Rechtsnews 03.08.2021 Simon Wolpert

Gerichtsvollzieher hat keine Berechtigung zum Waffenbesitz

Nicht jeder Beruf ist ungefährlich. Polizisten haben regelmäßig mit Widerstand und gewalttätigen Reaktionen zu kämpfen. Sie dürfen eine Waffe zur Selbstverteidigung mit sich führen. Aber nicht nur Polizisten fühlen sich ohne eine Waffe unsicher. Auch ein Gerichtsvollzieher wollte bei seiner Berufsausübung eine Waffe mit sich tragen. Das VG Stuttgart wies seine Klage 2011 ab. Dieser klagte auf Erteilung einer Bescheinigung über die Berechtigung zum Erwerb und Besitz von Waffen sowie zum Führen von Waffen. Nach den Richtern hat ein Gerichtsvollzieher keine Berechtigung zum Waffenbesitz.

Gewaltdrohungen bei der Zwangsvollstreckung

Seit dem Jahr 2003 ist der Kläger für das Land Baden-Württemberg als Gerichtsvollzieher tätig. Im Mai 2008 beantragte er vergeblich die Erteilung eines Waffenscheins zum dienstlichen Gebrauch beim Justizministerium. Der Kläger behauptete, in jüngster Zeit hätte man ihm mehrfach körperliche Gewalt beim Durchsetzen der Zwangsvollstreckung angedroht. Auch würde er immer öfter beleidigt und habe Probleme mit angetrunkenen Schuldnern. Der Kläger war der Meinung, er sei wegen diesen aggressiven Vorfällen auf eine Schusswaffe zur Selbstverteidigung angewiesen.

Waffenberechtigung nur, wenn Berufsgruppe erheblich gefährdet ist

Das VG Stuttgart führte aus, der Kläger habe keinen Anspruch auf die Erteilung einer Bescheinigung über die Berechtigung zum Erwerb und Besitz von Waffen. Die einschlägigen Normen des Waffengesetzes sehen vor, dass Personen, die aufgrund ihrer wahrzunehmenden hoheitlichen Tätigkeiten erheblich gefährdet sind, eine solche Bescheinigung erteilt wird. Das VG Stuttgart betonte jedoch, dass die Berufsgruppe der Gerichtsvollzieher nicht mehr als die Allgemeinheit durch Angriffe auf Leib oder Leben gefährdet sei. Die durch den Kläger vorgetragenen Vorfälle seien nur Einzelfälle und nicht die Regel. Eine allgemeine Gefährdung für die Berufsgruppe der Gerichtsvollzieher lasse sich hieraus nicht ableiten.

Unsicher bei einer Rechtsfrage? Holen Sie sich jetzt eine schnelle Einschätzung – ab 29,99 €.

★★★★★ Seit 2004 Millionen beratene und zufriedene Kunden
Was passt zu Ihnen?
Wenn Sie lieber direkt sprechen möchten.
Telefonisch
Für alle, die direkt mit einem Anwalt sprechen möchten
Anruf innerhalb ca. 4 Stunden
ab 34,99 *
  • 15 / 30 / 45 Min wählbar
  • Persönlich & lösungsorientiert
  • Wenn Reden wichtig ist
Anwalt telefonisch anfragen
Ideal, wenn Sie sofort persönlich sprechen möchten.
Wenn Sie schnell und günstig eine erste Orientierung brauchen.
✦ Empfohlen
LexBot
KI-Ersteinschätzung zur Rechtsfrage
⚡ Antwort in ca. 2 Minuten ⚡
ab 29,99 *
Ideal für erste, rechtliche Orientierung
  • PDF-Antwort in 5 klaren Kapiteln
  • Rechtliche Einordnung & nächste Schritte
  • Optional: Doku-Check & Anwaltstelefon
KI-Ersteinschätzung starten →
Keine Wartezeit  ·  Keine versteckten Kosten  ·  Sofort online starten
★★★★★ 4,8 / 5 Sterne
LexBot Prüfprotokoll gem. EU AI Act Geprüft gem.
EU AI-Act
Der schnellste Weg zu einer ersten Einschätzung.
Wenn Sie eine schriftliche Antwort wünschen.
Schriftlich
Für komplexere Fälle mit anwaltlicher Ausarbeitung
Antwort in ca. 1 Werktag
99,99 *
  • Schriftliche anwaltliche Ausarbeitung
  • Upload eines Dokuments möglich
  • Eine Rückfrage inklusive
Schriftliche Antwort erhalten
Für Fälle, bei denen Sie eine ausführliche Antwort benötigen.
*alle Preise inkl. MwSt.  ·  LexBot® ist als Marke geschützt und beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) registriert.

Nach einer vom Justizministerium initiierten Umfrage in 12 Bundesländern wurden Bescheinigungen dieser Art nur in Bayern (4,5 % der Gerichtsvollzieher) und in Baden-Württemberg (2,47 %) erteilt. Der Kläger verpasste es allerdings Umstände darzulegen, die eine erhebliche Gefährdungslage begründen könnten. Auch konnte er nicht glaubhaft vermitteln, dass eine Waffe notwendig ist, um Gefährdungen zu mindern. Bei potentiell besonders gefährlichen Vollstreckungen hat ein Gerichtsvollzieher stets die Möglichkeit Polizeikräfte zur Unterstützung anzufordern oder die Zwangsvollstreckung abzubrechen. Auch muss ein Gerichtsvollzieher eine Vollstreckung nicht um jeden Preis durchführen. Die Nötigung eines Schuldners durch eine Schusswaffe wäre unzulässig. Zu diesem Zweck könne eine Bescheinigung also auch nicht ausgestellt werden.

Sie brauchen telefonische Rechtsberatung? Nutzen Sie jetzt unsere Deutsche Rechtsanwaltshotline!

Das könnte Sie auch interessieren:

Pfändung des Grabmals zulässig

Illegaler Waffenbesitz und gefälschte Papiere!

Quellen und Links:

Sollte Ihnen dieser Beitrag geholfen haben, so können Sie uns etwas zurückgeben in dem Sie uns bei Google bewerten.

Kostengünstige Rechtsberatung durch Fachanwälte

  • Verbindliche Auskunft vom Rechtsanwalt
  • Festpreis - garantiert
  • innerhalb von 24 Stunden

Beratung durch Anwalt am Telefon

Antwort auf konkrete Fragestellung.
Spezialisierter Anwalt ruft Sie zügig an.

Zur Auswahl der Anwaltshotline 15 min. zum Festpreis ab 29€