Wenn Sie als Selbstständiger, Freiberufler oder Unternehmer tätig sind, stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, sich freiwillig bei einer Berufsgenossenschaft (BG) zu versichern. Diese Entscheidung kann weitreichende Auswirkungen haben, insbesondere im Fall eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir Schritt für Schritt die relevanten Aspekte und bieten konkrete Handlungsanweisungen.
Was ist eine Berufsgenossenschaft?
Die Berufsgenossenschaften sind in Deutschland Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Sie bieten Schutz bei Arbeitsunfällen, Wegeunfällen und Berufskrankheiten. Ihre Aufgabe ist es, die Gesundheit und Sicherheit der Versicherten zu gewährleisten und ihnen im Unfall- oder Krankheitsfall umfassende Unterstützung zu bieten.
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Freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft erhalten
Füllen Sie das nachfolgende Formular aus, wenn es sich um eine realistische Anfrage handelt können Sie damit rechnen, dass sich bald ein Anwalt bei Ihnen meldet.
Welche Leistungen bietet die Berufsgenossenschaft?
Die Leistungen der Berufsgenossenschaften umfassen unter anderem:
- Medizinische Versorgung: Kostenübernahme für ambulante und stationäre Behandlungen, Reha-Maßnahmen und Heil- sowie Hilfsmittel.
- Rehabilitationsangebote: Unterstützung bei der beruflichen und sozialen Wiedereingliederung.
- Finanzielle Leistungen: Unfallrente, Verletztengeld und Übergangsgeld zur Absicherung des Einkommensverlustes.
Wann ist die freiwillige Versicherung sinnvoll?
Eine freiwillige Versicherung bei der Berufsgenossenschaft kann besonders nützlich sein für:
- Selbstständige, die nicht durch andere Unfallversicherungen abgedeckt sind und den vollen Schutz im Arbeits- und Wegeunfallbereich benötigen.
- Freiberufler, die ihre Arbeitskraft absichern und das Risiko von Einkommensverlusten minimieren möchten.
- Unternehmer, die Risiken im Betrieb abdecken wollen und einen umfassenden Schutz für sich selbst sowie für ihre Mitarbeiter suchen.
- Ehrenamtliche Tätigkeiten im Allgemeinwohl oder in gemeinnützigen Organisationen, bei denen die Tätigkeit zwar freiwillig, aber oft risikobehaftet ist.
Beispiele für die Anwendung der gesetzlichen Regelungen
Beispiel 1: Arbeitsunfall eines Selbstständigen
Ein selbstständiger Handwerker stürzt bei der Ausführung seiner Arbeit von einer Leiter und verletzt sich schwer. Durch die freiwillige Versicherung bei der BG übernimmt diese die Kosten für die medizinische Versorgung und bietet Reha-Maßnahmen an, bis der Handwerker wieder arbeiten kann.
Beispiel 2: Berufskrankheit eines Freiberuflers
Ein freiberuflicher Grafiker, der jahrelang täglich mehrere Stunden am Computer arbeitet, entwickelt eine Berufskrankheit (z.B. ein Karpaltunnelsyndrom). Die Berufsgenossenschaft springt ein und trägt die Kosten für notwendige Operationen und Therapien.
Beispiel 3: Unfall auf dem Weg zur Arbeit
Eine Unternehmerin erleidet einen Verkehrsunfall auf dem Weg zu einem Kunden. Die BG deckt auch Wegeunfälle ab und übernimmt die Kosten für die Behandlung sowie mögliche Reha-Maßnahmen.
Konkrete Handlungsanweisungen
Wenn Sie sich freiwillig bei einer Berufsgenossenschaft versichern möchten, gehen Sie wie folgt vor:
- Informieren Sie sich bei der für Ihre Branche zuständigen Berufsgenossenschaft über die Möglichkeiten der freiwilligen Versicherung. Eine Übersicht finden Sie auf der Website der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).
- Prüfen Sie, welche besonderen Konditionen und Beiträge für Ihre spezielle Tätigkeitsform gelten.
- Stellen Sie einen Antrag auf freiwillige Versicherung und reichen Sie alle notwendigen Unterlagen ein.
- Nach Prüfung und Annahme des Antrags erhalten Sie eine Bestätigung und sind danach versichert.
Mögliche Hindernisse und Lösungswege
Mögliches Hindernis | Klärungsmöglichkeit |
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Hohe Beiträge | Überprüfen Sie Alternativen und vergleichen Sie die Leistungen mit privaten Unfallversicherungen. |
Unklare Zuständigkeiten | Wenden Sie sich direkt an die Berufsgenossenschaft oder einen Rechtsanwalt, um Klarheit zu schaffen. |
Antragsformalitäten | Lassen Sie sich von der Berufsgenossenschaft oder einem Fachanwalt unterstützen. |
Nachweis der Tätigkeit | Stellen Sie sicher, dass alle erforderlichen Unterlagen und Nachweise vollständig und korrekt sind. |
Für weitergehende Informationen und fachliche Beratung wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Rechtsanwalt.
Nützliche Links zu relevanten Gesetzen
- Sozialgesetzbuch VII (SGB VII) – Gesetzliche Unfallversicherung
- Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV)
- Gesetze des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)
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