Rechtsnews 26.04.2012 Manuela Frank

Winzer tötet Bruder und versenkt Leiche im Weinfass

Streitigkeiten unter Geschwistern sind normal, doch was sich zwischen einem fränkischen Winzer und seinem Bruder ereignete, geht weit über eine übliche Diskussion hinaus. Denn jahrzehntelange Demütigungen und Kränkungen führten dazu, dass der 55-jährige Winzer die Kontrolle verlor und seinen drei Jahre älteren Bruder tötete.

Hintergründe der Tat

Der Winzer war jahrelang Opfer seines älteren Bruders. Er trank fast jeden Tag mit seinen Freunden Alkohol, spannte ihm seine Frauen aus, war kaum eine Hilfe im Weinberg und musste sich deswegen oftmals mit der Polizei auseinandersetzen. Der Bruder beschimpfte ihn als Versager und ließ keine Gelegenheit aus, ihn zu kränken. Diese Demütigungen und Beschimpfungen ertrug der Winzer die ganze Zeit, bis zum Januar des Jahres 2011. In einem Wutrausch übermannte ihn das Gefühl von Vergeltung und Existenzangst. Er erschlug den verhassten älteren Bruder mit einer Eisenstange. Anschließend steckte er ihn in ein leeres Weinfass, welches er mit Wasser und Wein befüllte.

Zehneinhalbjährige Haftstrafe wegen Totschlags

Das Landgericht Würzburg verurteilte den Winzer wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zehneinhalb Jahren. Als Begründung wurde angeführt, dass es sich bei der Tat um eine Bestrafungsaktion handelte. Der Täter ist psychisch labil und ertrug die Provokationen seines Bruders nicht mehr. Er war nicht mehr dazu in der Lage, sein Verhalten zu kontrollieren. Aus diesem Grund könne nicht von Mord ausgegangen werden. Es liege eine verminderte Schuldfähigkeit vor: Der Täter leide unter einer psychsichen Erkrankung, die manische Züge einschließt. Zudem sei der Täter äußerst unterdurchschnittlich intelligent.

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