17.09.2023

Ehelich geborenes Kind

  • Ersteller
    Diskussion
  • #393374 Antworten

    Anonym
    Gast

    Guten Tag
    Meine Name ist Andreea-Florina Butuc
    Ich lebe seit 2020 in Deutschland, ich war von 2018 bis März 2023 dieses Jahres in Rumänien verheiratet. Von 2020 bis 2023 habe ich mit einem weiteren Lebenspartner zwei Kinder zur Welt gebracht. In der Geburtsurkunde der Kinder wird als Vater der ehemalige Ehepartner aufgeführt. Mein jetziger Freund und ich wollen nun die Namen der Kinder und ihn so ändern, dass er ihr Vater auf der Geburtsurkunde ist. Können Sie mir sagen, welche Schritte unternommen werden, um dies zu tun?

    Mit freundlichen Grüßen
    A. Butuc

  • Autor
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  • #393685 Antworten

    Christian
    Moderator

    Sehr geehrte Frau Butuc,

    bitte beachten Sie, dass diese Antwort nur erste Anhaltspunkte bietet und keine Rechtsberatung darstellt. Für eine verbindliche Einschätzung Ihres Falles empfehlen wir Ihnen, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren.

    Ihre Frage betrifft das Rechtsgebiet des Familienrechts, insbesondere die Vaterschaftsanfechtung. Die Vaterschaftsanfechtung ist ein gerichtliches Verfahren, das darauf abzielt, die rechtliche Vaterschaft eines Mannes aufzuheben, wenn dieser nicht der leibliche Vater des Kindes ist.

    In Ihrem Fall besteht die rechtliche Vaterschaft Ihres ehemaligen Ehepartners nach § 1592 Nr. 1 BGB , weil er zum Zeitpunkt der Geburt Ihrer Kinder mit Ihnen verheiratet war. Um diese Vaterschaft anzufechten, müssen Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

    – Sie müssen anfechtungsberechtigt sein. Das sind nach § 1600 BGB Sie als Mutter, Ihr ehemaliger Ehepartner als rechtlicher Vater, Ihr jetziger Freund als möglicher leiblicher Vater (wenn er an Eides statt versichert, dass er mit Ihnen während der Empfängniszeit beigewohnt hat) und Ihre Kinder selbst.
    – Sie müssen die Anfechtungsfrist einhalten. Diese beträgt nach § 1600b BGB zwei Jahre ab dem Zeitpunkt, in dem Sie von den Umständen erfahren haben, die gegen die Vaterschaft sprechen. Wenn Sie also schon vor der Trennung von Ihrem ehemaligen Ehepartner wussten oder hätten wissen müssen, dass er nicht der leibliche Vater Ihrer Kinder ist, könnte die Frist bereits abgelaufen sein.
    – Sie müssen einen Antrag beim zuständigen Familiengericht stellen und begründen, warum Sie die Vaterschaft anzweifeln. Das Gericht wird dann ein medizinisches Sachverständigengutachten anordnen, um die leibliche Abstammung Ihrer Kinder zu klären.

    Wenn das Gericht feststellt, dass Ihr ehemaliger Ehepartner nicht der leibliche Vater Ihrer Kinder ist, wird es seine Vaterschaft aufheben. Das hat zur Folge, dass Ihre Kinder rückwirkend als vaterlos gelten und alle rechtlichen Folgen aus dem Verwandtschaftsverhältnis entfallen (z.B. Unterhaltspflicht, Erbrecht etc.). Das bedeutet aber nicht, dass Ihre Kinder ihre Staatsangehörigkeit verlieren, wenn sie diese durch die Vaterschaft erworben haben .

    Um Ihren jetzigen Freund als Vater Ihrer Kinder eintragen zu lassen, muss er die Vaterschaft anerkennen. Dazu benötigt er Ihre Zustimmung als Mutter und die Zustimmung des Jugendamts als gesetzlicher Vertreter Ihrer Kinder. Die Vaterschaftsanerkennung und die Zustimmung müssen öffentlich beurkundet werden, z.B. beim Standesamt, beim Jugendamt oder bei einem Notar. Die Vaterschaftsanerkennung kann auch schon vor der Geburt oder vor der Vaterschaftsanfechtung erfolgen, wirkt aber erst mit der Rechtskraft des Anfechtungsurteils.

    Um den Namen Ihrer Kinder zu ändern, müssen Sie einen Antrag beim Standesamt stellen. Dabei müssen Sie nachweisen, dass ein wichtiger Grund für die Namensänderung vorliegt. Ein wichtiger Grund kann z.B. sein, dass Sie und Ihr jetziger Freund heiraten und einen gemeinsamen Ehenamen führen wollen, oder dass Sie das Wohl Ihrer Kinder gefährdet sehen, wenn sie einen anderen Namen als Sie und Ihr jetziger Freund tragen.

    Da es sich bei Ihrem Fall um eine komplexe rechtliche Angelegenheit handelt, raten wir Ihnen dringend, eine telefonische Rechtsberatung auf rechtsanwalt.com zu buchen. Dort können Sie sich von einem qualifizierten Rechtsanwalt beraten lassen, der Ihnen die Erfolgsaussichten und die Kosten Ihres Vorhabens erläutern kann. Sie können hier eine telefonische Rechtsberatung buchen: https://www.rechtsanwalt.com/telefonische-rechtsberatung.

    Außerdem können Sie auf rechtsanwalt.com nach passenden Anwälten in Ihrer Nähe suchen, die sich auf das Familienrecht spezialisiert haben. Hier finden Sie eine Auswahl von Anwälten im Familienrecht: https://www.rechtsanwalt.com/anwaltssuche/?rechtsgebiete=Familienrecht.

    Wir hoffen, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Zukunft.

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