Rechtsnews 15.11.2021 Alex Clodo

Senioren im Verkehr – Teil I

Ältere Verkehrsteilnehmer verursachen laut statistischem Bundesamt immer häufiger Unfälle im Straßenverkehr. Oft fallen Senioren negativ im Straßenverkehr auf, wenn sie mit einer geringeren Geschwindigkeit unterwegs sind. Die Unfallverursachung klingt erschreckend und wird von den Medien gerne genutzt, um ältere Autofahrer aus dem Verkehr zu verbannen. Auf den zweiten Blick sind die Folgen durch Senioren im Straßenverkehr lange nicht so drastisch. Anstatt die älteren Verkehrsteilnehmer pauschal zu verurteilen, sollte man sich die Zeit nehmen und die Zahlen einmal in Ruhe betrachten. In Teil I des Beitrags beschäftigten wir uns mit den Zahlen der vergangenen Unfälle und mit Tipps für ältere Verkehrsteilnehmer.

Die nackten Zahlen

In Wirklichkeit hat die Unfallhäufigkeit von Senioren in den letzten Jahren zugenommen. Dies ist aber darauf zurückzuführen, dass der Anteil an älteren Menschen in der Gesellschaft wächst. Stand heute machen ältere Menschen bereits 21% der Gesamtbevölkerung aus, die Tendenz steigt proportional an. Daher heißt es im Umkehrschluss, dass nur in 15% der Verkehrsunfällen Senioren verwickelt sind. 

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Trotz alle dem ist die Diskussion um die “älteren Verkehrsteilnehmer” am Ende nicht ganz unberechtigt. Diese Problematik darf aber ebenso nicht pauschalisiert werden. Angedacht wurde schon, dass es eine Einführung eines verpflichtenden Tests ab 60 geben soll. Daraus kann man nicht folgern, dass jeder 60-Jähriger automatisch alt und fahruntüchtig ist, genauso wenig wie nicht jeder Fahranfänger alkoholisiert Auto fährt.

Letztendlich entscheidet nicht das Lebensalter über den eigenen Fahrzustand, sondern vielmehr der Gesundheitszustand. Dieser soll in regelmäßigen Abständen überprüft werden und ggf. daraus seine Konsequenzen ziehen.

Der freiwillige Gesundheits-Check

Welche Ideen hatte bisher der Gesetzgeber? Bisher sieht der Gesetzgeber von einem verpflichtenden altersbedingten Fahrtauglichkeitstest ab. Für den Gesetzgeber ist das Alter eines Menschen nicht entscheidend für sein Fahrvermögen, sondern sein Gesundheitszustand. Sind beispielsweise Reaktionsfähigkeit, Sehkraft und Beweglichkeit eingeschränkt wird das Autofahren zum größeren Risiko. Weiterhin dürfen auch nicht die Nebenwirkungen von Medikamenten unterschätzt werden, da diese das Fahrverhalten auch häufig negativ beeinträchtigen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass nicht mehr alle Anforderungen im Straßenverkehr erfüllt werden können. Daraus ergeben sich oft schwierige Situationen. Zum einen steht man für die eigenen Schwächen nur ungern selbst ein. Zum anderen fällt es auch Freunden und Angehörigen nicht leicht, einem Menschen zu erklären, dass dieser nicht mehr fahrtauglich ist.

Sollte tatsächlich festgestellt werden, dass Ihr Fahrvermögen reduziert ist, handeln Sie verantwortungsbewusst und setzen Sie sich nicht mehr selbst hinters Lenkrad.

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