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Geschützt: Kanzlei Hartmut Göddecke


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Schiffsfonds: SOS – Notruf aus der Geldbörse

13. August 2010 | erstellt von Geschützt: Kanzlei Hartmut Göddecke

Die existenzbedrohende Krise der Schifffahrtsbranche wird derzeit in breiter Öffentlichkeit diskutiert. Viele Sparer, die ihr Geld in Schiffsfondsbeteiligungen investiert haben, werden sich nunmehr fragen, ob dieses von Banken und Finanzvermittlern angepriesene Anlageprodukt für sie persönlich wirklich die richtige Wahl war.

Schiffsfonds waren früher vor allen Dingen eines: Ein Steuersparmodell für Besserverdienende. In den Anfangsjahren der Beteiligung bringen die Schiffsfonds in der Regel noch keine hohe Rendite, da der Kauf oder Bau des jeweiligen Schiffes in den meisten Fällen erst durch einen Kredit vorfinanziert wird. Diese Kosten konnten gut situierte Anleger in der Vergangenheit – ähnlich wie bei einer vermieteten Immobilie – von der Steuer absetzen.

Wenn die Kredite abbezahlt sind und die Beteiligung gute Renditen einbringt, was in wirtschaftlich besseren Zeiten durchaus der Fall war, können die Investoren gem. § 5a EStG zugunsten der sogenannten Tonnagebesteuerung optieren. Dies hat zur Folge, dass die Beteiligungserlöse von der Abgeltungssteuer befreit werden und nur eine geringe pauschale Steuer zu entrichten ist.

Ab 2005 wurden die attraktiven Abschreibungsmöglichkeiten von den Finanzämtern stark eingeschränkt, wodurch die Schiffsfonds für Besserverdienende nicht mehr so interessant waren. In der Folge begann die Finanzbranche damit, die Fonds auch an Kleinanleger zu verkaufen. Dies ist vor allen Dingen darauf zurückzuführen, dass die Banken und Finanzvermittler für die Vermittlung der Schiffsfondbeteiligungen hohe Provisionen kassieren, welche laut Stiftung Warentest zwischen 10 und 17 Prozent der Anlagesumme betragen (Artikel „Anlegerschiffe funken SOS“ in Finanztest 5/2010).

Für Kleinanleger sind die Schiffsfondsbeteiligungen jedoch laut Finanztest aufgrund Ihrer erheblichen Risiken, welche bis zum Totalverlust der Einlage gehen können, nicht geeignet. Finanztest berichtet weiter, dass die Pleite diverser Schiffsfonds bereits zum Verlust von rund 60 Millionen Euro Anlegergeld geführt habe und beruft sich hierbei auf einen anerkannten Experten und Branchenkenner. Hunderte weitere Schiffsfonds befänden sich derzeit in der Liquiditätskrise. Experten gehen davon aus, dass der Schaden, den die Schiffsfonds bei Anlegern anrichten werden, größer sein wird, als derjenige, welcher durch Lehman Zertifikate verursacht wurde.

Die KANZLEI GÖDDECKE berät und vertritt geschädigte Investoren von Schiffsbeteiligungen.