Fachbeitrag 22.07.2025

Wie kann ich mich wehren, wenn ich bei eBay oder Kleinanzeigen über das „Sicher Bezahlen“-System betrogen wurde?


Immer häufiger melden sich Personen, die bei Kleinanzeigen Opfer eines besonders raffinierten Betrugs werden – und zwar über das vermeintliche „Sicher Bezahlen“-System der Plattform. In vielen Fällen ist der finanzielle Schaden erheblich. Doch was steckt dahinter, und welche Möglichkeiten haben Betroffene?

Ein aktueller Fall zeigt, wie professionell und überzeugend die Täter vorgehen: Ein Nutzer bot über Kleinanzeigen erstmals einen Artikel zum Verkauf an und aktivierte dabei das „Sicher Bezahlen“-Feature, das angeblich zusätzliche Sicherheit verspricht. Kurz darauf forderte der vermeintliche Käufer den Verkäufer auf, seine E-Mail-Adresse in die Nachrichtenbox einzugeben. Wenig später erhielt dieser eine täuschend echt gestaltete E-Mail mit einem Link zur vermeintlichen Zahlungsabwicklung über „Sicher Bezahlen“.

Während des Prozesses wurde der Verkäufer dazu gebracht, seine PayPal-Zugangsdaten einzugeben – und sogar die Zwei-Faktor-Codes zur Bestätigung weiterzugeben. Parallel dazu verlangten die Täter auch einen Login zum Bankkonto. Obwohl der Verkäufer den Vorgang schließlich abbrach, war es da bereits zu spät: Über die Funktion „Geld senden an Freunde und Familie“ wurde ein Betrag von 899 € unberechtigt von seinem PayPal-Konto abgebucht. Die Täter hatten Zugriff auf die Login-Daten erhalten und nutzten gezielt die Funktion, bei der kein Käuferschutz greift.

Welche rechtlichen Möglichkeiten haben Betroffene in solchen Fällen?

Solche Betrugsmaschen fallen unter den Begriff des Phishing – also das Ausspähen persönlicher Zugangsdaten mit betrügerischer Absicht. Auch wenn die Täter meist anonym und schwer zu ermitteln sind, bestehen für Geschädigte dennoch rechtliche Optionen:

  • Rückforderung der Zahlung bei PayPal: Zwar schließt PayPal den Käuferschutz bei „Freunde & Familie“-Zahlungen ausdrücklich aus, dennoch kann in Einzelfällen argumentiert werden, dass die Zahlung unter Täuschung und ohne wirksame Zustimmung erfolgt ist. Hier kommt es auf eine gut begründete Argumentation an.

  • Anzeige bei der Polizei: Die Strafanzeige ist nicht nur aus rechtlichen Gründen wichtig, sondern erhöht auch die Chancen, dass PayPal oder andere Stellen den Fall ernst nehmen und weitere Schritte einleiten.

  • Geltendmachung gegenüber der Bank: Falls auch auf das Bankkonto zugegriffen wurde oder ein solcher Zugriff versucht wurde, kann auch dort Handlungsbedarf bestehen – insbesondere in Bezug auf unautorisierte Transaktionen oder mögliche Sicherheitslücken.

Was wir für Betroffene tun können

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Unsere Kanzlei unterstützt seit Jahren Mandantinnen und Mandanten, die durch PayPal-Betrug, Phishing-Attacken oder andere Formen digitaler Wirtschaftskriminalität geschädigt wurden. In Fällen wie diesem übernehmen wir:

  • Die außergerichtliche Kommunikation mit PayPal zur Rückforderung der unberechtigten Zahlung

  • Die Prüfung und Dokumentation aller verfügbaren Nachweise (Mails, Screenshots, Nachrichtenverlauf)

  • Die juristische Bewertung der Erfolgsaussichten

  • Auf Wunsch auch die strafrechtliche Anzeige und Begleitung des Verfahrens

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Guido Lenné - rechtsanwalt.com

Guido Lenné

Leverkusen
  • Arbeitsrecht,
  • Bankrecht

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Autor

Guido Lenné

Rechtsanwalt
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