Rechtsnews 17.01.2012 Julia Brunnengräber

LG Berlin: Urteil gegen Boxerin Rola El-Halabis Stiefvater

Jäh wurde die Boxkarriere der jungen Frau namens Rola El-Halabi beendet und das von Seiten eines Angehörigen und einer lange nahestehenden Person. Vom eigenen Stiefvater angeschossen, wurde El-Halabis Boxkarriere von einem Tag auf den anderen auf Eis gelegt. Der Weg zurück in den Ring wird schwer.

Stiefvater schoss auf Boxerin Rola El-Halabi

Durch Pistolenschüsse wurde gezielt ihre Hand, sowie ihre Beine getroffen und schwer verletzt – also für das Training und den Kampf wichtige Körperstellen. Sein Ziel war es, wie bekannt wurde, sie an der weiteren Ausübung des Boxens zu hindern. Einige Zeit zuvor schon hatte er sich gegen den Verlobten seiner Stieftochter gewandt und diesen geschlagen. Aufgrund seiner für ihn ausschlaggebenden Hintergründen, verübte der Mann die Taten gegenüber El-Halabi kurz vor einem Weltmeisterschaftsboxkampfes seiner Tochter. Außerdem war er nicht allein gegen seine Stieftochter gewalttätig, sondern auch gegen eine Sicherheitsangestellte, die er ebenfalls mit Schüssen verletzte.

LG Berlin: Sechsjährige Freiheitsstrafe

Das Landgericht Berlin hatte zu entscheiden, wie das Strafmaß des Angeklagten zu bemessen ist. Zu berücksichtigen waren dabei sein „Verstoß gegen das Waffengesetz“,  die ihm zu Last gelegte “ Tateinheit mit versuchter schwerer Körperverletzung“ und „vorsätzliche Körperverletzung“. Miteinbezogen in die Erwägungen wurde aber auch, dass der Mann zuvor nicht straffällig war und im Nachhinein Reue zeigte. Jedoch ist er verantwortlich für die Verletzungen, die Zerstörung der vorher bestehenden familiären Verhältnissen und den zerstörten Karriereverlauf der Boxsportlerin. Die richterliche Entscheidung lautet daher die Auferlegung einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Ob der Angeklagte in Revision gehen wird, wird sich zukünftig zeigen. Quelle:

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  • Pressemitteilung des Landgerichts Berlin vom 14. November 2011, Az.: (515) 231 Js 981/11 (15/11)

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