Versicherungsschutz nach der Scheidung

Verfasst von Manuela Frank am 2. Oktober 2015

Viele Ehepartner wissen nicht, welchen Versicherungsschutz sie nach einer Trennung haben
Ⓒfotolia/highwaystarz

Die Hochzeit ist für viele der
Höhepunkt ihrer Beziehung. Doch nicht immer übersteht die Ehe auch schlechte
Zeiten, denn jede dritte scheitert in Deutschland und die Scheidung folgt.
Viele Paare sind sich jedoch nicht darüber im Klaren, was nach einer Ehescheidung
alles auf sie zukommt, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Insbesondere die gemeinsam
genutzten Versicherungen verlieren ihre Gültigkeit und die Partner müssen sich wieder
selbst absichern.

Für viele Ehepaare bedeutet
eine Trennung in erster Linie die Auflösung der gemeinsamen Wohnung, des
Vermögens und die Regelungen in Bezug auf das
Sorgerecht für die Kinder. Doch
mit einer rechtskräftigen Scheidung stehen noch weitere rechtliche Änderungen
an. Während einer Ehe schließen die Gatten Versicherungen meist gemeinsam ab,
häufig ist dann nur ein Partner offizieller
Versicherungsnehmer. Nach der
Trennung muss sich der andere Ehegatte also schnellstmöglich um einen eigenen
Versicherungsschutz kümmern.

Was geschieht im Scheidungsfall mit der Krankenversicherung?

Ehepartner, die bisher über
den berufstätigen Gatten über die Familienversicherung mitversichert waren,
müssen sich selbst versichern. Nach der Scheidung werden diese darüber informiert,
dass sie nun automatisch freiwillig krankenversichert sind. Innerhalb von zwei
Wochen kann sich der Betroffene eine andere Krankenversicherung für seine
Zwecke aussuchen. Ist das Ehepaar privat versichert, können beide Partner nach
der Trennung privat versichert bleiben. Die gemeinsamen Kinder ohne Einkommen können
mitversichert werden, in der Regel so wie der Elternteil, bei welchem sie
leben.

Hausratversicherung bei Auflösung einer gemeinsamen Wohnung

Bei einer Hausratversicherung
kommt es in erster Linie darauf an, ob die Partner nach der Trennung in der
gemeinsamen Wohnung oder dem gemeinsamen Haus zusammen wohnen bleiben. Ist dies
der Fall, gilt der Versicherungsschutz wie bisher. Sollte der
Versicherungsnehmer allerdings ausziehen, behält er den Vertrag und muss den
Auszug nur beim Versicherungsunternehmen melden. Der Ex-Partner muss sich dann
um einen eigenen Versicherungsschutz für seinen Hausrat kümmern.

Private
Haftpflichtversicherung nach der Scheidung

Haftpflichtversicherungsschutz
erhält nach der Scheidung nur der Partner, welcher auch im Vertrag als Versicherungsnehmer
aufgeführt ist. Der andere muss demnach einen eignen abschließen. Der
Versicherungsschutz für gemeinsame Kinder besteht automatisch weiter. Allerdings
kann der Versicherungsnehmer bereits nach der Trennung seinen neuen Partner
über den Vertrag mitversichern, ab diesem Zeitpunkt besteht kein Schutz mehr
für den Ex-Partner. Deshalb sollten Betroffene bereits frühzeitig für einen
entsprechenden eigenen Vertrag sorgen.

Gibt es im Scheidungsfall einen Versorgungsausgleich bei der Altersvorsorge?

Nach einer Scheidung findet
ein sogenannter Versorgungsausgleich statt, bei welchem die Ansprüche auf die
gesetzliche Rente, die Riester-Rente oder die betriebliche Altersvorsorge häufig
halbiert werden. Wie genau die Aufteilung abläuft, wird durch das
Familiengericht entschieden. Durch einen notariellen Ehevertrag kann ein
solcher Ausgleich im Vorfeld ausgeschlossen werden, bei besonderen Härtefällen
gilt dies ebenfalls.

Kfz-Versicherung durch Ex-Partner

Der Versicherungsnehmer einer
Kfz-Versicherung muss nach einer Scheidung keine Veränderung befürchten.
Schließt der Ex-Partner jedoch einen eigenen Vertrag für sein Auto ab, kann
sich dies nachteilig für ihn auswirken. Er wird in der Regel in eine
schlechtere Schadensfreiheitsrabatt-Klasse eingestuft, welche der von
Fahranfängern gleicht. Viele Versicherungsunternehmen bieten jedoch einen
anteiligen Schadensfreiheitsrabatt an, Betroffene sollten sich rechtzeitig
informieren.

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