Rechtsnews 29.05.2026 Christian R.

Teenager zahlen 125.000 Euro Schmerzensgeld

Einleitung: Hohes Schmerzensgeld durch Minderjährige

Das Schmerzensgeld durch Minderjährige in einer Höhe von 125.000 Euro sorgt aktuell für Aufsehen und wirft grundlegende Fragen auf: Können Teenager überhaupt für solche Summen haften? Wer zahlt letztlich, wenn Jugendliche schwere Schäden anrichten? Und was müssen Eltern wissen, um sich und ihre Kinder zu schützen? Ein aktuelles Urteil zeigt, wie ernst die deutschen Gerichte die Haftung junger Menschen nehmen und welche dramatischen Folgen ein Fehlverhalten im Jugendalter haben kann.

Rechtlicher Hintergrund: Haftung Minderjähriger in Deutschland

Viele Eltern gehen davon aus, dass ihre Kinder grundsätzlich nicht haften können. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Das deutsche Recht kennt durchaus eine Deliktshaftung (Haftung für unerlaubte Handlungen) für Minderjährige, jedoch mit abgestuften Regelungen je nach Alter.

Haftungsfähigkeit nach Altersgruppen

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt die Deliktshaftung in den Paragraphen 827 und 828. Grundsätzlich gilt:

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  • Kinder unter sieben Jahren sind nach § 828 Absatz 1 BGB vollständig deliktisch nicht haftbar.
  • Kinder zwischen sieben und zehn Jahren haften bei Verkehrsunfällen grundsätzlich nicht (§ 828 Absatz 2 BGB), sofern sie nicht vorsätzlich gehandelt haben.
  • Jugendliche zwischen sieben und achtzehn Jahren haften nach § 828 Absatz 3 BGB, wenn sie bei der Begehung der Schädigungshandlung die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht hatten.

Das bedeutet: Sobald ein Teenager versteht, dass sein Verhalten andere schädigen kann, haftet er persönlich. Diese Einsichtsfähigkeit wird von Gerichten regelmäßig schon bei Jugendlichen ab etwa zwölf Jahren angenommen, sofern keine besonderen Umstände dagegen sprechen.

Haften Eltern für ihre Kinder?

Eltern haften nach § 832 BGB für ihre minderjährigen Kinder, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Entscheidend ist, ob die Eltern angemessene Vorkehrungen getroffen haben, um Schädigungen durch ihre Kinder zu verhindern. Haben die Eltern ihre Aufsichtspflicht erfüllt, können sie nicht in Anspruch genommen werden. Das Gericht prüft dabei immer den konkreten Einzelfall: Wie alt ist das Kind? Welches Risikopotenzial hatte die Situation? Welche Möglichkeiten der Beaufsichtigung hatten die Eltern?

Wichtig zu wissen: Eltern haften nicht automatisch für alles, was ihre Kinder anrichten. Wer seine Aufsichtspflicht nachweislich erfüllt hat, bleibt haftungsfrei. In der Praxis gelingt dieser Entlastungsbeweis jedoch nicht immer.

Aktuelle Entwicklung: 125.000 Euro Schmerzensgeld

Im aktuell berichteten Fall haben Teenager durch ihr Verhalten eine andere Person so schwer geschädigt, dass das zuständige Gericht ein Schmerzensgeld in Höhe von 125.000 Euro zugesprochen hat. Diese Summe liegt weit über dem, was in deutschen Schmerzensgeldtabellen für viele schwere Verletzungen üblich ist, und zeigt, dass Gerichte bei besonders gravierenden Fällen keine Rücksicht auf das Alter der Schädiger nehmen, wenn die Einsichtsfähigkeit gegeben war.

Schmerzensgeld dient nach § 253 BGB dem Ausgleich immaterieller Schäden, also von Schmerzen, Leiden und Einschränkungen der Lebensqualität. Daneben können Verletzte auch materiellen Schadensersatz verlangen, zum Beispiel für Heilbehandlungskosten, Verdienstausfall oder Pflegekosten.

Wie hoch können Schmerzensgelder in Deutschland sein?

Die Höhe des Schmerzensgeldes richtet sich nach der Schwere und Dauer der Verletzung, den Auswirkungen auf den Alltag und dem Grad des Verschuldens. In Deutschland gibt es keine gesetzlich festgelegten Obergrenzen. Gerichte orientieren sich an Schmerzensgeldtabellen, zum Beispiel der sogenannten Hacks/Wellner/Häcker-Tabelle, aber auch an Einzelfallentscheidungen vergleichbarer Gerichte. Beträge von über 100.000 Euro sind bei sehr schweren dauerhaften Schäden, etwa Querschnittslähmungen oder schweren Hirnverletzungen, durchaus möglich und werden von Gerichten zugesprochen.

Praktische Tipps für betroffene Familien

Wenn Ihr Kind in einen Vorfall verwickelt ist, bei dem Dritte zu Schaden kamen, sollten Sie folgende Schritte beachten:

  • Sofort einen Rechtsanwalt einschalten: Nur mit anwaltlicher Hilfe lässt sich beurteilen, ob und in welcher Höhe tatsächlich gehaftet wird.
  • Prüfen Sie, ob eine Privathaftpflichtversicherung besteht. Diese übernimmt in vielen Fällen Schäden, die Kinder und Jugendliche verursachen, soweit der Vertrag Minderjährige einschließt.
  • Sichern Sie alle relevanten Beweise, Zeugenaussagen und Unterlagen.
  • Machen Sie keine Aussagen gegenüber der Gegenseite oder deren Versicherung, bevor Sie anwaltlich beraten wurden.
  • Informieren Sie Ihre eigene Haftpflichtversicherung umgehend über den Vorfall.

Was bedeutet das für Sie? Konsequenzen und Handlungsbedarf

Das Urteil macht deutlich: Die Haftung Minderjähriger ist kein theoretisches Problem. Sie trifft Familien in der Realität, manchmal mit existenzbedrohenden Folgen. Wer nicht ausreichend versichert ist oder die Aufsichtspflicht vernachlässigt, kann mit erheblichen finanziellen Forderungen konfrontiert werden.

Die Privathaftpflichtversicherung als wichtigster Schutz

Eine Privathaftpflichtversicherung ist für jede Familie mit Kindern unverzichtbar. Sie springt ein, wenn versicherte Personen versehentlich einen Schaden an Dritten verursachen. Wichtig ist dabei:

  • Prüfen Sie, ob Ihre Police auch minderjährige Kinder ausdrücklich einschließt.
  • Achten Sie auf ausreichend hohe Deckungssummen, mindestens fünf Millionen Euro für Personen- und Sachschäden.
  • Vorsätzliche Schädigungen sind in der Regel nicht versichert. Handelt ein Teenager absichtlich, kann die Versicherung die Leistung verweigern.
  • Manche Policen schließen bestimmte Schadenarten aus, zum Beispiel Schäden durch Fahrzeugführung oder Schäden in bestimmten Situationen. Lesen Sie die Vertragsbedingungen sorgfältig durch.

Was ist mit dem persönlichen Vermögen des Teenagers?

Wenn eine Versicherung nicht zahlt oder keine ausreichende Deckung besteht, haftet der Teenager mit seinem eigenen Vermögen. Da Minderjährige in der Regel kein nennenswertes Vermögen haben, stellt sich die Frage, was nach Erreichen der Volljährigkeit passiert. Grundsätzlich erlöschen solche Ansprüche nicht automatisch mit der Volljährigkeit. Sie können unter Umständen noch Jahre oder Jahrzehnte lang geltend gemacht werden, sofern die Verjährungsfrist nicht abgelaufen ist. Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt nach § 195 BGB drei Jahre, beginnt aber erst ab Kenntnis des Geschädigten von Schädiger und Schaden. In bestimmten Konstellationen kann nach § 199 BGB auch eine absolute Verjährungsfrist von bis zu dreißig Jahren gelten.

Aufsichtspflicht der Eltern: Wann liegt eine Verletzung vor?

Gerichte beurteilen die Aufsichtspflicht nach dem Alter und der Reife des Kindes, nach dem erkennbaren Risiko der Situation sowie nach den Möglichkeiten der Eltern zur Beaufsichtigung. Eltern müssen Kinder nicht lückenlos überwachen, müssen aber angemessene Vorkehrungen treffen. Ein Teenager, der alleine ausgeht, muss nicht sekündlich kontrolliert werden. Haben Eltern jedoch konkrete Hinweise auf gefährliches Verhalten ihres Kindes ignoriert, werden Gerichte eine Aufsichtspflichtverletzung schnell annehmen.

Tabelle: Übersicht zur Haftung Minderjähriger

Altersgruppe Eigene Haftung Elternhaftung nach § 832 BGB Versicherungsschutz möglich?
Unter 7 Jahre Keine (§ 828 Abs. 1 BGB) Ja, bei Aufsichtspflichtverletzung Über Eltern-Haftpflichtpolice
7 bis 10 Jahre (Straßenverkehr) Keine (§ 828 Abs. 2 BGB), außer Vorsatz Ja, bei Aufsichtspflichtverletzung Über Eltern-Haftpflichtpolice
7 bis 18 Jahre (sonstige Fälle) Bei Einsichtsfähigkeit (§ 828 Abs. 3 BGB) Ja, wenn Aufsicht verletzt Über Familien-Haftpflichtpolice
Ab 18 Jahre (volljährig) Vollständig (§§ 823 ff. BGB) In der Regel keine Über eigene Haftpflichtpolice

Fazit

Das aktuelle Urteil mit einem Schmerzensgeld von 125.000 Euro gegen Teenager ist ein deutliches Signal: Jugendliche haften in Deutschland ernsthaft für Schäden, die sie anderen zufügen, sobald sie einsichtsfähig sind. Für Eltern bedeutet das, dass sie nicht nur auf die Aufsichtspflicht achten, sondern auch auf ausreichenden Versicherungsschutz setzen müssen. Eine Privathaftpflichtversicherung, die Minderjährige einschließt und hohe Deckungssummen bietet, ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Wer heute vorsorgt, schützt die gesamte Familie vor existenzbedrohenden Forderungen. Wer bereits in einer solchen Situation steckt, sollte ohne Verzögerung anwaltliche Hilfe suchen.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Er dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine anwaltliche Beratung dar. Im konkreten Fall sollten Sie stets einen qualifizierten Rechtsanwalt hinzuziehen.

Dieser Artikel wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Quellen und weiterführende Links








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