Am vergangenen Sonntag einigten sich die Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer auf die Eckpunkte eines eigenständigen Tarifvertrages für die Lokführer. Nun sollen die Fahrpreise steigen.

Hartmut Mehdorn, Chef der deutschen Bahn AG kündigte schwerwiegende Folgen an. Die Einigung werde in den folgenden Jahren Milliarden kosten, die man nur mit Stellenabbau und steigenden Preisen kompensieren könne. Die Arbeitsplätze der Beschäftigten sind nur noch bis 2010 vertraglich abgesichert.

Der Schlag gegen die Lokführergewerkschaft kam 2 Tage nach der Einigung, bei der man sich unter anderen auf Lohnerhöhungen, eine Einmalzahlung von 800 Euro und die Verkürzung der Arbeitszeit von 41 auf 40 Stunden geeinigt hatte. Weitere Einzelheiten wollen beide Seiten bis Ende Januar vereinbaren. Die vereinbarten Lohnerhöhungen für die Lokführer liegen bei elf Prozent und somit weit unter den ursprünglich geforderten bis zu 31 Prozent. In fast allen übrigen Punkten musste die Bahn nachgeben. Durch diese Einigung werden Kosten in Höhe von rund 400 Millionen Euro im Jahr auf die DB zukommen.

Unklar ist nun, wie die GDL und die beiden Konkurrenzgewerkschaften Transnet und GDBA mit den Drohungen umgehen werden. GDBA-Chef Dieter Hommel sagte der „Neuen Presse“ aus Hannover, dass er Streiks nicht mehr aus schließen könne. Weiter dürfen GDBA und Transnet wegen einer Revisionsklausel ihre jeweiligen Tarifverträge kündigen, falls die Bahn einen besseren Abschluss mit der GDL vereinbart. Die Entscheidung darüber wird wohl die nächsten Tage fallen.

Quellen: