Rechtsnews 07.10.2014 Christian Schebitz

Zahnarzt muss Patient umfassend informieren

Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten, was Zahnbehandlungen angeht. Es geht kostengünstige Varianten, aber auch teurere Behandlungen, die sicher weitere Vorteile bieten können. Entscheidend ist allerdings, dass Patienten darüber Bescheid wissen, welche Möglichkeiten sie haben und dass sie frei entscheiden können. Was passiert, wenn ein Missverständnis vorliegt und ein Patient sich einer kostenintensiven Behandlung unterzieht und erst danach erfährt, dass es auch kostengünstigere Varianten gegeben hätte, für die er sich entschieden hätte? Muss er trotzdem die teure Variante zahlen oder eben nicht? Das Oberverwaltungsgericht hatte in einem konkreten Fall darüber entschieden.

Patienten fühlt sich nicht umfassend informiert

Eine zum Zeitpunkt der Klage 56-jährige Frau ging vor Gericht, da sie eine Kieferbehandlung hinter sich hatte, die sehr kostspielig war. Es ging um einen chirurgischen Eingriff am Kiefer, mit dem auch Implantatbehandlung und Knochenaufbau einhergingen. Dabei wurde gezüchtetes Knochenmaterial eingesetzt. Die Behandlungsmethode ist aufwendig und teuer, da ihr eine sogenannte Eigenknochenzüchtung zugrundeliegt. Der Patientin wurde nach dem Eingriff bewusst, dass es auch noch andere Behandlungsmöglichkeiten gegeben hätte, als solch eine Methode zu wählen, bei der schließlich rund 90.000 Euro gezahlt werden müssen. Hätte sie über die Kosten Bescheid gewusst, hätte sie der durchgeführten Behandlung nicht zugestimmt.

Über Behandlungsmöglichkeiten muss ordnungsgemäß aufgeklärt werden

Das Oberverwaltungsgericht entschied, dass eine kostenintensive Zahnbehandlung nicht bezahlt werden muss, wenn keine ordnungsgemäße Aufklärung darüber erfolgt ist, welche Behandlungsalternativen es noch gibt. Der Kieferchirurg hatte nur auf diese eine Behandlungsmethode der Eigenknochenzüchtung hingewiesen. Kosten und Risiken hat er nicht klar dargelegt.

Ihr gutes Recht – jetzt mit KI klären lassen.

Jetzt mit einem
Anwalt sprechen

Telefonische Rechtsberatung
persönlich & lösungsorientiert

34,99  *
  • 15 / 30 / 45 Minuten wählbar
  • Antwort in ca. 4 Stunden
  • Wenn Reden wichtig ist

Direkt klären, statt schreiben.

KI-Ersteinschätzung zur Rechtsfrage
  • PDF-Antwort in 5 klaren Kapiteln auf Ihre Frage
  • Optional:
  • Check von bis zu 5 Dokumenten (PDF)
  • Telefonat mit einem Anwalt zum Thema
29,99  *
Prüfprotokoll EU AI Act
Strukturierte KI-Ersteinschätzung als PDF zu Ihrer Rechtsfrage. Mit Einordnung, nächsten Schritten und Musterschreiben (falls passend). Sicher im Dashboard abrufbar - optional mit Dokumenten-Check & Anwaltstelefonat.

Schriftliche Antwort
vom Anwalt

Eine Rechtsfrage mit
Dokumentenprüfung

99,99  *
  • Schriftliche, anwaltliche, Ausarbeitung
  • Upload eines Dokumentes
  • Eine Rückfrage inklusive

Wenn es vom Anwalt schriftlich sein soll

  • Quelle: Pressemitteilung des Oberlandesgerichts Hamm vom 8.9.2014, Az.: 26 U 35/13

Diese Artikel könnten Sie ebenfalls interessieren:

Sanitäter beklaut bewusstlosen Patienten

Dürfen Ärzte bald Sterbehilfe leisten?

Schadensersatz nach Behandlungsfehler

Sollte Ihnen dieser Beitrag geholfen haben, so können Sie uns etwas zurückgeben in dem Sie uns bei Google bewerten.

Kostengünstige Rechtsberatung durch Fachanwälte

  • Verbindliche Auskunft vom Rechtsanwalt
  • Festpreis - garantiert
  • innerhalb von 24 Stunden

Beratung durch Anwalt am Telefon

Antwort auf konkrete Fragestellung.
Spezialisierter Anwalt ruft Sie zügig an.

Zur Auswahl der Anwaltshotline 15 min. zum Festpreis ab 29€