Rechtsnews 16.06.2011 Eleonore Lis

Silvana Koch-Mehrin jetzt ohne Doktortitel

Ist der Doktortitel noch etwas wert? Diese Frag stellt man sich, wenn man die Nachrichten in der Presse und den Medien verfolgt. Immer mehr Doktorarbeiten entlarven sich als Plagiate. Nach dem „Guttenberg-Fall“ waren die Plagiatsjäger erneut auf Spurensuche. Diese führte auf die Dissertation der Europaabgeordneten (FDP) Silvana Koch-Mehrin. Im Zeitraum von mehr als zwei Monaten habe der Promotionsausschuss der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg die Arbeit intensiv geprüft, so die Pressemitteilung der Universität Heidelberg vom 15. Juni 2011. Nach einer zusätzlichen „schriftlichen Stellungnahme“ und persönlichen Erklärung bei einer Anhörung habe der Ausschuss beschlossen, ihr den Doktortitel zu entziehen. Diese Entscheidung sei dem Ausschuss nicht leicht gefallen. Am 15. Juni 2011 habe schließlich der Vorsitzende des Promotionsausschusses, Dekan Manfred Berg, Koch-Mehrin den Beschluss mitgeteilt. „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion 1865-1927“ hieß laut Pressemitteilung der Titel der Dissertationsarbeit von Silvana Koch-Mehrin, die sie im Jahre 2000 der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Heidelberg vorgelegt habe. Es sei auch der Titel jener Arbeit, die laut Berg „[…] in substanziellen Teilen aus Plagiaten besteht“ und somit keine „selbständige wissenschaftliche Arbeit“ sei – zumindest nicht nach der „Promotionsordnung der Fakultät“ und des „Landeshochschulgesetzes Baden-Württemberg“. Bei mehr als 120 Textstellen, die auf 80 Seiten verteilt seien, würde es sich um Plagiate handeln. Grund: Die Textstellen sind laut Pressemitteilung aus mehr als 30 diversen Veröffentlichungen entnommen und zwei Drittel von diesen nicht als „fremdes geistiges Eigentum“ angegeben worden. Fremde Gedanken habe die Politikerin als eigene hingestellt. Verlust des Doktortitels: Ist dies das Ende der politischen Karriere von Koch-Mehrin?   Quelle:

  • Einige Informationen stammen aus der Pressemitteilung der Universität Heidelberg vom 15. Juni 2011

 

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