Dünne Frau sitzt mit Besteck an leerem Esstisch

fotolia.com/Photographee.eu

Wie kann es geschehen, dass eine Frau im Kreis ihrer Familie
qualvoll verhungert und verdurstet? Welche Strafe erwartet ihren Ehemann und
die Tochter, die dem Tod der Mutter tatenlos zusahen?

Hungertod auf dem
Sofa

Innerhalb der betroffenen Familie war es bereits im Voraus
zu Problemen gekommen. Beide Eltern waren alkoholabhängig, die Wohnung befand sich in einem verwahrlosten Zustand. Der familiäre
Zusammenhalt war insbesondere durch die starke Abhängigkeit der Frau nach und
nach verkümmert. Als die 49-Jährige schließlich stürzte und  sich die Hüfte brach, rief ihr Mann keinen
Rettungsdienst, sondern legte seine verletzte Frau auf das Sofa im gemeinsamen
Wohnzimmer. Unfähig, aufzustehen oder sich zu bewegen, vegetierte sie dort über
Wochen hinweg vor sich hin, bis sie schließlich verhungerte. Dass sie während
der gesamten Zeit in ihren eigenen Ausscheidungen lag und von Maden übersäht war,
störte offenbar weder den Ehemann noch die Tochter. Nach deren Angaben hätten
diese die Frau lediglich hin und wieder mit Wasser und Fertiggerichten versorgt.

Welche Strafe steht
auf Mord durch Unterlassung?

Das Landgericht Verden verurteilte den Ehemann und die
Tochter wegen Totschlags durch Unterlassung. Der 49-Jährige erhielt eine
Freiheitsstrafe von sieben Jahren, die 18-Jährige eine Jugendstrafe von drei
Jahren. Die Anklage hatte ursprünglich auf Mord durch Unterlassung gelautet,
wurde jedoch abgemildert, da die für einen Mord typischen niedrigen Beweggründe
nicht erfüllt wurden. Der Grund für den Tod der Mutter lässt sich eher in deren
Alkoholkrankheit sehen, die die Familie nach und nach zerstört und eine
emotionale Bindung zur Tochter verhindert hatte. Auch ihre Erkrankung am Korsakow-Syndrom,
das mit dem Verlust des Kurzzeitgedächtnisses einhergeht, könnte in
Zusammenhang damit stehen. So könnte die Vernachlässigung der Mutter aus Rache
dafür geschehen sein, dass sie die Familie jahrelang vernachlässigt habe. Nach
Angaben der Polizei hätten weder der Ehemann noch die Tochter den Tod der
Mutter besonders betrauert.

Quelle:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hungertod-prozess-haftstrafen-fuer-ehemann-und-tochter-a-1073698.html#utm_source=print#utm_medium=medium#utm_campaign=plista&ref=plista

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