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AZK 2019: Make Change happen! Best Practices, Projekte und Prototypen aus Kanzleien zum lernen , anfassen und Nachfragen

Moderation: Alex Sieben

Die Aussagen der Referenten:
– Nico Kuhlmann (Partner bei Hogan Lovells)

„Make Change happen“, zu verstehen als Make LegalTech happen. Wenn man keine Kapazitäten frei hat, kann nichts innovatives gestalten! Also lieber Stunden in Rechnung stellen oder Innovationen voran treiben!? Letzteres bringt nicht direkt Geld ein. Zudem genießt Innovation kaum Ansehen in Deutschland. Die Kollegen fragen dann eher, „warum arbeitest Du nicht, an statt auf den AZK zu gehen!?“
Nico ist nur „Teilzeit Anwalt“, den Rest kann er in Innovation investieren, in Absprache mit der Kanzlei. Manchmal trägt er sogar noch Anzüge, an Entwicklertagen Hoodie und Sneakers (dann spricht ihn keiner auf rechtliche Fragen an).
Wichtig ist auch die Leistung der Innovatoren zu honorieren! Er hatte einen Master of Innovator Preis gewonnen – darauf hin wurde er in der Kanzlei gefeiert! Da hat ihm viel Auftrieb gegeben – und zeigt den anderen die Wertigkeit der Innovations-Arbeit!
Er empfiehlt auf Hackathons teilzunehmen. Denn dort kann man innerhalb weniger Stunden konkrete Projekte umsetzen und anschliessend präsentieren.

– Stefan Schicker (Managing Partner bei SKW Schwarz)
Berater für komplexe IT Projekte. Wie kann man die Anwaltsberatung durch Technik
„Ein Ziel ohne Plan ist ein Wunsch“
Er mag Technik und hat auch schon selbst programmiert. Ist aber doch RA geworden. Damals hatte er eine Marketing-Plattform für Rechtsanwälte programmiert (1999). Er war also Konkurrenz zu dieser Seite!
Er hatte 2015 begonnen „LegalTech Hands-on“ ins Leben gerufen. Damals verstanden die Kollegen unter LegalTech die Nutzung von Word und Power Point. Die Überlegung war alles in eine juristische Form giessen. Sie haben deshalb die „SKW Schwarz @Tech“ gegründet. Ziel ist es ein Tool zu bauen welches manuelle Arbeit mit Automatisierung verbindet. Denn man will die Beziehung zum Mandanten aufbauen und trotzdem effizienter mit Software arbeiten. Allerdings muß man dabei aufpassen, dass die Dienstleistung nicht gewerblich wird (Gewerbesteuer!). Im Extremfall müsste man auf den gesamten Kanzleiumsatz Gewerbesteuer zahlen. Deshalb die Gründung einer eigenen Firma. Sie kooperieren mit der der Bucerius Law School. Sie beraten mittlerweile auch extern über LegalTech und bauen ggf. Tools, welche bei der Rechtsberatung weiterhelfen. Man startet dabei in kleinen Schritten.
Dazu veranstalten sie den SKW Hackathon (also ein Workshop mit Anwälten und Programmieren mit dem Ziel am Ende eine nutzbare Lösung zu haben). Sie verwenden dafür die Software von „Bryter“ weil man damit sehr geringe Starthürden hat. Das Team von Bryter ist dann dabei und hilft sofort bei der Umsetzung. Es dabei um das Lösen von „painpoints“. 
„Einfach anfangen!“ das ist sein Rat!

– Martin Gerner
Sie können eigentlich nur Rechtsberatung, sonst gar nichts. Man hat sich aber zusammengesetzt und überlegt, wie können wir LegalTech Produkte erschaffen. Sie gründeten eine Schwesterkanzlei zu Hauptkanzlei (Achtung! Gewerbesteuer). Die Frage war, „wer sind dann meine Kunden?“ für solche Projekte. Also Unternehmen als Zielgruppe. Man fragte sich weiter: „Darf man denn ein Tool bauen, das Dinge macht, was früher RAe gemachte haben!?“ Denn zukünftig loggen sich die Rechtsuchenden lieber ein um eine automatisierte, schnelle und Preiswerte Lösung zu bekommen. Denn was geht, wird gemacht! Wir machen keine Prognose wann, aber es wird passieren. Also brauchen wir Leute, die in ihrer Domäne Profis sind (IT und Marketing).

Nun zum Tool: Fremdpersonal Check – also ein Compliance Tool. Sie verkaufen es als Rechtsberatung (Legal as a Service – LaaS). Es komplementiert das, was sie sowieso schon tun. Die Prüfung läuft in nur drei Schritten in Form von Checklisten ab. Schliesslich will der Mandant keine Rechtsberatung, sondern nur sein Problem lösen. Das führt zur Nutzung von KI, aber das dauert noch ein bisschen.

– Anschliessend ein moderiertes Gespräch mit o.g. Referenten
Stefan: Viele Fragen seiner Kollegen zu den IT Projekten kann er nicht beantworten. Aber man macht weiter, weil es die Partnerschaft trägt. Schliesslich bearbeiten wir ein komplett neues Feld. Konkret ein Tool zum Geheimnisschutz,

Nico: Daily Business ist auch für ihn wichtig. Aber er zieht sich auch mal zwei Tage zu Hause zurück um neue Konzepte zu entwickeln. Kann ich meine Arbeit in Zukunft schneller und besser machen!? Wenn die Antwort ja ist, loslegen! Manche Ideen wurde auch verworfen. Eine Fehlerbesprechungskultur gibt es in Kanzleien noch nicht (Anm. der Red. wie es bei Piloten die Regel ist).

Martin Gerner: Man muss mal loslaufen. Denn es gibt die Märkte meist noch gar nicht! Als entscheidet man einfach, ob man es macht, geht ins Risiko. Im Zweifel stellt man ein Projekt auch ein. Aber man muss weiter machen, bis was funktioniert.

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