Krankheitskosten steuerlich geltend machen

Verfasst von Julia Brunnengräber am 6. August 2012

Muss eine Person für Aufwendungen im Krankheitsfall zahlen, kann das zur finanziellen Belastung werden, hat diese Person doch mehr Abgaben als andere mit gleichem Einkommen, gleichem Vermögen und gleichem Familienstand. Ein Lichtblick in solch einer Situation: ein Antrag auf Ermäßigung der Einkommensteuer nach § 33 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes (EStG), den die betroffene Person stellen kann. Doch so einfach ist das nicht.

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Ermäßigung der Einkommensteuer durch amtsärztlichen Nachweis

Die betroffene Person muss entweder aufzeigen können, dass die Krankheitskosten medizinisch notwendig angefallen sind oder – ist dies nicht offensichtlich – das durch ein amtsärztliches Gutachten belegen. Das ist in § 33 Abs. 4 EStG und § 64 der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung festgeschrieben und gehört zum Steuervereinfachungsgesetz 2011.

Kuraufenthalt als außergewöhnliche Belastung?

Die Kläger in diesem Fall wollten einen Kuraufenthalt als außergewöhnliche Belastung geltend machen und klagten, nachdem das Finanzamt dies nicht steuerlich abziehen wollte. Sie hatten vor Kurbeginn kein amtsärztliches oder vergleichbares Attest eingeholt.

BFH: Strenge Art des Nachweises unverzichtbar

Laut BFH können die Kläger nicht darauf plädieren, dass die Anforderungen an einen Nachweis bestimmter Krankheitskosten verfassungsrechtlich zu beanstanden seien. Können die Personen bezüglich des Kuraufenthalts wie in diesem Fall – oder hinsichtlich Krankheitskosten generell – keinen amtsärztlichen Nachweis vorlegen beziehungsweise haben es die Personen versäumt einen solchen einzuholen, können sie die Aufwendungen vor dem Finanzamt nicht geltend machen. Die Kläger waren somit vor Gericht erfolglos. Der BFH betonte, dass auf die strenge Art des Nachweises nicht verzichtet werden kann. 

  • Quelle: Pressemitteilung des Bundesfinanzhofs vom 27. Juni 2012, Az.: VI R 74/10

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