Rechtsnews 31.07.2025 Alex Clodo

Abofalle: Was tun? Ihre Rechte und Optionen!

Ein unbedachter Klick, eine unklare Formulierung – und schon steckt man in der Abofalle. Das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Dieser Blogbeitrag erklärt, was eine Abofalle ist, wie Sie sich wehren können, wie Sie Ihr Geld zurückfordern und wie die Verbraucherzentrale Ihnen helfen kann.

Was ist eine Abofalle?

Eine Abofalle liegt vor, wenn ein Vertrag über eine kostenpflichtige Leistung (meist ein Abonnement) zustande kommt, ohne dass der Verbraucher dies klar und deutlich erkennt. Oftmals werden die Kosten versteckt oder irreführend dargestellt. Typische Beispiele sind:

  • Kostenlose Testphasen, die sich automatisch in kostenpflichtige Abos verlängern.
  • Gewinnspiele, bei denen die Teilnahme an ein Abo gekoppelt ist.
  • Apps, die nach dem Download versteckte Abogebühren auslösen.
  • Websites, auf denen die Kostenpflicht erst im Kleingedruckten oder in den AGB erkennbar ist.

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1. Widerspruch und Anfechtung

Sie haben das Recht, den Vertrag anzufechten, wenn er durch arglistige Täuschung oder widerrechtliche Drohung zustande gekommen ist. („§ 123 BGB“). Außerdem können Sie in vielen Fällen vom Vertrag zurücktreten (Widerruf), insbesondere wenn es sich um einen online abgeschlossenen Vertrag handelt. („§ 312g BGB“ i.V.m. „§ 355 BGB“).

Formulieren Sie Ihren Widerspruch bzw. Ihre Anfechtung schriftlich (am besten per Einschreiben) und erklären Sie, dass Sie den Vertrag nicht abschließen wollten und die Leistung nicht in Anspruch nehmen werden.

2. Kündigung

Kündigen Sie den Vertrag zusätzlich, um sicherzustellen, dass er nicht weiterläuft. Achten Sie auf die Kündigungsfristen, die sich aus den AGB des Anbieters ergeben (falls diese überhaupt wirksam einbezogen wurden). Oftmals ist eine fristlose Kündigung möglich, wenn der Vertrag durch eine Abofalle zustande gekommen ist.

3. Zahlung verweigern

Wenn Sie noch keine Zahlung geleistet haben, sollten Sie diese verweigern. Wenn bereits Geld abgebucht wurde, können Sie es zurückfordern (siehe unten).

Abofalle: Geld zurückfordern

Wenn Sie bereits Geld an den Anbieter der Abofalle gezahlt haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, es zurückzufordern:

  • Lastschrift widerrufen: Wenn der Betrag per Lastschrift abgebucht wurde, können Sie die Lastschrift innerhalb von acht Wochen bei Ihrer Bank widerrufen.
  • Rückbuchung bei Kreditkartenzahlung: Bei Kreditkartenzahlungen können Sie ein sogenanntes Chargeback-Verfahren einleiten. Kontaktieren Sie dazu Ihr Kreditkartenunternehmen.
  • Mahnung ignorieren: Zahlen Sie nicht und reagieren Sie nicht auf Mahnschreiben.
  • Anwalt einschalten: Wenn der Anbieter weiterhin Geld fordert oder mit Inkasso droht, sollten Sie einen Anwalt einschalten.

Verbraucherzentrale: Hilfe bei Abofallen

Die Verbraucherzentrale bietet umfassende Beratung und Unterstützung bei Abofallen:

  • Kostenlose Erstberatung: Die Verbraucherzentrale berät Sie kostenlos zu Ihren Rechten und Handlungsmöglichkeiten.
  • Musterbriefe: Sie erhalten Musterbriefe für Widerspruch, Anfechtung und Kündigung.
  • Rechtliche Vertretung: In einigen Fällen kann die Verbraucherzentrale Sie auch rechtlich vertreten.
  • Warnlisten: Die Verbraucherzentrale führt Warnlisten mit bekannten Abofallen-Anbietern.

Die Verbraucherzentrale bietet auch spezielle Informationen und Unterstützung zum Thema Abofalle kündigen an.

Beispiele

  1. Beispiel 1: Sie laden eine vermeintlich kostenlose App herunter, die nach kurzer Zeit hohe Gebühren für ein Premium-Abo abbucht. Hier liegt eine Abofalle vor, da die Kostenpflicht nicht klar erkennbar war.
  2. Beispiel 2: Sie nehmen an einem Online-Gewinnspiel teil und übersehen den Hinweis, dass Sie damit gleichzeitig ein Zeitschriftenabo abschließen. Auch hier handelt es sich um eine Abofalle.
  3. Beispiel 3: Sie erhalten eine Rechnung für ein Abo, das Sie angeblich telefonisch abgeschlossen haben, an das Sie sich aber nicht erinnern können. Hier sollten Sie den Vertrag anfechten und die Zahlung verweigern.

Konkrete Handlungsanweisungen

  1. Situation prüfen: Handelt es sich tatsächlich um eine Abofalle?
  2. Beweise sichern: Screenshots, E-Mails, Vertragsunterlagen.
  3. Widerspruch/Anfechtung/Kündigung: Schreiben Sie dem Anbieter und erklären Sie, dass Sie den Vertrag nicht anerkennen.
  4. Zahlung stoppen/zurückfordern: Nutzen Sie die oben genannten Möglichkeiten.
  5. Verbraucherzentrale kontaktieren: Holen Sie sich Rat und Unterstützung.

Mögliche Hindernisse

Hindernis Mögliche Lösung
Der Anbieter reagiert nicht auf Ihren Widerspruch. Schalten Sie einen Anwalt ein.
Der Anbieter droht mit Inkasso. Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Ein Anwalt kann Ihnen helfen, die Forderung abzuwehren.
Sie haben Schwierigkeiten, die Kündigung zu formulieren. Nutzen Sie die Musterbriefe der Verbraucherzentrale.

Weiterführende Informationen und Links

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