol? erhalten

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Wer Tramadol ohne Rezept besitzt, erwirbt oder abgibt, macht sich strafbar nach § 95 AMG. Die Strafe kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr betragen. Wer Tramadol ohne Rezept an Minderjährige abgibt oder diese zum Konsum verleitet, kann sogar mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bestraft werden. Auch wer Tramadol im Ausland erwirbt und nach Deutschland einführt, verstößt gegen das Arzneimittelgesetz und riskiert eine Strafverfolgung.

Wer Tramadol mit einem gültigen Rezept erhält, muss sich an die ärztlichen Anweisungen halten und darf das Medikament nicht an Dritte weitergeben oder missbrauchen. Wer dies tut, kann sich ebenfalls strafbar machen nach § 95 AMG oder nach anderen Gesetzen wie dem Strafgesetzbuch (StGB) oder dem Straßenverkehrsgesetz (StVG). Zum Beispiel kann es zu einer Körperverletzung kommen, wenn jemand durch den Konsum von Tramadol einen Unfall verursacht oder jemandem das Medikament ohne dessen Wissen verabreicht. Auch eine fahrlässige Tötung ist möglich, wenn jemand an einer Überdosis von Tramadol stirbt.

Wer Tramadol verschreibt, muss sich ebenfalls an die gesetzlichen Vorgaben halten und seine Sorgfaltspflichten beachten. Er muss den Patienten über die Wirkungen und Risiken von Tramadol aufklären und eine angemessene Dosierung festlegen. Er muss auch prüfen, ob der Patient andere Medikamente einnimmt, die mit Tramadol wechselwirken können. Er darf Tramadol nicht leichtfertig oder ohne medizinische Indikation verschreiben. Wer dies tut, kann sich strafbar machen nach § 95 AMG oder nach anderen Gesetzen wie dem StGB oder dem Berufsrecht der Ärzte.

Was ist wenn ich im Strassenverkehr nach der Einnahme von  Tramadol erwischt werde?

Tramadol kann auch Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit oder Sehstörungen hervorrufen, die die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen können.

Wie ist die rechtliche Situation bei der Einnahme von Tramadol im Straßenverkehr? Darf man mit Tramadol überhaupt Auto fahren? Welche Konsequenzen drohen, wenn man unter dem Einfluss von Tramadol einen Unfall verursacht oder von der Polizei kontrolliert wird?

Grundsätzlich gilt: Medikamente im Straßenverkehr sind nicht verboten

Es gibt kein Gesetz, das die Teilnahme am Straßenverkehr nach der Einnahme von Medikamenten generell verbietet oder einschränkt. Sie müssen vor Fahrtantritt immer selbst entscheiden, ob Sie in der Lage sind, ein Auto oder Motorrad sicher zu führen. Das gilt besonders dann, wenn Sie selbst Medikamente einnehmen.

Dabei müssen Sie jedoch Ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen. Das heißt, Sie müssen sich über die möglichen Auswirkungen Ihrer Medikamente auf Ihre Fahrtüchtigkeit informieren und entsprechend vorsichtig fahren. Wenn Sie Zweifel an Ihrer Fahrtüchtigkeit haben, sollten Sie lieber auf das Autofahren verzichten oder jemand anderen fahren lassen.

Wie kann ich mich über die Wirkung von Tramadol informieren?

Die wichtigste Informationsquelle ist die Packungsbeilage Ihres Medikaments. Dort finden Sie Angaben zu den Wirkungen und Nebenwirkungen von Tramadol sowie zu möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder Alkohol. Achten Sie besonders auf Hinweise wie “Dieses Arzneimittel kann die Reaktionsfähigkeit und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen” oder “Sie dürfen kein Fahrzeug führen…”.

Eine weitere Informationsquelle ist Ihr Arzt oder Apotheker. Er kann Sie individuell beraten, wie Sie Tramadol dosieren und einnehmen sollen und wie lange die Wirkung anhält. Er kann Ihnen auch sagen, ob Sie Tramadol mit anderen Medikamenten kombinieren dürfen oder ob es Gegenanzeigen gibt.

Schließlich können Sie auch auf Ihre eigenen Erfahrungen zurückgreifen. Wenn Sie Tramadol schon länger einnehmen, wissen Sie vielleicht, wie Ihr Körper darauf reagiert und wie Sie sich fühlen. Denken Sie aber daran, dass die Wirkung von Tramadol von verschiedenen Faktoren abhängt, zum Beispiel von Ihrer Tagesform, Ihrem Gewicht oder Ihrem Essverhalten.

Wie ist Rechtslage bei Missbrauch von Tramadol, wenn ich unter dem Einfluss von Tramadol einen Unfall verursache oder von der Polizei kontrolliert werde?

Wenn Sie unter dem Einfluss von Tramadol einen Unfall verursachen oder von der Polizei kontrolliert werden, kann dies schwerwiegende rechtliche Folgen haben. Denn Tramadol gilt als berauschende Substanz im Sinne des Straßenverkehrsgesetzes!
Wer unter dem Einfluss von Tramadol ein Fahrzeug führt, macht sich nach § 24a Straßenverkehrsgesetz (StVG) strafbar. Dies gilt auch, wenn Sie Tramadol auf ärztliche Verordnung eingenommen haben. Die Strafe kann eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr sein. Außerdem kann Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Wenn Sie unter dem Einfluss von Tramadol einen Unfall verursachen oder von der Polizei kontrolliert werden, müssen Sie mit einer Blutprobe rechnen. Die Polizei kann die Weiterfahrt untersagen und das Fahrzeug sicherstellen. Wird in der Blutprobe ein bestimmter Grenzwert für Tramadol überschritten, gilt dies als Beweis für Fahrunsicherheit.

Seien Sie also vorsichtig, wenn Sie Tramadol einnehmen und ein Fahrzeug führen wollen. Informieren Sie sich über mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Alkohol. Halten Sie sich an die vom Arzt verordnete Dosierung und Einnahmezeit. Wenn Sie Zweifel an Ihrer Fahrtüchtigkeit haben, lassen Sie das Auto stehen und nehmen Sie ein Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel.

Was muss ich tun, wenn gegen mich wegen eines Verstoßes gegen § 95 AMG ermittelt wird?

Wenn Sie eine Vorladung oder einen Anhörungsbogen von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft erhalten haben, weil Sie verdächtigt werden, gegen § 95 Arzneimittelgesetz (AMG) verstoßen zu haben, sollten Sie zunächst Ruhe bewahren und keine voreiligen Schritte unternehmen. In diesem Blogbeitrag möchte ich Ihnen erläutern, was § 95 AMG regelt, welche Sanktionen drohen und wie Sie sich am besten verhalten sollten.

§ 95 AMG ist eine Vorschrift, die den unerlaubten Umgang mit Arzneimitteln unter Strafe stellt. Darunter fallen beispielsweise das Herstellen, Inverkehrbringen oder Abgeben von Arzneimitteln ohne die erforderliche Erlaubnis oder Zulassung, das Verfälschen oder Umpacken von Arzneimitteln oder das Inverkehrbringen von gefälschten Arzneimitteln. Die Strafbarkeit nach § 95 AMG setzt voraus, dass der Täter vorsätzlich oder fahrlässig handelt und die Arzneimittel zu einem dem Arzneimittelgesetz zuwiderlaufenden Zweck verwendet oder bestimmt hat.

Die Strafen für einen Verstoß gegen § 95 AMG können je nach Schwere und Umfang des Verstoßes sehr hoch sein. Das Gesetz sieht Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. In besonders schweren Fällen kann die Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren betragen. Außerdem kann die Einziehung der Arzneimittel oder des Erlangten angeordnet werden.

Wenn Sie also eines Verstoßes gegen § 95 AMG beschuldigt werden, sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • Machen Sie keine Aussage bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft ohne einen Anwalt. Sie haben ein Aussageverweigerungsrecht und ein Recht auf anwaltlichen Beistand. Eine voreilige Aussage kann Ihnen später zum Nachteil gereichen.
  • Wenden Sie sich an einen im Arzneimittelstrafrecht erfahrenen Rechtsanwalt. Er kann Akteneinsicht beantragen und Ihre Verteidigung übernehmen. Er kann auch prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, das Verfahren einzustellen oder eine mildere Strafe zu erreichen.
  • Bewahren Sie alle Unterlagen auf, die im Zusammenhang mit dem Vorwurf stehen. Dazu gehören zum Beispiel Rechnungen, Quittungen, Lieferscheine oder E-Mails. Sie können als Beweismittel dienen oder Sie entlasten.
  • Kooperieren Sie mit Ihrem Anwalt und informieren Sie ihn über alle relevanten Umstände. Seien Sie ehrlich und verschweigen Sie nichts. Nur so kann er Ihre Interessen optimal vertreten.

Ein Verstoß gegen § 95 AMG ist kein Kavaliersdelikt und kann schwerwiegende Folgen haben. Zögern Sie daher nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen und Ihre Rechte zu wahren.

Was sind die Wirkungen und Nebenwirkungen von Tramadol?

Tramadol hat neben der schmerzlindernden Wirkung auch andere Effekte auf den Körper und die Psyche. Einige davon können als positiv empfunden werden, wie zum Beispiel eine Beruhigung, eine Stimmungsaufhellung oder eine Verminderung von Angst und Depression. Andere können als negativ empfunden werden, wie zum Beispiel Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit oder Verstopfung. Ebenso kann es gelegentlich zu Durchfall, Hautausschlag und Juckreiz kommen. Nur selten treten nach der Verwendung

Tramadol hat ein geringeres Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial als andere Opioide wie Morphin oder Heroin. Dennoch kann es bei längerem oder unsachgemäßem Gebrauch zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen. Die Folgen können unter anderem sein:

– Toleranzentwicklung: Die Wirkung von Tramadol nimmt ab und es werden höhere Dosen benötigt, um den gleichen Effekt zu erzielen.
– Entzugssymptome: Bei einem abrupten Absetzen von Tramadol können Beschwerden wie Unruhe, Angst, Schlafstörungen, Übelkeit, Schweißausbrüche oder Zittern auftreten.
– Überdosierung: Eine zu hohe Dosis von Tramadol kann zu schweren Nebenwirkungen wie Atemdepression, Bewusstlosigkeit oder sogar zum Tod führen.
– Wechselwirkungen: Tramadol kann mit anderen Medikamenten oder Substanzen wie Alkohol, Antidepressiva oder Schlafmitteln interagieren und deren Wirkung verstärken oder abschwächen.

Um diese Risiken zu vermeiden, sollte Tramadol nur nach ärztlicher Anweisung eingenommen werden und nicht eigenmächtig dosiert oder abgesetzt werden. Außerdem sollte man sich über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Substanzen informieren und diese gegebenenfalls vermeiden.

Tramadol ist ein wirksames und sicheres Schmerzmittel, wenn es richtig angewendet wird. Es kann vielen Patienten mit starken Schmerzen eine Linderung verschaffen und ihre Lebensqualität verbessern. Allerdings sollte man sich der rechtlichen und gesundheitlichen Konsequenzen bewusst sein, die ein Missbrauch oder eine Abhängigkeit von Tramadol mit sich bringen kann. Deshalb sollte man immer einen Arzt konsultieren, bevor man Tramadol einnimmt oder absetzt.

[1] https://www.gesundheit.de/medizin/wirkstoffe/schmerzmittel/tramadol
[2] https://www.anwalt.de/rechtstipps/tramadol-was-ist-strafbar_187127.html
[3] https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/05/24/wurde-tramadol-unterschaetzt

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