Anwaltsblog 20.05.2022

#1 Content Recycling und Soziales Netzwerken für Anwälte

Werden Sie eine „Marke“als Anwalt mit Hilfe von Social Media und wertvollen Inhalten

Von Heide Schneider

Urteil gefällt – das Tageswerk ist getan.

Jetzt noch schnell die aktuelle Publikation in alle Netzknotenpunkte ins Netz stellen. Blog auf der Webseite, die Anwaltssuchmaschine und das LinkedIn Profil.  Alles muss bedient werden. Wenn ich meinen Beitrag an allen Stellen platziere, dann werde ich maximal sichtbar. Clever – oder nicht?

Schöne Idee, funktioniert aber nicht.

Was ist Content Recycling?

Die Lösung zum Erfolg ist Content Recycling – also das Wiederverwenden von wertvollen Artikeln, die mal geschrieben wurden. – und dazu müssen Sie kein Marketingprofi sein oder werden. Es reicht, wenn Sie sich an paar „Marketing-Paragrafen“ orientieren.

Warum lohnt sich Content Recycling?

Authentizität – eine der Erfolgszutaten für einen persönlichen Auftritt in den Sozialen Medien. Brauchen Sie nicht? Vielleicht? Vielleicht ist es aber genau diese Art (kostenlose) „Werbung“, die Ihnen Empfehlungen, neue Mandanten bringt und die Abgrenzung von den Kollegen beschert. Nur wer sichtbar ist, findet auch statt.  Ich möchte Sie motivieren. Motivieren Ihre ersten Erfahrungen zu machen und anzufangen. Anfangen Ihren Auftritt in dem größten Business Netzwerk LinkedIn professionell anzugehen.

Gibt es kommunikative Hürden für Anwälte auf Social Media?

Ja, ein Grund liegt einfach in ihrer juristischen DNA. Viele Juristen haben eine Vorliebe für lange Schachtelsätze, benutzen gerne Hauptwörter statt durch einsetzen von Verben aktive Sätze zu bilden. Der Schriftstil ist eher unpersönlich. Sie sind es nicht gewohnt in der ICH-Form zu schreiben. Wenig Emotionen lassen die Juristensprache leblos klingen. Wenn Sie jetzt auch noch lateinische Begriffe verwenden, ist auch der letzte Leser weg.

Das ist für Ihren Beruf als Anwalt – teilweise – gut. Diese Besonderheiten Ihrer Sprache sind auf Social Media eher hinderlich. Seit einiger Zeit gibt es den Trend „bloggen“. Diesen Trend haben findige Rechtsanwälte entdeckt und haben ihren Schreibstil persönlicher und aktiver gestaltet. 

Welche Social Media Plattformen sollten Anwälte nutzen ?

Meine Antwort auf die Frage: Es kommt drauf an.

LinkedIn ist mit bereits über 800 Millionen Profilen weltweit das größte B2B (Business to Business) Netzwerk. Der Fokus bei LinkedIn ist 100% Business. Sie erfahren so gut wie keine Ablenkung durch private Inhalte. Der Kommunikationsstil ist meist wertschätzend, Interaktionen untereinander ausdrücklich erwünscht und ein zweiter Erfolgsschlüssel neben der Authentizität.  So findet man auf der Plattform Unternehmensseiten aus aller Welt, sowie personenbezogene Profile aus allen Hierarchien. Inhalte, die über Personenprofile ausgespielt werden, haben gegenüber Unternehmensbeiträge auf der LinkedIn Datenautobahn Vorrang. Sie als Person erhalten deutlich mehr Reichweite als Unternehmensseiten und -Beiträge. Ihre Chance sich authentisch zu zeigen.

Die LinkedIn Strategie für Anwälte 

Eine Anmerkung vorab: Wenn die Entscheidung für einen Auftritt auf LinkedIn gefallen ist, bedeutet dies nicht, dass sie nun immer und ständig Beiträge schreiben müssen. Wichtig ist herauszufinden, was zu ihnen, ihren Zielen und Ihrer Zielgruppe passt. Was brauchen Sie für einen erfolgreichen Linkedin Auftritt?

Es beginnt mit dem richtigen Mindset um authentisch zu wirken. Wenn Sie für sich beschlossen haben, dass es nun Zeit ist, sich im größten Business Netzwerk zu zeigen, dann legen Sie los. Starten Sie mit der Anmeldung und erstellen Sie sich ein aussagekräftiges Profil. Hierzu gibt es ein Minimum an Daten, mit denen Sie das Profil füttern. Damit bedienen sie zum einen den Algorithmus –Ihre Daten für Ihre Reichweite.

Zum anderen sollen die Besucher auf ihrer neuen digitalen Visitenkarte lange verweilen. Zeit für Reichweite.  Diese Angaben sollten Sie in jedem Fall einstellen:

– Aktuelles Profilbild

– Aussagekräftiges Hintergrundbild (Header, Vorstellungskarte)

– Angepasster Profil Slogan

– Kenntnisse und Fähigkeiten

– Der Infotext

– Ausbildung

– Berufserfahrungen

– Ehrenamt (sofern vorhanden)

– Bescheinigungen und Zertifikate

– Gestalten des Fokusbereiches

Zur Erstellung Ihres Profils können Sie sich über meine Internetseite gerne unterstützende Arbeitsblätter runterladen.

Wie interagiere ich auf LinkedIn?

Das Profil ist angelegt? Und nun? Finden Sie heraus, was Ihnen gefällt.

Sind Sie Anwalt oder Anwältin einer eher kleinen Kanzlei, fehlt oft die Marketingexpertise. Irgendwann wurde das Erstellen eine Webseite durch eine Agentur in Auftrag gegeben. Diese wird oft nicht mehr „verbessert“. Dann passiert es meist wie oben beschrieben: dass, was damals gut funktioniert hat, erzeugt heute keine Wirkung mehr. Ihre Webseite wird entweder zufällig gefunden oder man kennt Sie schon und gibt bewusst ihre Adresse in den Browser ein. Eine Webseite ist heute mehr als ein digitales Aushängeschild. Eine Webseite richtig aufgebaut und getextet sollte Ihnen Mandanten bringen – eine gute Webseite konvertiert! Es lohnt sich, dies gelegentlich zu überprüfen.

Diese Überprüfung ist Teil der in der Einleitung erwähnten Marketingparagrafen oder auch der JuMa-Wabenstrategie (Ju= Jur;  Ma = Marketing).

Die JuMa-Wabenstrategie ist ohne große Marketingkenntnisse gut umsetzbar und sehr effektiv für Ihre Sichtbarkeit im Onlineuniversum.

Die Basis der Strategie sind Ihre 3 Standorten im Netz:

  • Ihre Webseite
  • Ihr Profil einer Anwaltssuchplattform z.B. rechtsanwalt.com
  • Ihr LinkedIn Profil

Im besten Fall haben Sie diese „Bienenstöcke“ bereits gebaut und bezogen.

Ihre Webseite zeigt Ihre Kanzlei mit Ihren Dienstleistungen und Werten, Standorten, Erreichbarkeit, Vorstellung von Mitarbeitern und anderen Basisinformationen. Vielleicht haben Sie sogar einen Blog auf Ihrer Webseite implementiert. Ein Blog ist eine gute Möglichkeit Ihre Webseite regelmäßig mit neuen Inhalten zu füttern. Dies ist wichtig für die Suchmaschinen. Nur wenn Bewegung auf Ihrer Seite ist, werden die Crawler – so heißen die digitalen Arbeiter im Netz – Ihre Webseite aufsuchen und so dafür sorgen, dass sie in den Suchergebnissen besser performen.

Der Vorteil einer Anwaltssuchplattform liegt gerade für kleinere Kanzleien auf der Hand. Hier können Rechtssuchende sehr einfach einen Anwalt für ihre Rechtsfrage finden. Als Anwalt können Sie sich die Problemstellungen der Suchenden ansehen und selbst wählen, ob Sie daran interessiert sind. Mandate auf dem Silbertablett. rechtsanwalt.com blendet sogar konkrete Anfragen auf eine Ersteinschätzung in das Cockpit der Anwälte ein. Hier kann jeder Anwalt sofort aktiv Mandate generieren.

Ein Profil im sozialen Netzwerk LinkedIn schlägt weitere Brücken. Um Ihre Reichweite und Sichtbarkeit mit dieser Plattform zu steigern, reicht es nicht aus, ein gutes Profil anzulegen. Regelmäßige Interaktion in Ihrem Netzwerk mit Ihren Wunschmandanten, bestehenden Geschäftspartnern, Experten aus Ihrem Fachgebiet und anderen wichtigen Schlüsselkontakten unterstützen dieses Ziel. Es ist nicht unbedingt nötig eigene Beiträge zu verfassen – zumindest keine neuen Inhalte zu produzieren. Erfahren Sie dazu mehr im Artikel, wenn ich später zu Content Recycling eingehe.

Jeder der drei Standorte/Bienenstöcke hat eigene Vorteile, Gesetze und Ziele. Mit dem richtigen Klebstoff verbinden wir die drei Lokationen und geben allen dreien den stabilen Halt. So ernten Sie langfristig und effektiv goldenen Honig oder besser Mandanten, Kollegen, Sichtbarkeit, Leads, Aufmerksamkeit, Reichweite für die Kanzlei.

Die drei Bindemittel heißen:

– Überprüfung der Suchmaschinenoptimierung Ihrer veröffentlichten Inhalte (SEO)/ finden der passenden Schlüsselwörter

–  Einsatz von Backlinks, also Links von anderen Webseiten auf Ihre Inhalte

–  Content Recycling – sie machen jede Woche einen Artikel besser, aktualisieren und ergänzen ihn.

Der Webseiten SEO-Check deckt Optimierungspotentiale auf. Sie erhalten eine klare Aufstellung an welchen Stellschrauben Sie die bestehende Webseite korrigieren sollten, um zu besseren Suchergebissen zu gelangen. In den meisten Fällen fehlen Überschriften auf den Webseiten. Beim reinen Anblick und lesen Ihrer Seite werden Sie sicher Überschriften sehen, erkennbar durch größere Schriften, andere Farben, getrennt durch Absätze. Im Hintergrund des Systems fehlt leider oft die entsprechende Kennzeichnung für die Crawler der Suchmaschinen. Somit werden die Überschriften von den kleinen Google-Helfern nicht erkannt.

In den Überschriften sollten Ihre sogenannten Schlüsselwörter integriert sein. Die Phrasen, die Ihr Wunschmandant in die Suchmaschine eingibt, um den Weg zu Ihnen zu finden.

In der SEO-Analyse erhalten sie zusätzlich Diskrepanzen zu Bildbeschreibungen, Größen, Ladezeiten und vieles mehr. An dieser Stelle gehe ich nicht weiter ins Detail. Ich möchte aus Ihnen keinen Marketingspezialisten machen. Ich möchte Sie lediglich sensibilisieren, diesen Check durchzuführen, um Ihre optimierungspotentiale aufzudecken. Sie können dann abzuwägen, welche Korrekturen Sie an Ihrer Webseite durchführen lassen möchten.

Sie waren sicher Teilnehmer an vielen Kongressen, haben Ihre Expertise an unterschiedlichen Orten an ein Fachpublikum vermittelt, Fachbeiträge und Publikationen in der Fachpresse, Verlagen und Juristischen Plattformen veröffentlicht. Eine Frage bzw. eine Bedingung bei solchen Veröffentlichungen sollte in der Zukunft immer lauten: bitte verweisen Sie bei der Veröffentlichung auf meine Webseite. Sie stellen den Link zu Ihrer Seite zur Verfügung und bestimmen somit, wohin der Besucher der anderen Seite gelangen soll. Das sind sogenannte Backlinks. Diese werten Ihre eigene Webseite auf, sofern der Ursprung der Veröffentlichung eine vertrauenswürdige Seite ist und der Link für den User zu einem Mehrwert führt und sinnvoll ist. Eingehende Links auf Ihre Webseite von anderen vertrauenswürdigen Seiten ist ein Tool im Marketing, dem Sie sich bemächtigen können. Das alles mit einer einfachen Frage.

Qualität vor Quantität auch auf LinkedIn

Das trifft auf die Auswahl der Backlinks zu sowie auf die Verwendung Ihrer Schlüsselwörter bei dem bewussten Einsatz von SEO. So wie es früher ausreichend war ein identifiziertes Wort möglichst oft in einem Text unterzubringen, würde eine solche Seite heute als qualitativ minderwertig eingestuft werden. Zusätzlich würde der Leser diesen Text schnell als unprofessionell bewerten. Klasse statt Masse. Ihre identifizierten Schlüsselwörter an der richtigen Stelle platzieren und die Suchergebnisse sollten sich verbessern. Eine Webseite/SEO-Analyse lässt sich beauftragen und Sie erhalten klare Handlungsempfehlungen, die Sie mit Hilfe einer Agentur (ich empfehle gerne aus meinem Netzwerk) umsetzen können.

Was ist nun die Kunst alle drei Säulen des Gerüstes im Gleichgewicht zu halten. Dazu bedienen wir uns der „Technik“ Content Recycling. Und das Wort Recycling nehmen wir wörtlich. Das, was Sie bereits veröffentlich haben, verändern wir in der Form, jedoch nicht vom Inhalt.

In dem Konstrukt Webseite, Anwaltsportal und LinkedIn Profil könnten Sie dies so lösen:

  • Sie platzieren einen Fachartikel auf Rechtsanwalt.com und profitieren so von der Marketingexpertise des Portals. Die Chance, dass Sie mit Ihrem Knowhow auf der 1. Seite der Google-Suche auftauchen, ist sehr groß.

Wichtig ist nun, dass Sie den gleichen Artikel nicht 1:1 auf Ihrer Webseite und auf dem LinkedIn Profil veröffentlichen. Das wäre für Google doppelter Content und wird abgestraft. Das könnte auch das gute Ergebnis durch die Anwaltssuchmaschine stark beeinträchtigen.

Die Crawler der Suchmaschinen verlassen eine Seite sehr schnell, wenn sie auf doppelten Inhalt stoßen. Es ist also die größte Sünde, die Sie tätigen, wenn Sie Ihren Inhalte 100% gleich an anderer Stelle im Netz platzieren.

  • Integrieren Sie auf Ihrer Webseite ein Verzeichnis Ihrer Publikationen und verweisen Sie durch Links auf die Quelle. So verhindern Sie doppelte Inhalte und werten Ihre Partnerseiten durch Backlinks auf (Win-Win).
  • Verändern Sie mit einfachen Schritten die Form der Publikation/Artikel/Beitrag und posten Sie dies über Ihr LinkedIn Profil. LinkedIn bieten hier unterschiedliche Varianten an, wie Sie Ihre Inhalte verbreiten. Hier gilt es zu probieren, was zu Ihnen und Ihrer Zielgruppe passt. Die Vielfalt der Möglichkeiten lernen Sie u.a. in den Aufbauen Workshop zu diesem Konzept kennen.

Das ist schon alles. Dazu müssen Sie kein Marketingspezialist sein. Hier die Zusammenfassung der sechs Schritte der Ju-Ma Wabenstrategie:

  1. Webseite analysieren lassen ✅
  2. Profil im Anwaltsportal pflegen ✅
  3. Professionelles LinkedIn Profil anlegen ✅
  4. Publikationen auf der Webseite auflisten und verlinken ✅
  5. Expertenartikel über das Anwaltsportal veröffentlichen ✅
  6. Technik vom LinkedIn Algorithmus verstehen und konsequent anwenden.

LinkedIn als langfristigen Erfolg für die eigene online Reputation.

 Es ist kein Zufall, dass es sich um 6 Elemente handelt. Sechs ist die Zahl der Harmonie, Gleichgewicht und Kraft. Ebenso ist eine Wabe nur mit sechs Seiten vollkommen. Nur wenn alle sechs Elemente im Einklang sind, wird Ihr Onlineauftritt an den verschiedenen Standorten keine Eintagsfliege. Auch wenn es sich vielleicht gerade nicht leicht anfühlt. Denken Sie an eine Hummel. Sie ist eigentlich zu schwer, um mit den kleinen Flügeln zu fliegen – sie tut es einfach.

Ich bin eine fleissige Biene und unterstütze Sie gerne.

Lassen Sie uns dazu gerne zusammen ins Gericht gehen.

Schwirren Sie doch direkt auf mein LinkedIn Profil oder meine Webseite oder buchen ein Strategiegespräch. Und nutzen Sie die Vorteile eines Anwaltsprofiles auf rechtsanwalt.com!

Think happy 🟦 BEE connected

Weiterführende Links zu Content Recycling und Social Media für Anwälte:
Wie du mit weniger Content mehr erreichen kannst

Social Media zur Mandantengewinnung nutzen

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