Rechtsberatung rund um Schwarzarbeit

Definition Schwarzarbeit

Als Schwarzarbeit bezeichnet man eine nicht angemeldete Arbeitsleistung oder Dienstleistung, die häufig mit Leistungsmissbrauch, Steuerhinterziehung und Sozialbetrug einhergeht.

Schwarzarbeit gehört zu den größten Ärgernissen des deutschen Staates. Dadurch, dass die Arbeitsverhältnisse und Tätigkeiten nicht angemeldet werden, werden keine Steuern gezahlt und keine Abgaben an die Sozialversicherung und Krankenversicherung geleistet. Die Beweggründe für dieses Verhalten liegen jedoch auf der Hand: Sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer bleibt bei der Schwarzarbeit mehr Geld übrig. Außerdem fällt der Verwaltungsaufwand geringer aus, wenn keine Steuererklärung gemacht werden muss. Auch Selbstständige machen gerne von der Schwarzarbeit Gebrauch, um Steuern zu sparen und Leistungen wie Hartz-IV trotz Nebenverdienst zu erhalten.

Strafen für Schwarzarbeit

Schwarzarbeit ist in Deutschland nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) illegal. Bei einem Verstoß handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, für die eine Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro fällig werden kann. Das ist etwa bei Steuerhinterziehung, Sozialbetrug oder auch einer fehlenden Gewerbeeintragung der Fall. Steht die Schwarzarbeit in Zusammenhang mit der Erschleichung einer Geldleistung oder Sozialleistung, kann sie nach § 9 SchwarzArbG sogar mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren geahndet werden. Auch die Beschäftigung von Ausländern ohne Arbeitsgenehmigung ist strafbar.

Gefälligkeiten und Nachbarschaftshilfe

Die meisten Arbeitnehmer sehen Schwarzarbeit als Nebentätigkeit an, mit der man das eigentliche Gehalt etwas aufzubessern kann. Gerade Handwerker arbeiten häufig nach Arbeitsschluss oder am Wochenende gegen zusätzliches Geld auf der Baustelle weiter oder bieten ihre Dienste für Privatleute an. Dabei muss jedoch zwischen Schwarzarbeit und einer Gefälligkeit oder der Nachbarschaftshilfe unterschieden werden. Es handelt sich um eine Gefälligkeit, wenn eine Leistung erbracht wird, um etwa einen Bekannten zu unterstützen. Ein geringes Entgelt in Form von Geld oder Naturalien ist dabei erlaubt. Nachbarschaftshilfe findet im engen Bekanntenkreis statt und wird in der Regel unentgeltlich geleistet. Stattdessen werden die Hilfeleistungen oft gegenseitig erbracht. Somit ist es auch zulässig, wenn Renovierungs- oder Putzarbeiten von beiden Seiten für den jeweils anderen durchgeführt werden. Ein Vertrag darf dabei jedoch nicht bestehen. Schwarzarbeit liegt erst vor, wenn eine Gewinnerzielung oder Gewerbsmäßigkeit vorliegt.

Schwarzarbeit während der Arbeitslosigkeit

Besonders schädlich für die Sozialversicherungskassen und Krankenkassen sind Arbeitslosengeldempfänger, die nebenher schwarzarbeiten. Sie sind von den meisten Sozialabgaben befreit, obwohl sie die Leistungen in Anspruch nehmen. Das Arbeitslosengeld wird gezahlt, um das Existenzminimum abzusichern und Zeiten der Erwerbslosigkeit zu überbrücken. Durch die Ausübung einer nicht-registrierten Tätigkeit liegt daher ein Leistungsbetrug vor, da der Empfänger bei einer Anmeldung kein Arbeitslosengeld mehr erhalten würde. Das ist auch beim Arbeitslosengeld II (Hartz-IV) der Fall, weil das Einkommen aus der Schwarzarbeit nicht bei der Berechnung der Bezüge berücksichtigt wird.

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Top-Fragen zum Thema Schwarzarbeit für Arbeitnehmer und Selbstständige

1. Was für Folgen hat Schwarzarbeit?

Schwarzarbeit ist in Deutschland illegal. Es handelt sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld anfällt. Dieses kann je nach Schwere des Vergehens mehrere hunderttausend Euro betragen. Steht die Schwarzarbeit in Zusammenhang mit Sozialbetrug, kann sogar eine Freiheitsstrafe drohen. Sie möchten wissen, welche Strafe Ihnen im Einzelfall drohen kann? Unsere Rechtsanwälte für Strafrecht beraten Sie gerne. 

2. Ab wann arbeite ich schwarz?

Eine Leistung wird als Schwarzarbeit bezeichnet, wenn sie der Gewinnerzielung dient und gewerbsmäßig ist. Das ist etwa der Fall, wenn bei einem normalen Arbeitsverhältnis keine Steuern oder Sozialleistungen abgeführt werden. Auf der anderen Seite handelt es sich bei Gefälligkeiten oder Nachbarschaftshilfen nicht um Schwarzarbeit, wenn diese auf Gegenseitigkeit beruhen oder unentgeltlich stattfinden. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Arbeit gegen das Gesetz verstößt, sollten Sie so schnell wie möglich einen Rechtsanwalt kontaktieren.

Schwarzarbeit ist in Deutschland illegal. Es handelt sich dabei um eine Ordnungswidrigkeit, für die ein Bußgeld anfällt. Dieses kann je nach Schwere des Vergehens mehrere hunderttausend Euro betragen. Steht die Schwarzarbeit in Zusammenhang mit Sozialbetrug, kann sogar eine Freiheitsstrafe drohen. Sie möchten wissen, welche Strafe Ihnen im Einzelfall drohen kann? Unsere Rechtsanwälte für Strafrecht beraten Sie gerne. 

3. Hafte ich für Schäden, die entstehen während ich schwarz arbeite?

Wenn Sie sich während der Arbeit verletzen oder ein Sachschaden oder Personenschaden auftritt, muss der Arbeitgeber dafür aufkommen. Als Arbeitnehmer sind Sie generell nicht dafür verantwortlich, wenn keine vorsätzliche Schädigung oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Das ist unabhängig von der Schwarzarbeit und ergibt sich daraus, dass Sie die Anweisungen des Arbeitgebers befolgen. Zusätzlich hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden, dass ein geschlossener Werkvertrag bei einer nicht angemeldet handwerklichen Tätigkeit nichtig ist. Somit kann der Auftraggeber keine Mängelansprüche geltend machen. Dennoch sollten Sie sich, wenn Ihr Auftraggeber Ihnen angeblich schlecht ausgeführte Arbeiten vorwirft, schnellstmöglich an einen Rechtsanwalt wenden.

4. Was ist der Unterschied zwischen Schwarzarbeit und einer Gefälligkeit?

Der Unterschied zwischen Schwarzarbeit und einer Gefälligkeit oder Nachbarschaftshilfe besteht darin, dass erstere gewinnorientiert und gewerbsmäßig ist. Die Hilfeleistungen innerhalb des Bekanntenkreises beruhen hingegen auf Gegenseitigkeit und finden unentgeltlich statt. Bei Gefälligkeiten sind sogar eine geringe Belohnung in Form von Geld oder Naturalien gestattet.

5. Wo kann ich Schwarzarbeit anonym anzeigen oder melden?

Falls Sie einen Verdacht haben, können Sie diesen schriftlich oder telefonisch bei dem zuständigen Hauptzollamt melden. Der Arbeitsbereich Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) wird sich darum kümmern und die Anzeige überprüfen. Der Hinweis kann anonym erfolgen, ansonsten unterliegen Ihr Name und Ihre Adresse den datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Sie sind in jedem Fall nicht verpflichtet, Ihre Identität zu enthüllen. Alternativ ist auch eine Strafanzeige bei der Polizei oder ein Hinweis für das Finanzamt möglich. (Link zu den Ansprechpartnern beim Hauptzollamt: https://www.zoll.de/DE/Fachthemen/Arbeit/Bekaempfung-der-Schwarzarbeit-und-illegalen-Beschaeftigung/Ansprechpartner/ansprechpartner_node.html)

Top-Tipps zum Thema Schwarzarbeit für Arbeitnehmer und Selbstständige

1. Melden Sie Fälle von Schwarzarbeit.

Schwarzarbeit schadet letztlich allen. Daher sollten Sie verdächtige Aktionen oder Personen melden. Zahlreiche Behörden wie das Hauptzollamt, das Finanzamt oder die Agentur für Arbeit in Ihrer Nähe sind dankbar für jeden Hinweis. Auch, wenn es sich bei dem Täter um Ihren Arbeitgeber handelt, sollten Sie diesen melden. Zuvor sollten sie jedoch die Aussagekraft der Beweise und die Risiken abwägen und im Zweifelsfall lieber noch etwas abwarten. In jedem Fall nehmen die zuständigen Behörden Ihren Tipp sowohl schriftlich als auch telefonisch und in anonymer Form entgegen. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Meldung angebracht ist, lassen sie sich von einem unserer Rechtsanwälte beraten.

2. Lassen Sie sich nicht in bar bezahlen.

Gerade bei handwerklichen Tätigkeiten bieten zahlreiche Kunden eine Barzahlung an, um auf die Rechnung und die Steuern zu verzichten. Lassen Sie sich nicht darauf ein, da letztlich Sie für die fehlenden Abgaben aufkommen müssen. Die Auftraggeber sind dazu verpflichtet, Handwerkerrechnungen bis zu zwei Jahre aufzubewahren und werden Sie im Fall einer Kontrolle durch die Steuerfahnder kaum schützen. Wichtig ist auch, dass Sie Ihr Gewerbe ordnungsgemäß anmelden. Wird die Schwarzarbeit bekannt, können immense Geldstrafen oder sogar eine Freiheitsstrafe auf Sie zukommen. Wenden Sie sich bei Unsicherheiten und Fragen gerne an einen unserer kundigen Rechtsanwälte.

3. Bestehen Sie auf ein ordentliches Arbeitsverhältnis.

Auch wenn es verlockend ist, seinen Lohn direkt in bar zu erhalten und keine Steuern bezahlen zu müssen, lassen Sie es lieber. Bestehen Sie auch bei einer kleinen Nebentätigkeit stets darauf, vom Arbeitgeber ordnungsgemäß eingestellt und bezahlt zu werden. Bei Sach- und Personenschäden oder Unfällen während der Arbeitszeit kann es ansonsten zu Problemen mit der Versicherung kommen. Außerdem sind Sie bei einer Entdeckung des Betrugs dazu verpflichtet, die gesparten Steuern und Abgaben nachzuzahlen. Lassen Sie sich hier von einem Rechtsanwalt für Arbeitsrecht zur Gültigkeit ihres Arbeitsverhältnisses beraten.


Top-Fragen zum Thema Schwarzarbeit für Arbeitgeber

1. Wie hoch ist die Strafe für Schwarzarbeit?

Die Strafe für Schwarzarbeit kann je nach dem Umfang der Ordnungswidrigkeit bis zu 300.000€ betragen. Bei einer Beschäftigung von Ausländern ohne Arbeitsgenehmigung droht sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Außerdem liegt ein Verstoß gegen das Strafgesetzbuch vor, wenn Sie die Sozialversicherungsbeiträge Ihrer Mitarbeiter nicht abgeben. Dabei kann die Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahre betragen. Sie möchten sich über das Strafmaß für Schwarzarbeit informieren? Nehmen Sie die telefonische Rechtsberatung zum Strafrecht in Anspruch.

2. Wann verjährt Schwarzarbeit?

Die Tatbestände der Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben verjähren erst nach 30 Jahren. Somit sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie sich diesem Risiko aussetzen wollen. Insbesondere bei der Beauftragung von Handwerkern ist es zu Beweiszwecken daher wichtig, sich in jedem Fall eine Rechnung ausstellen zu lassen. Sie sind dazu verpflichtet, diese Rechnung für mindestens zwei Jahre aufzubewahren und auf Wunsch der Behörden vorzuzeigen. Weitere Fragen zum Thema Schwarzarbeit und Verjährung beantworten die Rechtsanwälte bei der telefonischen Rechtsberatung gerne.

3. Wieso ist Schwarzarbeit illegal?

Schwarzarbeit ist in Deutschland illegal, da sie der Volkswirtschaft und dem Sozialstaat Schaden zufügt. Auf der einen Seite werden die Löhne etwa im Bausektor gedrückt und machen es Firmen ohne Schwarzarbeiter sehr schwer, im Wettbewerb mitzuhalten. Auf der anderen Seite entgehen dem Sozialstaat und den Sozialkassen und Krankenkassen wichtige Gelder. Diese werden nicht nur für die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung, der Renten und der Krankengelder benötigt. Die Steuereinnahmen über die Lohnsteuer sorgen dafür, dass der Staat seine Ausgaben decken und neue Projekte finanzieren kann. 

4. Was soll ich tun, wenn meine Mitarbeiter nebenher schwarzarbeiten?

In der Handwerksbranche ist es besonders ärgerlich, wenn die eigenen Mitarbeiter neben Ihrer Arbeit zusätzliche Aufträge annehmen und dem Betrieb unter Umständen die Kunden wegnehmen. Daher sollten Sie Ihre Mitarbeiter bereits von Beginn an darüber informieren, dass Sie Schwarzarbeit nicht tolerieren. In einigen Fällen hilft bereits die Klausel im Arbeitsvertrag, nach der der Arbeitgeber über Nebentätigkeiten informiert werden muss. In anderen Fällen sollten Sie Ihre Mitarbeiter gezielt auf das Thema ansprechen und über die Folgen aufklären. Eine Kündigung ist jedoch nur unter bestimmten Umständen möglich. Finden Sie etwa heraus, dass Schwarzarbeit neben dem normalen Arbeitsverhältnis betrieben wird, sind Sie nur zur Kündigung berechtigt, wenn das normale Arbeitsverhältnis unter dem Nebenverdienst leidet. Fand die Schwarzarbeit hingegen während der eigentlichen Arbeitszeit statt, kann eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden. Lassen Sie sich von einem unserer kundigen Rechtsanwälte bei der Erstellung eines passenden Arbeitsvertrags und bei Problemen mit Ihren Mitarbeitern helfen.

Top-Tipps zum Thema Schwarzarbeit für Arbeitgeber

1. Gehen Sie kein Risiko ein.

Schwarzarbeit ist entgegen der landläufigen Meinung kein Kavaliersdelikt, sondern wird mit empfindlichen Geldstrafen von bis zu 300.000 Euro oder sogar einer Freiheitsstrafe geahndet. Gehen Sie daher auf keinen Fall ein Risiko ein, indem Sie Schwarzarbeiter beschäftigen. Noch höhere Strafen drohen, wenn die Arbeiter keine Arbeitserlaubnis besitzen. Bei der Erstellung eines ordentlichen Arbeitsvertrags unterstützt Sie ein kundiger Rechtsanwalt für Arbeitsrecht gerne.

2. Erwägen Sie eine Selbstanzeige.

Falls Sie sich der Steuerhinterziehung schuldig gemacht haben, kann eine Selbstanzeige Ihre einzige Rettungsmöglichkeit sein. Lassen Sie sich dabei in jedem Fall von einem Rechtsanwalt beraten, um mögliche Fehler zu vermeiden und das Strafmaß zu mindern. Bei der Anzeige ist es besonders wichtig, der zuständigen Finanzbehörde alle relevanten Dokumente und Unterlagen vorzulegen, alle Angaben zu berichtigen und die Steuern in vollem Umfang zurückzuzahlen. Nur dann können Sie nach der Abgabenordnung (AO) straffrei ausgehen. Wenn das Finanzamt hingegen erst eine Prüfungsanordnung oder ein Ermittlungsverfahren angeordnet hat, ist es zu spät für Reue und Sie müssen für Ihre Fehler gerade stehen. Lassen Sie sich daher so schnell wie möglich bei einer Selbstanzeige unterstützen.

3. Bewahren Sie im Ernstfall Ruhe und beauftragen Sie einen Anwalt.

Wenn die zuständigen Behörden einen Verdacht auf Schwarzarbeit in Ihrem Betrieb haben, ist es meistens bereits zu spät. In einem solchen Fall bleibt Ihnen nur die Möglichkeit, den Schaden so gering wie möglich zu halten. Ziehen Sie daher in jedem Fall einen Rechtsanwalt zu Rate, der Sie unterstützt. Stehen einige Zollbeamten mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür, sollten Sie darauf bestehen, den Anwalt hinzuzuziehen. Er kann den Beschluss auf eventuelle Fehler und Ungereimtheiten überprüfen. Auch sollten Sie von Ihrem Schweigerecht Gebrauch machen. Finden Sie hier einen Rechtsanwalt, der Ihnen zur Seite steht.

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