Revolution der Legal Chatbots? Vortrag von Patrick Prior

Verfasst von Christian Schebitz am 18. Juni 2018

Neue Wege der Mandantenkommunikation mit Chatbots kommen aus den USA und im rechtlichen Bereich insbesondere England. Patrick Prior stellt einige auf den Legal Transformation Days in Berlin heute vor:

Patrick Prior

Viele Firmen verwenden solche Chatbot schon. Siri oder Alexa sind ebenfalls eine Spezialform von Chatbots (er ist dann ein Sprachbot). So wird man Alexa vielleicht schon bald eine Rechtsfrage stellen. Advocado hat hier schon eine simple Funktion angeboten, die allerdings nur aufgenommen und anschliessend manuell beantwortet wird (Anm. d.R. Hier wird wohl eher die Nachfrage getestet).

Chatbots sind die nächsten „Apps“.  Im legalen Bereich gibt es da nur sehr wenig, am ehesten in England (siehe dazu auch den Artikel zu  Joshua Browder)

 

Hier einige Beispiele für aktive Bots:

  • DoNotPay
  • BillyBot (RA & Mediatorensuche, UK) Ist wie Smartlaw mit einem Chatbot davor.
  • LISA
  • Visabot (Online-Anträge auf auf ein Visum)
  • Lawbot (Vertragsanalysen B2B)
  • Ratis Chatbot aus Deutschland – zunächst als Facebook Chat.

Heute geht es eher in Richtung intelligenter Formulare die automatisch abgefragt werden.

Für eine Kanzlei bietet sich ein Chatbot für die Erstkommunikation an, also zur Aufnahme von Kontaktdaten.
Vorteile:

  • 24 h erreichbar (Email, oder interaktiver Chat mit ersten Fragen und Inhalten, also eine benutzergeführte Abfrage, worum es geht)
  • Frage nach dem Rechtsgebiet, OWI-Verstoß o.ä.
  • Die Daten werden direkt gespeichert und können an den zuständigen Ansprechpartner weitergeleitet werden.
  • Vom Smartphone aus ideal zu bedienen, d.h. von überall aus
  • Ein mögliches, freies Zeitfenster könnte man ebenfalls anbieten
  • Das alles spart Zeit
  • Es werden mehr Mandate generiert, da sonst ggf. die Anfrage bei einer anderen Kanzlei gelandet wäre.

Nicht eignen tun sich Chatbots für die Beantwortung komplexer Fälle, da die AI und BigData i.d.R. nicht zu Verfügung stehen. Aber z.B. frag-einen-anwalt hat bereits 190.000 Rechtsfragen beantwortet. Nun sollen diese in Watson (IBM) eingelesen und analysiert werden. Von 4 Fällen wird. lt. Michael Friedmann, dadurch bereits einer gut beantwortet. Erst im Herbst soll das live gehen und zwar eher für  RAe als für Mandanten. Auch weil das System eben noch nicht perfekt ist. So können die RAe die Vorschläge als Basis nehmen und perfektionieren (Anm. d.R. Da die RAe die Antworten perfektionieren, wird das System zukünftig sicher auch Rechtsfragen ohne RAe korrekt beantworten. Aber dafür bedarf es noch einer wesentlich größeren Menge an Beratungen und Urteilen.

Auf diese Art könnte man den Mandaten vorab durch einen Chatbot befragen lassen:

Chatbot Beispiele

 

Und so könnte man die Daten für einen erweiterten Chatbot abfragen und anschliessend aufbereiten:

Quelle: Patrick Prior

Hier wird der „Scan“ durch die Eingaben in den Chatbot ersetzt. Dieser sammelt alle relevanten Informationen vorab, der RA kann dann seine wertvolle Zeit dafür einsetzen die Rechtsfrage gut zu beantworten. Oder das Dokument zu vervollständigen.

Anm. d.R. Sie können auch kostenlos erst mal einen Chatbot aufsetzen und testen: Snatchbot. Allerdings ist er bei der Einbindung auf einer Webseite relativ langsam, funktionieren tut er aber und ist für ein MVP völlig ausreichend.

 

 

 

 

 

 

 

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