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Mietrecht gilt auch im Alter

17. Mai 2010 | erstellt von Kanzlei Schwerin

Dass
das Mietrecht für alle Menschen gleichermaßen gilt, ist selbstverständlich.
Dennoch interpretiert die Rechtsprechung einige gesetzliche und vertragliche
Regelungen für ältere Menschen großzügiger.

Die
Gerichte entscheiden sehr oft mieterfreundlich zu Gunsten der Senioren. Die
Richter werden ja auch nicht jünger …

Oftmals
regelt die Hausordnung, dass es den Mietern untersagt ist, im Hausflur
Fahrräder, Kinderwagen oder sonstige sperrige Gegenstände abzustellen. Einem
hilfebedürftigen Rentner ist es aber erlaubt, seine Gehilfe respektive Rollator
im Hausflur abzustellen, wenn es für ihn unmöglich ist, diesen aus eigener
Kraft in die Wohnung zu verschaffen.

Viele
Mieter haben mit ihren Vermietern Auseinandersetzungen, wenn es um nicht
ausdrücklich genehmigte Haustiere geht. Auch hier lässt die Rechtsprechung
Gnade walten und betrachtet das Verbot als unzulässig, wenn die älteren Mieter
auf die Tiere angewiesen sind.

Auch
bauliche Veränderungen, um beispielsweise Barrierefreiheit in der Wohnung zu
schaffen, lassen sich mit dieser mieterfreundlichen Rechtsprechung leichter
gegenüber dem Vermieter durchsetzen. Ältere Mieter haben danach das Recht, den
Umbau beim Vermieter zu beantragen; dieser muss dann genehmigen.

Wenn
die Senioren die Wohnung verlassen, insbesondere weil ein Umzug in ein
Pflegeheim bevorsteht, kommen unter Umständen auch kürzere Kündigungsfristen in
Betracht. Grundsätzlich gelten natürlich die gesetzlich festgelegten Fristen.

Dennoch
finden sich in manchen alten Mieterverträgen aus 2001 und früher noch Regelungen,
wonach die Kündigungsfristen kürzer sind.

Muss
es mit dem Auszug mal schnell gehen, bleibt in der Regel aber nur, mit dem
Vermieter einen Aufhebungsvertrag zu schließen.

Nur
ausnahmsweise kommt eine fristlose Kündigung des Mieters aus wichtigem Grund in
Betracht. Gesundheitliche Gründe stehen hier an erster Stelle.

Im
Alter lohnt es sich also, diese mieterfreundliche Rechtsprechung zu nutzen.
Fragen Sie Ihren Anwalt dazu.

17.05.2010