Rechtsnews 20.03.2013 Julia Brunnengräber

Unfall beim Kite-Surfen: Querschnittsgelähmter Jugendlicher fordert Schadensersatz

Sport ist aufregend, spannend, körperlich anspruchsvoll. Das trifft in besonderem Maße auf Abenteuersport zu, wie zum Beispiel auf Kitesurfen. Kitesurfen ähnelt dem Surfen, dem Wellenreiten auf dem Meer also, hat aber zusätzlich einen Windschirm oder Lenkdrachen. Mit diesem und der Hilfe des Windes wird der Kitesurfer über das Wasser gezogen. Allerdings sind die Attribute aufregend, spannend und körperlich anspruchsvoll nicht nur rein positiv zu verstehen. Das Ganze hat auch eine negative Kehrseite: Kitesurfen ist nicht ungefährlich, wie auch dieser Fall zeigt. Ein Jugendlicher verletzte sich dabei schwer und vor Gericht musste die Frage nach seinen Schadensersatzansprüchen geklärt werden.

15-Jähriger erleidet schweren Unfall beim Kite-Surfen

Zum Zeitpunkt des Unfalls war der Jugendliche 15 Jahre alt und im Kitesurfen unerfahren. Er hatte sich an einem niederländischen Strand eine Kite-Ausrüstung geliehen. Die Entleiher, 26 und 28 Jahre alt, halfen ihm beim Anlegen der Ausrüstung und beim Startversuch. Zusammen mit einem bekannten erfahrenen Kite-Surfer, der den Jungen begleitete, wagte er sich also an den Sport heran, was jedoch äußerst tragisch endete. Eine Windböe erfasste den Windschirm des 15-Jährigen, wodurch er durch die Luft geschleudert wurde und 50 Meter weiter auf eine Strandbude prallte. Seitdem ist er vom Kopf abwärts seitwärts gelähmt. Von den 26- und 28-Jahre alten Entleihern verlangte er Schadensersatz, da sie ihm in die Startposition verholfen haben, die den nachfolgenden Unfall folglich möglich gemacht hatte.

OLG: Fehlerhaftes Verhalten der Helfer nicht feststellbar

Das Oberlandesgericht Hamm entschied jedoch, dass er keinen Schadensersatzanspruch gegen die beiden bekannten Personen richten kann. Pflichtwidrig und schuldhaft haben sie sich nicht verhalten, erklärte das Oberlandesgericht. Zwar stand die Frage im Raum, ob sie sich über die Anweisungen des Begleiters hinweggesetzt haben. Dieser hatte die Verantwortung für den Jungen, der während des Unfalls minderjährig war. Eine solche Hinwegsetzung der Beklagten konnte jedoch nicht bewiesen werden. Weitere Vorwürfe, wie dass die Beklagten das Kite falsch gehalten oder den Startplatz falsch ausgewählt haben, konnte das Gericht auch nicht bestätigen. Zudem war die Windstärke von 5 bis 6 nicht als zu stark einzuschätzen. 

Unsicher bei einer Rechtsfrage? Holen Sie sich jetzt eine schnelle Einschätzung – ab 29,99 €.

★★★★★ Seit 2004 Millionen beratene und zufriedene Kunden
Was passt zu Ihnen?
Wenn Sie lieber direkt sprechen möchten.
Telefonisch
Für alle, die direkt mit einem Anwalt sprechen möchten
Anruf innerhalb ca. 4 Stunden
ab 34,99 *
  • 15 / 30 / 45 Min wählbar
  • Persönlich & lösungsorientiert
  • Wenn Reden wichtig ist
Anwalt telefonisch anfragen
Ideal, wenn Sie sofort persönlich sprechen möchten.
Wenn Sie schnell und günstig eine erste Orientierung brauchen.
✦ Empfohlen
LexBot
KI-Ersteinschätzung zur Rechtsfrage
⚡ Antwort in ca. 2 Minuten ⚡
ab 29,99 *
Ideal für erste, rechtliche Orientierung
  • PDF-Antwort in 5 klaren Kapiteln
  • Rechtliche Einordnung & nächste Schritte
  • Optional: Doku-Check & Anwaltstelefon
KI-Ersteinschätzung starten →
Keine Wartezeit  ·  Keine versteckten Kosten  ·  Sofort online starten
★★★★★ 4,8 / 5 Sterne
LexBot Prüfprotokoll gem. EU AI Act Geprüft gem.
EU AI-Act
Der schnellste Weg zu einer ersten Einschätzung.
Wenn Sie eine schriftliche Antwort wünschen.
Schriftlich
Für komplexere Fälle mit anwaltlicher Ausarbeitung
Antwort in ca. 1 Werktag
99,99 *
  • Schriftliche anwaltliche Ausarbeitung
  • Upload eines Dokuments möglich
  • Eine Rückfrage inklusive
Schriftliche Antwort erhalten
Für Fälle, bei denen Sie eine ausführliche Antwort benötigen.
*alle Preise inkl. MwSt.  ·  LexBot® ist als Marke geschützt und beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) registriert.
  • Quelle: Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Hamm vom 7. Januar 2013, Az.: I-6 U 57/12

Sollte Ihnen dieser Beitrag geholfen haben, so können Sie uns etwas zurückgeben in dem Sie uns bei Google bewerten.

Kostengünstige Rechtsberatung durch Fachanwälte

  • Verbindliche Auskunft vom Rechtsanwalt
  • Festpreis - garantiert
  • innerhalb von 24 Stunden

Beratung durch Anwalt am Telefon

Antwort auf konkrete Fragestellung.
Spezialisierter Anwalt ruft Sie zügig an.

Zur Auswahl der Anwaltshotline 15 min. zum Festpreis ab 29€