Rechtsnews 17.09.2021

Wer die Stechuhr „betrügt“ riskiert eine Kündigung

Private Telefonate im Büro oder Überstunden ohne Mehrwert für den Arbeitgeber können einen Arbeitszeitbetrug darstellen. Einige Betriebe kontrollieren die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer. Manipuliert ein Arbeiter das Zeiterfassungsgerät, dem droht die fristlose Kündigung. Einige Arbeitnehmer wissen nicht, dass sie durch solche Verhaltensweisen einen Betrug begehen. Daher gilt: Wer die Stechuhr „betrügt“ riskiert eine Kündigung. Der Beitrag soll Aufschluss darüber geben, wann ein Betrug vorliegt und welche Folgen drohen.

Was fällt unter Arbeitszeitbetrug? – Das Verlassen des Arbeitsplatzes

Es stellen sich einige Fragen. Welche Verhaltensweisen führen zu einem Arbeitszeitbetrug? Was, wenn ich die Pausenzeit überschreite und fallen Raucherpausen unter einen Betrug? Weiterhin stellt sich die Frage, ob ständige Unpünktlichkeit zum Vorwurf eines Arbeitszeitbetrugs führen kann. Verlässt ein Arbeitnehmer seinen Arbeitsplatz aus privaten Gründen, ohne vorherige Abmeldung beim Arbeitgeber, kann das eine fristlose Kündigung nach sich ziehen. So entschied das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz in Mainz (Az.: 4 Sa 996/06). Der Arbeitnehmer hatte mehrfach seinen Arbeitsplatz aus privaten Gründen verlassen ohne die Stempeluhr zu betätigen. Als der Arbeitnehmer dies bemerkte, kündigte er dem Mitarbeiter fristlos. Das Gericht befand diese Kündigung als berechtigt. In einem derartigen Verhalten sahen die Richter eine grobe Pflichtverletzung und einen schweren Vertrauensbruch. Dies rechtfertige eine sofortige Kündigung ohne vorherige Abmahnung.

Kostenlose Erst­einschätzung zu
Wer die Stechuhr „betrügt“ riskiert eine Kündigung erhalten

Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.

Weitere Pflichtverletzungen

Arbeitnehmer müssen im Berufsverkehr oder Verspätungen auf dem Weg zur Arbeit immer in Kauf nehmen. Grundsätzlich stellt es keinen Arbeitszeitbetrug dar, sollten sie einmal zu spät kommen. Der Betrugstatbestand setzt nämlich voraus, dass eine andere Person vorsätzlich getäuscht werden soll. Falls Sie zu spät kommen sollten, arbeiten Sie die verlorene Zeit nach, um auf die richtige Stundenzeit zu kommen. Surfen Sie längere Zeit privat im Internet oder telefonieren privat, führt dies zum Arbeitszeitbetrug und hat eine fristlose Kündigung zur Folge. Das Surfen stellt eine Freizeitaktivität dar, welche auch innerhalb Ihrer Freizeit vorgenommen soll. Während Ihrer Arbeitszeit sollten sie Ihren arbeitsvertraglichen Pflichten nachkommen. Umstritten ist die Beurteilung jedoch bei einer Raucherpause. Zunächst muss der Arbeitgeber nachweisen, dass Sie als Arbeitnehmer nicht ihrer Arbeit nachkommen. Gibt es in Ihrem Betrieb ein elektronisches Zeiterfassungssystem, welches Pausenzeiten automatisch abzieht, dann besteht bereits das Problem ihres Arbeitgebers, dass er jede Pause von Ihnen dokumentieren müsste.

Benötigen Sie rechtliche Hilfe?

[racom_smart_ads keyword=“verdachtskündigung“ single_output=true selector=“.post“ is_single=true]

Das könnte Sie auch interessieren:

Krankmeldung: Fristen einhalten! 

Darf der Arbeitgeber den Impfstatus abfragen? 

Quellen:

https://www.humanresourcesmanager.de/news/arbeitsrecht-arbeitszeitbetrug-ist-kein-kavaliersdelikt.html

https://www.berlin.de/special/jobs-und-ausbildung/arbeitsrecht/814896-769162-arbeitszeitbetrugrechtfertigtfristlosek%C3.html

 

Kostengünstige Rechtsberatung durch Fachanwälte

  • Verbindliche Auskunft vom Rechtsanwalt
  • Festpreis - garantiert
  • innerhalb von 24 Stunden

Beratung durch Anwalt am Telefon

Antwort auf konkrete Fragestellung.
Spezialisierter Anwalt ruft Sie zügig an.

Zur Auswahl der Anwaltshotline 15 min. zum Festpreis ab 29€
Dr. Brigitte Glatzel - rechtsanwalt.com
Dr. Brigitte Glatzel ist Rechtsanwalt für Arbeitsrecht
und kann Sie persönlich beraten!
In Partnerschaft mit:
Dr. Brigitte Glatzel - Partneranwalt der Deutschen Rechtsanwaltshotline
* alle Preise inkl. 19% MwSt, ggf. zzgl. Telefongebühren auf eine deutsche Festnetznummer