Person mit blauen Gummihandschuhen trägt Handschellen

fotolia.com/ctpaep

Falscher Arzt in Handschellen

Verfasst von am 27. Oktober 2015 in Allgemein

Ärzte genießen ein hohes Ansehen. Sie sind die Helfer in der
Not und erscheinen besonders allwissend und respekteinflössend, weil nicht jeder
die anspruchsvolle Berufsausbildung schafft. Ein Mann aus Bochum wollte
ebenfalls ein wenig Ruhm für sich haben und brachte so seine Patienten in
Gefahr. Nun musste er sich wegen Urkundenfälschung und schwerer
Körperverletzung vor dem Amtsgericht Paderborn verantworten.

Karriere als Arzt durch
Urkundenfälschung

Der 33-Jährige war bereits mehrere Jahre als Krankenpfleger
tätig gewesen, verfügte jedoch über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Dennoch
bewarb er sich auf eine Arztstelle in einer Rettungswache. Er habe seine Zeugnisse
sowie eine Approbationsurkunde gefälscht und die Arbeit über eine Vermittlungsagentur
erhalten. Sein Vorgesetzter schöpfte schließlich Verdacht, jedoch erst, nachdem
der falsche Arzt bereits Patienten behandelt hatte. In seiner immerhin
dreitägigen Laufbahn versorgte der 33-Jährige vier Patienten, denen er unter
anderem Venenzugänge legte und verschreibungspflichtige Medikamente gab. Aus
diesem Grund muss er sich neben der Urkundenfälschung auch für schwere
Körperverletzung verantworten. Glücklicherweise erlitt keiner der Patienten gesundheitliche
Schäden.

Welche Strafe erhält der betrügerische Arzt?

Offenbar leidet der falsche Arzt unter einer Geltungssucht. So
gab er etwa im Rahmen seines Geständnisses an, aufgrund von Fortbildungen über
die nötigen Fachkenntnisse zu verfügen und einem Jungarzt ebenbürtig zu sein. Besonders
brisant ist, dass der 33-Jährige sein Umfeld nach Angaben der Richter offenbar
nicht zum ersten Mal getäuscht hat. So habe er unberechtigterweise eine
Pflegeberatungsfirma gegründet und schon einmal 19 Monate wegen Betruges im Gefängnis
verbracht. Außerdem soll er ohne einen Abschluss in der Intensivpflege
gearbeitet haben. Nicht zuletzt deswegen verurteilte ihn das Amtsgericht
Paderborn zu einer Haftstrafe von drei Jahren. Er habe durch seine
Urkundenfälschung, den Betrug und das unbefugte Tragen der Berufsbezeichnung andere
Menschen getäuscht und seine Patienten in Gefahr gebracht. Aus diesem Grund
wird ihm auch die schwere Körperverletzung zu Lasten gelegt.

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