Rechtsnews 24.08.2020 Emil Kahlmann

Eltern im Streit: Begleiteter Umgang

Leben die Eltern von Kindern getrennt voneinander, so haben nach dem deutschen Umgangsrecht beide Elternteile ein Recht auf Umgang mit den gemeinsamen Kindern. In besonderen Fällen, beispielsweise wenn das Kindeswohl gefährdet ist, kann dieses Recht jedoch durch richterliche Anordnung eingeschränkt werden. Eine Möglichkeit der Einschränkung des Umgangsrechts der Eltern ist der sogenannte begleitete Umgang. Dabei trifft das Kind auf den Elternteil, bei dem es nicht lebt, nur in Anwesenheit einer neutralen dritten Person. Wann die Voraussetzungen für den begleiteten Umgang gegeben sind, musste kürzlich das Oberlandesgericht Oldenburg entscheiden.

Begleiteter Umgang angeordnet – Eltern im Streit

Die Eltern des vorliegenden Falles stammen beide aus der Türkei und haben gemeinsam zwei Kinder im Alter von fünf und acht Jahren. Nach der Trennung der Eltern waren die Kinder bei der Mutter geblieben. Die Frau hatte die beiden Kinder mit in die Türkei genommen. Allerdings ohne vorherige Absprache mit dem Vater der Kinder. Auf der anderen Seite hatte jedoch der Vater die Kinder dazu angehalten, den Behörden gegenüber Falschaussagen zu tätigen. Sie sollten behaupten, dass die Mutter sie geschlagen und allein gelassen habe und dass sie lieber beim Vater bleiben wollten. Das in erster Instanz für den Fall zuständige Amtsgericht hatte daraufhin einen begleiteten Umgang angeordnet, so dass der Vater seine Kinder nur noch unter Aufsicht einer neutralen und geschulten dritten Person sehen konnte.

Kostenlose Erst­einschätzung zu
Eltern im Streit: Begleiteter Umgang erhalten

Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.

Klage gegen begleiteten Umgang

Gegen die Beschränkung des Umgangs mit seinen Kindern in Form des begleiteten Umgangs erhob der Vater Klage. Er argumentierte, dass er eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zu seinen Kindern habe und dass die Anordnung des begleiteten Umgangs daher falsch sei. Das Gericht folgte seiner Argumentation jedoch nicht. Insbesondere betonte es, dass der Vater die Kinder dazu angehalten habe, wahrheitswidrig zu behaupten, dass die Mutter sie schlecht behandelt habe. Darüber hinaus hatten die Kinder vor Gericht glaubhaft berichtet, dass sie von ihm körperlich gezüchtigt worden seien. Angesichts der Tatsache, dass der Vater wiederholt angegeben habe, dass er die deutsche Rechtsordnung nicht akzeptieren werde, sei auch in Zukunft zu befürchten, dass er die von dem Gericht verfügte Sorgerechtsregelung brechen werde. Die Anordnung des begleiteten Umgangs sei daher rechtens.

Sie benötigen konkrete Rechtsberatung zur Durchsetzung Ihrer Ansprüche? Auf rechtsanwalt.com finden Sie kompetente Rechtsanwälte in Ihrer Nähe!

Mediation: Reden statt Klagen

Darf der Staat einen Vater zwingen sich mit seinem unehelichen Kind zu beschäftigen?

Rechtliche Risiken für junge Familien absichern – ein Ratgeber

Kostengünstige Rechtsberatung durch Fachanwälte

  • Verbindliche Auskunft vom Rechtsanwalt
  • Festpreis - garantiert
  • innerhalb von 24 Stunden

Beratung durch Anwalt am Telefon

Antwort auf konkrete Fragestellung.
Spezialisierter Anwalt ruft Sie zügig an.

Zur Auswahl der Anwaltshotline 15 min. zum Festpreis ab 29€