Flagge der Türkei

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Der türkische Staatschefs Erdogan geht konsequent gegen Kritiker vor. Wer sein politisches Verhalten öffentlich kritisiert, muss mit einem Verfahren rechnen.

Dieses harsche Vorgehen bekommt jetzt auch der ehemalige Fußballspieler Hakan Sükür zu spüren. Die türkische Justiz hat ihn wegen Präsidentenbeleidigung angeklagt. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu vier Jahre Gefängnis.

Der Vorwurf

Er ist einer der prominentesten Staatsbürger der Türkei: Im Jahr 2000 gewann der heute 44-Jährige Sükür mit Galatasaray Istanbul den UEFA-Cup, er erzielte das schnellste Tor, das jemals bei einer Weltmeisterschaft geschossen wurde und ist Rekordtorschütze der türkischen Nationalmannschaft.

Nun soll dem Fußballstar der Prozess gemacht werden. Ihm wird vorgeworfen, über den Nachrichtendienst Twitter beleidigende Aussagen über Präsident Recep Tayyip Erdogan verbreitet zu haben. Um welche Tweets es dabei genau geht, ist momentan nicht bekannt.

Die Hintergründe

Der frühere Stürmer beendete 2008 seine Fußballkarriere. Daraufhin holte Erdogan ihn in die Politik und 2011 zog Sükür für die heutige Regierungspartei AKP ins Parlament ein. Nur zwei Jahre später verkündete er seinen Austritt aus der Partei. Als Gründe nannte Sükür unter anderem den Umgang der Regierung mit den Anhängern der sogenannten Gülen-Bewegung.

Die Gülen-Bewegung ist Erdogan seit mehreren Jahren ein Dorn im Auge. Er wirft der Anhängerschaft vor, die Regierung stürzen zu wollen und den Staat zu unterwandern.

Was hat Sükür zu befürchten?

Die Anklagebehörde fordert bis zu vier Jahre Haft für das türkische Fußballidol. Die Anwälte des Angeklagten weisen die Vorwürfe der Justiz jedoch zurück. Laut Medienberichten hält sich Sükür derzeit in den USA auf. Deswegen ist es fraglich, ob er zu Prozessbeginn vor Gericht erscheinen wird.

Kritiker der türkischen Regierung weisen immer wieder daraufhin, dass die Meinungsfreiheit zunehmend eingeschränkt würde. Seit dem Amtsantritt Erdogans im Jahr 2014 seien bereits über hundert Anklagen wegen angeblicher Präsidentenbeleidung erhoben worden.

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