Rechtsberatung rund um Gewerkschaft

Definition Gewerkschaft

Eine Gewerkschaft ist ein Zusammenschluss von Arbeitnehmern, der seine Interessen gegenüber Arbeitgebern vertritt.

Bei einer Gewerkschaft handelt es sich um eine freiwillige Organisation von Arbeitnehmern, die in den meisten Fällen als privatrechtlicher Verein organisiert ist. Ziel dieser Arbeitnehmervereinigung ist es, ihre Interessen gegenüber Arbeitgebern und deren Verbänden durchzusetzen, um die wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen zu verbessern. Auch sonstige Interessen von Arbeitnehmern sollen gegenüber Arbeitgeberverbänden und dem Staat vertreten werden.

Welche Aufgaben nimmt eine Gewerkschaft wahr?

Eine der wichtigsten Aufgaben einer Gewerkschaft ist das Abschließen von Tarifverträgen. In einigen Fällen kooperieren die Gewerkschaften mit den Betriebsräten ihres Unternehmens. Zusammen mit den Arbeitgeberverbänden sind Gewerkschaften dazu berechtigt, die Arbeitsbedingungen selbstständig zu bestimmen. Weitere Aufgabenbereiche von Gewerkschaften sind Arbeitsschutz, Bildung sowie soziale Sicherung. Sie setzen sich für Gerechtigkeit in der Arbeitswelt, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, für Bildungschancen und Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer in Betrieben ein. Weitere Aufgaben einer Gewerkschaft sind die Bekämpfung von Rassismus und der Schutz der Umwelt.

Welche Arten von Gewerkschaften gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es derzeit insgesamt drei große Gewerkschaftsdachverbände, in welchen sich mehrere Einzelgewerkschaften organisieren. Daneben gibt es weitere Einzelgewerkschaften, die nicht an Dachgewerkschaften angeschlossen sind. Der größte Dachverband ist zurzeit der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), gefolgt vom zweitgrößten Dachverband, dem DBB Beamtenverbund und Tarifunion. Beim dritten Gewerkschaftsbund handelt es sich um den Christlichen Gewerkschaftsbund Deutschland (CGB). Die Einzelgewerkschaften unterliegen in den meisten Fällen dem Industrieprinzip. Somit ist innerhalb einer Branche jeweils eine Gewerkschaft zuständig für die Angestellten eines Unternehmens.

Welche Vorteile hat die Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft?

Die Durchsetzung von Arbeitnehmerinteressen gegenüber dem Arbeitgeber fällt leichter bei einem Zusammenschluss mehrerer Arbeitnehmer innerhalb einer Gewerkschaft. Nur eine Gewerkschaft ist dazu berechtigt, als Tarifpartei einen Tarifvertrag mit einem Arbeitgeber zu schließen. Eine Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft kann auch deshalb sinnvoll sein für einen Arbeitnehmer, weil dieser in Prozessen vor dem Arbeitsgericht in den meisten Fällen einen kostenlosen Rechtsschutz wahrnehmen kann.

Kann eine Gewerkschaft einen Tarifvertrag erzwingen?

Tarifverträge werden durch Verhandlungen zwischen Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften geschlossen. Falls keine Einigung zwischen den Parteien erfolgt, können im ersten Schritt neutrale Schlichter hinzugezogen werden. Außerdem haben Gewerkschaften die Möglichkeit, während der Verhandlungen zu kurzen Warnstreiks aufzurufen. Auch unbefristete Streiks sind möglich. Die Gewerkschaft kann zwar keine Tarifverträge erzwingen, aber die Arbeitgeber mit Streiks dennoch unter Druck setzen bei Verhandlungen zur Durchsetzung ihrer Interessen. 

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Top-Fragen zum Thema Gewerkschaft für Arbeitnehmer

1. Muss ich meinem Arbeitgeber sagen, dass ich Mitglied in einer Gewerkschaft bin?

Nein, Sie sind nicht dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber Ihre Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft mitzuteilen. Falls Ihr Arbeitgeber Sie dennoch danach fragen sollte, ist Ihnen sogar eine Lüge erlaubt. Sie haben das Recht, ihm die Mitgliedschaft zu verschweigen. Falls Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, können Sie gerne unsere Online – Rechtsberatung nutzen.

2. Wie kann ich Mitglied in einer Gewerkschaft werden?

Im ersten Schritt ist es hilfreich, sich über die verschiedenen Gewerkschaften zu informieren. Wenn Sie bereits jemanden kennen sollten, der Mitglied in einer Gewerkschaft ist, können Sie sich von dieser Person auch werben lassen. Zu beachten ist allerdings, dass Sie einen Mitgliedsbeitrag zahlen müssen. Hierzu müssen Sie auf dem Anmeldeformular der jeweiligen Gewerkschaft Ihren Arbeitgeber sowie Ihr Bruttogehalt angeben. Der Beitrag wird anschließend monatlich oder zum jeweiligen Quartal von Ihrem Konto abgebucht. 

Nein, Sie sind nicht dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber Ihre Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft mitzuteilen. Falls Ihr Arbeitgeber Sie dennoch danach fragen sollte, ist Ihnen sogar eine Lüge erlaubt. Sie haben das Recht, ihm die Mitgliedschaft zu verschweigen. Falls Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, können Sie gerne unsere Online – Rechtsberatung nutzen.

3. Kann ich meine Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft wieder kündigen?

Ja, Sie können aus einer Gewerkschaft auch wieder austreten. Hierbei müssen Sie jedoch beachten, dass es Kündigungsfristen und Mindestlaufzeiten gibt, die eingehalten werden müssen. Daher sollten Sie sich vorher die Vertragsunterlagen oder die Satzung Ihrer Gewerkschaft ansehen. 

4. Kann mir eine Gewerkschaft bei Mobbing im Betrieb helfen?

Ja, Gewerkschaften können Sie bei Mobbing und anderen betrieblichen Konflikten durch Beratung unterstützen. Falls Sie ein Opfer von Mobbingattacken sein sollten, empfiehlt es sich dennoch, Kontakt zu einem Anwalt für Arbeitsrecht auszunehmen.

5. Ist mein Arbeitsplatz gefährdet, wenn ich Mitglied bei einer Gewerkschaft bin?

Eine Kündigung aufgrund einer Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft ist rechtlich nicht zulässig. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, die Kündigung vor Gericht anzufechten. Lassen Sie sich beraten von einem erfahrenen Rechtsbeistand – hier können Sie Kontakt zu einem Anwalt aufnehmen. 

Top-Tipps zum Thema Gewerkschaft für Arbeitnehmer

1. Setzen Sie Gewerkschaftsbeiträge steuerlich ab.

Sie haben die Möglichkeit, Ihre finanziellen Beiträge für die Mitgliedschaft bei einer Gewerkschaft als Werbungskosten steuerlich abzusetzen. Voraussetzung hierbei ist allerdings, dass die Mitgliedschaft in einem direkten Zusammenhang mit Ihrem Beruf steht. 

2. Lesen Sie im Fall eines Streiks vorher Ihren Arbeitsvertrag genau.

Damit der Streik rechtmäßig ist, müssen einige Bedingungen erfüllt sein. Die zuständige Gewerkschaft muss den Streik ausrufen, da der vorher gültige Tarifvertrag ausgelaufen ist. Außerdem müssen die vorhergehenden Verhandlungen zwischen den Vertragsparteien endgültig gescheitert und die Friedenspflicht erloschen sein. In Ihrem Arbeitsvertrag sollte ein Verweis auf den Tarifvertrag vorzufinden sein. Daher sollten Sie sich Ihren Arbeitsvertrag vorher noch einmal genau ansehen. Falls Sie sich dennoch nicht sicher sind, ob ein eventuell bevorstehender Streik rechtmäßig ist, lassen Sie sich von einem kompetenten Anwalt beraten.

3. Nehmen Sie nur an rechtmäßigen Streiks teil.

Wenn Sie an rechtmäßigen Streiks teilnehmen, kann Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht fristlos kündigen. Andernfalls handelt es sich jedoch um wilde Streiks, Sympathiestreiks, Warnstreiks und Solidaritätsstreiks, die rechtswidrig sind. Bei einer Teilnahme an einem rechtswidrigen Streik kann Ihr Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis kündigen und auf Schadensersatz klagen, da Sie Ihre vertraglichen Pflichten nicht erfüllen. Bei Streitigkeiten und Unklarheiten wenden Sie sich bitte an einen erfahrenen Rechtsbeistand und lassen sich beraten. Einen Anwalt können Sie hier anrufen.


Top-Fragen zum Thema Gewerkschaft für Arbeitgeber

1. Wann dürfen die Angestellten streiken?

Arbeitnehmer haben nur dann ein Recht auf Streik, wenn es um Tarifverhandlungen geht oder wenn ein Tarifvertrag bereits ausgelaufen ist. Während ein Tarifvertrag gültig ist, besteht eine Friedenspflicht. In dieser Zeit sind unbefristete Streiks rechtswidrig. Wenn Sie sich näher zu diesem Thema informieren möchten, können Sie gerne unsere Online – Rechtsberatung nutzen.

2. Ist ein Streik immer gefährlich für mein Unternehmen?

Grundsätzlich gilt ein sogenanntes Übermaßverbot. Dies bedeutet, dass Arbeitnehmer nur bis zu einer gewissen Grenze ein Recht auf Streik haben. Ein Streik darf somit nicht zum wirtschaftlichen Ruin Ihres Betriebs führen. Um mehr zu dem Thema zu erfahren, können Sie sich von einem erfahrenen Anwalt beraten lassen.

3. Kann ich meinen Angestellten kündigen, wenn sie streiken?

Eine Kündigung ist nur dann wirksam, wenn es sich um einen rechtswidrigen Streik handelt. Auch bei einem Streik müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein, damit dieser rechtmäßig ist. Der Streik muss in Zusammenhang mit tarifvertraglichen Verhandlungen stehen und Ihre Arbeitnehmer sind dazu verpflichtet, die Friedenspflicht einzuhalten. Wilde Streiks und Solidaritätsstreiks sind hingegen rechtswidrig. Falls sich Ihre Angestellten an einem rechtswidrigen Streik beteiligen, sind Abmahnungen, Kündigungen und sogar Klagen auf Schadensersatz erlaubt. Bei Unklarheiten können Sie sich gerne an unsere Online – Rechtsberatung wenden.

4. Haben meine Angestellten bei einem Streik einen Anspruch auf Lohnzahlung?

Nein, auch wenn die Tarifverhandlungen endgültig gescheitert sind und es zu einem unbefristeten Streik kommt, so haben Ihre Angestellten keinen Anspruch auf Lohnzahlung. Bei Streitigkeiten zu diesem Thema ist es sinnvoll, sich genauer zu informieren. Hier können Sie Kontakt aufnehmen mit einem erfahrenen Rechtsanwalt. 

5. Gilt ein Tarifvertrag mit einer Gewerkschaft, wenn ich nicht Mitglied bei einem Arbeitgeberverband bin?

Sie können entweder Mitglied bei einem Arbeitgeberverband sein oder selbst die Partei sein, die mit einer Gewerkschaft einen Tarifvertrag aushandelt. Voraussetzung ist allerdings, dass beide Parteien mit den vertraglichen Bestimmungen einverstanden sind. 

Top-Tipps zum Thema Gewerkschaft für Arbeitgeber

1. Bei streikbedingten Arbeitsausfällen an Zeitunternehmen wenden.

Wenn in Ihrem Unternehmen durch einen Streik Ihr Personal wegfallen sollte, können Sie sich an ein Zeitunternehmen wenden. Hierbei müssen Sie beachten, dass die Mitarbeiter des Zeitunternehmens auf den Streik hingewiesen werden müssen und den Einsatz in Ihrem Betrieb verweigern können. Falls Ihrem Unternehmen ein Streik droht, wenden Sie sich an einen Anwalt für Arbeitsrecht und lassen Sie sich ausführlich beraten. Finden Sie auf unserer Seite den passenden Rechtsanwalt.

2. Beachten Sie das Wegerisiko.

Auch Arbeitnehmer anderer Betriebe können von einem Streik betroffen sein. In diesem Fall müssen Sie das Wegerisiko beachten. Dies bedeutet, dass es zu Verspätungen unter Ihren Angestellten kommen kann aufgrund von beispielsweise streikbedingten Ausfällen von Zügen. Trotz dieser Situation sind Ihre Angestellten dennoch zur Einhaltung ihrer arbeitsrechtlichen Vorgaben verpflichtet. Stellen Sie sich dennoch auf eventuelle Verhinderungen und Verspätungen Ihrer Angestellten ein.

3. Versuchen Sie, zu einer Einigung zu gelangen.

Erst wenn beide Parteien sich einig sind über die tarifvertraglichen Aushandlungen, kann der Tarifvertrag in Kraft treten. Andernfalls kann die Gewerkschaft zu Streiks aufrufen, die unter Umständen in Ihrem Unternehmen wirtschaftliche Schäden nach sich ziehen könnten. Versuchen Sie daher, möglichst schnell zu einer einvernehmlichen Einigung mit der Gewerkschaft zu gelangen. 

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