Viele Spieler erleben beim Online-Glücksspiel eine gefährliche Dynamik: Gewinne werden nur verzögert ausgezahlt, Auszahlungen lassen sich mit wenigen Klicks wieder stornieren und am Ende gehen hohe Beträge verloren. Besonders problematisch wird es, wenn Betroffene ihr Spielerkonto schließen möchten, der Anbieter aber nicht oder nur verzögert reagiert. Genau dies berichtete uns kürzlich ein Mandant im Zusammenhang mit einer Online-Casino Plattform.
Der Betroffene hatte nach mehreren Gewinnen im Bereich von über 2.000 Euro versucht, sich die Beträge auszahlen zu lassen. Die Auszahlungen konnten jedoch nur in Teilbeträgen erfolgen und zogen sich über mehrere Tage hin. Während dieser Zeit bestand jederzeit die Möglichkeit, die Auszahlung wieder zu stornieren und weiterzuspielen. Genau dies geschah mehrfach – mit erheblichen Verlusten.
Als der Spieler schließlich sein Konto schließen wollte, stellte sich heraus, dass dies nicht direkt über die Plattform möglich war. Stattdessen musste eine E-Mail an den Support geschrieben werden. Obwohl der Betroffene ausdrücklich die Schließung seines Kontos verlangte, reagierte der Anbieter offenbar nicht. Das Konto blieb aktiv, weitere Einzahlungen waren möglich und es kam zu zusätzlichen Verlusten.
Viele Betroffene fragen sich in einer solchen Situation: Muss ein Online-Casino einen Sperr- oder Löschwunsch sofort umsetzen? Und können verlorene Einsätze zurückgefordert werden, wenn dies unterbleibt?
Welche Pflichten haben Online-Casinos bei Sperr- und Schließungswünschen?
Anbieter von Online-Glücksspiel unterliegen umfangreichen Schutzpflichten gegenüber Spielern. Dazu gehören insbesondere Maßnahmen zum Spielerschutz und zur Vermeidung problematischen Spielverhaltens.
Wenn ein Spieler ausdrücklich erklärt, dass er sein Konto schließen oder sich selbst sperren lassen möchte, kann dies rechtlich erhebliche Bedeutung haben. Ein solcher Wunsch darf nicht einfach ignoriert werden. Gerade bei erkennbar problematischem Spielverhalten können Anbieter verpflichtet sein, zeitnah zu reagieren und weitere Spielteilnahmen zu verhindern.
Kommt der Anbieter dieser Pflicht nicht nach und ermöglicht weiterhin Einzahlungen oder Spieleinsätze, kann dies unter Umständen Schadensersatzansprüche begründen. Entscheidend ist dabei immer der konkrete Einzelfall.
Von Bedeutung können unter anderem folgende Punkte sein:
• Wann wurde die Kontoschließung verlangt?
• Wie eindeutig war die Erklärung des Spielers?
• Hat der Anbieter reagiert oder die Anfrage ignoriert?
• Welche Verluste entstanden nach dem Sperr- oder Löschungswunsch?
• Welche Regelungen galten in den AGB des Anbieters?
• Verfügte der Anbieter über eine gültige Erlaubnis für deutsches Online-Glücksspiel?
Gerade die Verluste, die nach einem ignorierten Sperrungs- oder Löschungswunsch entstanden sind, können rechtlich besonders relevant sein.
Können Spieler Verluste von Online-Casinos zurückfordern?
In Deutschland beschäftigen sich Gerichte seit Jahren mit der Frage, ob Spieler Verluste aus Online-Casinos zurückfordern können. Dabei geht es häufig um Anbieter ohne gültige deutsche Lizenz oder um Verstöße gegen gesetzliche Schutzpflichten.
Je nach Sachlage kommen verschiedene rechtliche Ansprüche in Betracht, etwa:
• Rückforderung verlorener Spieleinsätze
• Schadensersatz wegen Pflichtverletzungen
• Ansprüche wegen unzureichender Spielerschutzmaßnahmen
• Rückabwicklung von Zahlungen über Zahlungsdienstleister
Fragen zum Thema? Senden Sie dem Autor, Guido Lenné, eine Nachricht.
Insbesondere wenn ein Anbieter trotz eines klaren Schließungs- oder Sperrwunsches weitere Spiele ermöglicht, sollte der Sachverhalt rechtlich geprüft werden.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Wenn Sie selbst betroffen sind, sollten Sie möglichst früh Beweise sichern. Wichtig sind insbesondere:
• E-Mails an den Anbieter
• Antworten oder ausbleibende Reaktionen des Supports
• Kontoauszüge und Zahlungsnachweise
• Spielverläufe und Transaktionslisten
• Screenshots des Spielerkontos
Diese Unterlagen können entscheidend sein, um mögliche Ansprüche durchzusetzen.
Wie unsere Kanzlei Betroffenen helfen kann
Unsere Kanzlei unterstützt Mandanten bundesweit bei Streitigkeiten rund um Online-Casinos, Zahlungsdienstleister und problematische Glücksspielverluste.
Wir prüfen unter anderem:
• ob Ansprüche gegen den Glücksspielanbieter bestehen
• ob Verluste zurückgefordert werden können
• ob Schutzpflichten verletzt wurden
• welche Möglichkeiten gegenüber Zahlungsdienstleistern bestehen
• wie hoch die Erfolgsaussichten in Ihrem konkreten Fall sind
Dabei legen wir großen Wert auf eine verständliche und transparente Beratung.
Die telefonische Erstberatung ist bei uns kostenlos. Einen Termin können Sie bequem online vereinbaren.
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